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Birthälm / Biertan Birthälm erlangte seine Bedeutung im Mittelalter als Marktort in Konkurrenz zu Mediasch und Meschen und ab 1572 bis 1867 als Sitz des Bischofs der Evangelischen Kirche. So erklärt sich die mächtige Burganlage mit drei Ringmauern, zwei Zwingern und etlichen Wehrtürmen. Sie gilt als eine der größten Siebenbürgens. Die bis heute nahezu unverändert erhaltene turmlose dreischiffige Hallenkirche wurde um 1500 auf den Fundamenten eines romanischen Vorgängerbaus errichtet. Von den beiden Wehrgeschossen des Chores wurde das obere hölzerne 1803 abgetragen. Bedeutend sind im Innenraum mit seinen spätgotischen Netzgewölben neben der steinernen Kanzel von 1523 mit Reliefszenen am Kanzelkorb besonders der spätgotische Flügelaltar mit 28 Tafelbildern und zartem Sprengwerk. Von großer handwerklicher Fertigkeit zeugt die spätgotische Sakristeitür mit kunstvollen Intarsienarbeiten und einem auf der Weltausstellung 1889 in Paris vorgeführten komplizierten Schloß, das zentral die Tür an 13 Stellen gleichzeitig verriegeln und so den Kirchenschatz in der Sakristei schützen konnte. Ort In Birthälm gab es vor allem im 17. und 18. Jahrhundert einen erbitterten Kampf der Oberen gegen den Verfall der Sitten. Mit strengen Regeln und harten Strafen sollte den zunehmenden Verfehlungen Einhalt geboten werden. Verboten war zum Beispiel das Trinken in schlechter Gesellschaft oder das zu lange Verweilen im Wirtshaus. Wurden bei trauungswilligen Paaren „voreheliche unsittliche Vorkommnisse“ festgestellt, gab es eine spezielle entwürdigende Hochzeitsprozedur. Diese und zahlreiche weitere Geschichten kann man beim Besuch der Kirchenburg Birthälm erkunden. Bis heute erhalten geblieben ist zum Beispiel das sogenannte „Ehegefängnis“ für scheidungswillige Paare. Es befindet sich innerhalb der Birthälmer Kirchenburg, die eine der eindrucksvollsten und größten Siebenbürgens ist. Die Kirche stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert ist von drei Ringmauern und neun Wehrtürmen umgeben. Einmal im Jahr findet in Birthälm das Sachsentreffen statt – die größte Zusammenkunft ausgewanderter und in Siebenbürger verbliebener Deutscher. Besichtigung: Pfarramt Birthälm Tel.: +40/269/842 660 und Frau Erna Weinrich Tel.: +40/749/231 199 Buchladen vorhanden Gasthaus: in der Burg Gesamtkapazität: 23 Personen Speise- und Gemeinschaftsraum, Voll- oder Halbpension Auskunft und Buchung: im Gästehaus "Dornröschen" Adresse: Str. George Coșbuc 25 oder bei Pfarrer Ulf Ziegler Tel.: (0040-745) 246485 E-mail: udfz333@gmail.com Ev. Jugendzentrum im Predigerhaus Adresse: Piața 1 Decembrie 1918 Nr. 3 21 Betten in 4 Zimmern (Jugendherberge) Badezimmer, Küche Gemeinderaum für Tagungen mit bis zu 50 Teilnehmern Auskunft und Buchung: wie oben Pfarrhaus 3 Gästezimmern mit 3 Nasszellen für 9 Personen Pfarrhaussaal für Seminare geeignet Auskunft und Buchung: wie oben Gästehaus der Mihai Eminescu Stiftung Adresse: Str. N. Bălcescu Nr. 2 4 DZ, 3 Badezimmer Aufenthaltsraum, Küche, Terrasse, Parkplatz im Hof Auskunft und Buchung: Mihai Eminescu Trust Tel.: (0040-724) 000350 E-mail: booking@experiencetransylvania.ro Internet: www.experiencetransylvania.ro
Biertan 557045, Romania
Bistritz / Bistrița Die heutige Kirche wurde im 14. Jh. anstelle eines Vorgängerbaus aus dem 13. Jh. errichtet. Die wirtschaftliche Stärke der Stadt Bistritz in jener Zeit erlaubte die Konstruktion einer doppeltürmigen, dreischiffigen Basilika mit polygonalem Chorabschluss. Die Bedeutung der Kirche für die Stadt lässt sich an den nachfolgenden Erweiterungen ablesen: Aufbau der gotischen Basilika mit oktogonalen Säulen zwischen Mittel- und Seitenschiffen, Umbau zu einer Hallenkirche mit umgebendem Bering und einem Wach- und Verteidigungsturm für die Stadt. Der ursprüngliche frei stehende, in mehreren Abschnitten errichtete Turm wurde 1487 in den Kirchenbau integriert. Ausdruck des Übergangs von der Gotik zur Renaissance, ist er der höchste mittelalterliche Turm Siebenbürgens. 2008 wurde er durch einen Brand schwer beschädigt, konnte aber wieder aufgebaut werden. Seine Aussichtsplattform ist für Touristen jetzt über einen Aufzug zu erreichen und eröffnet einen Blick auf das Panorama der Stadt Bistritz. Ort und Umgebung Die Stadt Bistritz ist das historische Zentrum der Region Nösnerland, welche den nördlichsten Bereich des sogenannten Königsbodens bildet. Auf diesem siedelten sich seit dem 12. Jh. Einwanderer aus deutschsprachigen Gebieten an, lebten hier in Selbstverwaltung und bildeten bis 1944 die Mehrheitsbevölkerung. Zwei verheerende Angriffe durch Mongolen und Tartaren im 13. Jh. konnte die Entwicklung von Bistritz, das damals noch Nösen hieß, nicht aufhalten. Im 14. Jh. wurden das Marktrecht und das Recht auf eigene Siegel erteilt. In der Folgezeit entstanden zahlreiche bedeutende Bauwerke, darunter die Stadtpfarrkirche mit ihrem heute 75 m hohen Turm, der eines der Wahrzeichen der Stadt ist. Bistritz gehörte über viele Jahrhunderte als Teil des Fürstentums Siebenbürgen zur Habsburger Monarchie, bis dieses nach 1918 in einer Volksabstimmung mit dem damaligen rumänischen Königreich vereinigt wurde. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges verließen die meisten Deutschen in Trecks das Nösnerland, nur wenige kehrten später zurück. Vor Ort gibt es allerdings auch heute noch eine bedeutende deutschsprachige evangelisch-lutherische Gemeinde. Schlüssel sind im: Pfarramt Bistritz P-ţa Centrală Nr. 13 RO-420040, Bistritz Tel.: +40/263/214679 oder bei Frau Lungu Tel.: +40/758/101 761 Gasthaus: Stadtpfarramt 4 renovierte Gästezimmer mit Bad, teilweise mit Kochnischen Auskunft und Buchung: Ana Lungu Adresse: Gemeindeamt, Piaţa Centrală 13 E-mail: kirchengemeinde.bistritz@yahoo.de Tel.: (0040-263) 214679 Sprechzeiten: wochentags 8:00-15:00 Uhr Mansarde des Deutschen Forums 15 Betten in 4 Zimmern mit Fernseher Parken im Innenhof, Terrasse (zum Grillen geeignet), Küche Adresse: Forum, B-dul Republicii 43, 20053 Bistrița Tel.: (0040-363) 104148 oder (0040-744) 844703 E-mail: germanforumbistrita@yahoo.de Internet: www.forumbistrita.ro
Piața Centrală, Bistrița 420040, Romania
Brenndorf / Bod Die Kirchenanlage von Brenndorf wurde vielfach von Feuern und Erdbeben stark beschädigt. So wurde im 15. Jh. die aus dem 13. Jh. stammende romanische Basilika durch einen Brand zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts stürzte der Glockenturm ein. Er konnte neun Jahre später wieder aufgebaut werden, die vorreformatorischen Glocken allerdings gingen bei dem Einsturz verloren. Nur drei Jahre darauf wurden Kirche und Befestigungsmauern von einem Erdbeben zerstört. Der polygonale Bering mit dem vorgelagerten Zwinger wurde im 19. Jh. vollständig abgetragen. Die Kirche fand ihre heutige Form im Jahr 1806. Allein der gotische Taufstein zeugt noch von der mittelalterlichen Kirchenburg. 1977 wurde der Kirchturm bei einem Erdbeben beschädigt, konnte aber erfolgreich stabilisiert werden. In der Kirche findet sich ein Altar von 1869, in den die Orgel von 1816 integriert ist. Das Altarbild wurde von dem aus Pommern stammenden Carl Dörschlag angefertigt. Zum Gottesdienst läutet eine Glocke, die den Abgabenzwang des Ersten Weltkriegs überlebte. Zwei weitere Glocken wurden 1922 aus Bronze gegossen. Ort und Umgebung Obwohl sich die Bewohner Brenndorfs im Laufe vieler Jahrhunderte zahlreicher Schicksalsschläge erwehren mussten, wurde das Dorf nie vollständig aufgegeben. Im 14. Jh. erstmals urkundlich erwähnt, finden sich den Chroniken Berichte über verheerende Angriffe: Allein zwischen 1421 und 1658 wurde der Ort mindestens fünfmal niedergebrannt. Zeitgleich wurden die Bewohner mehrfach zur Unterstützung in das nahe gelegene Kronstadt beordert, um dort an der Befestigung der Stadt mitzuwirken und Baumaterial beizusteuern. Um 1718/19 fielen knapp 500 Brenndorfer der Pest zum Opfer. 1779 richteten Überschwemmungen große Schäden an und zwei nachfolgende Erdbeben (1790 und 1802) riefen erneut schwere Zerstörungen hervor. Hinzu kamen Großbrände, die erhebliche Teile des Ortes, aber auch die Kirche und ihre Befestigungsanlagen in Mitleidenschaft zogen. Mehrfach wurden die Dorfanlage sowie die Kirche deshalb neu errichtet. In den letzten Jahren konnten dank des Engagements der deutschen Bundesregierung und zahlreicher ehemaliger Bewohner umfangreiche Instandsetzungen an der Brenndorfer Kirche durchgeführt werden. Schlüssel sind bei: Frau Emilia Schuster Tel.: +40/268/283 172 Gasthaus: ehemaliges Pfarrhaus 4 Gästezimmer mit Nasszelle Küche, Aufenthaltsraum, Kinderspielplatz, Lagerfeuerplatz im Hof Auskunft und Buchung: Manfred Copony Adresse: Str. Tudor Vladimirescu 135 Tel.: (0040-721) 982431 E-mail: copony.manfred@yahoo.com Internet: www.gaestezimmer.brenndorf.ro
Strada Tudor Vladimirescu 134, Bod 507015, Romania
Bonnesdorf / Boian Die Bonnesdorfer Kirche wurde um 1400 erbaut, aus dieser Zeit haben sich die Umfassungsmauern erhalten. Um 1500 wurde das Gotteshaus durch Errichten eines Wehrgeschosses über dem Chor befestigt. Der Bering wurde innen mit einem teilweise zweistöckigen Wehrgang samt Schießscharten ausgestattet und mit einem Torturm verstärkt. Dieser diente zugleich als Glockenturm. Sein Eingang war von einem Fallgatter (gleitender Holzgitter) gesichert. Bemerkenswert ist, dass das Traufgesims von Chor und Schiff durch eine Reihe schräggestellter Ziegeln gebildet wird, eine an den orthodoxen Kirchen in der Moldau und in Muntenien oft anzutreffende Dekorationsform. Ferner finden sich sowohl am Torturm als auch über dem Nodeingang der Kirche das Wappen von Stefan cel Mare (Stefan d. Große), zu dessen Lehen Bonnesdorf kurzzeitig gehörte. Ort und Umgebung An der Kirchenburg von Bonnesdorf können Besucher einige bemerkenswerte Details entdecken. So sind zum Beispiel oberhalb des Durchfahrtstunnels in die Burg und auf dem Nordportal Köpfe von Auerochsen in den Stein gemeißelt. Diese Wappentiere Moldawiens verweisen auf die besondere Geschichte von Bonnesdorf: Im Gegensatz zu den meisten anderen siebenbürgisch-sächsischen Orten befand sich Bonnesdorf nicht auf dem sogenannten freien Königsboden, der den Bewohnern zahlreiche Privilegien und Sonderrechte gesichert hätte, sondern bildete einen Teil des Kokelburger Komitats. Die Komitate waren ungarische Verwaltungsformen, deren Bewohner als Leibeigene Feudalherren direkt unterstellt waren. Der ungarische König Matthias I. Corvinius schenkte das Kokelburger Komitat um 1498 dem moldawischen Woiwoden Stefan dem Großen (Stefan cel Mare), der in der Folgezeit den Bau der Bonnesdorfer Kirche unterstützte. Als sichtbares Zeichen dafür wurde das Bauwerk mehrfach mit dem moldawischen Wappentier verziert. Schlüssel sind bei: Herrn Ciprian Tel: +40/743/156 948 Ein Besuch dieser Kirchenburg ist derzeit leider nicht möglich.
Boian 557030, Romania
Bußd bei Mühlbach / Boz In dem kleinen Örtchen Bussd bei Mühlbach findet sich eine spätgotische Saalkirche, die umgeben von einer niedrigen Mauer auf dem Dorfanger steht. In der laut Inschrift 1523 errichteten Kirche gehen Saal und Chor in gleicher Breite ineinander über. Das Stichkappengewölbe des Saales ist dekorativ mit Rippen aus Tonziegeln gegliedert. Die Fassaden sind durch Strebepfeiler unterteilt, auf denen sowie auf dazwischen angeordneten Konsolen zwei Wehrgeschosse ruhen. Über das untere Geschoss waren die Gußscharten zwischen den Konsolen zugänglich, während im darüber liegenden zweiten Geschoss Schießscharten der Verteidigung dienten. Die beiden Geschosse sind über eine auf der Nordostseite angeordnete Wendeltreppe zu erreichen. Ähnliche Kirchbauten sind in Klosdorf und Tobsdorf zu sehen. Für die Klosdorfer Kirche ist der Baumeister Stephan Ungar bekannt und man kann ihn auch als Urheber der beiden anderen Kirchen vermuten. Auf der Nordseite findet sich noch ein Torturm mit Wehrgang. Im Inneren findet sich neben einem  frühbarocken Altar die Ausstattung des 19.Jh. Aktivitäten Mitte der 1990iger Jahren hat Daniel Schuster, Siebenbürger Sachse aus Bußd bei Mühlbach, begonnen die turmlose Wehrkirche seines Heimatdorfes vor dem Verfall zu retten. Er gründete eine Stiftung und sammelte Spenden. 1998 konnten somit größerer Reparaturarbeiten an den Dächern und der Ringmauer durchgeführt werden. Mittlerweile sind fast 20 Jahre vergangen. Durch das ehrenamtliche und kontinuierliche Engagement von Herr Schuster hat sich das Kirchenburgenensemble bis heute erhalten. Der Zahn der Zeit nagt trotzdem an der Substanz und es müssen weitere Denkmalpflegearbeiten durchgeführt werden. Die Stiftung Kirchenburgen ist sehr von dem unermüdlichen Engagement von Herrn Schuster beeindruckt und möchte seine Arbeit an der Wehrkirche in Bußd mittels dem Dächer- und Denkmalpflegeprogramm unterstützen. Ein Kurzgutachten zum Zustand der Anlage und die Vorbereitungen für erste Sicherungsmaßnahmen sind in Arbeit. Unsere Partner    Daniel Schuster, stiftung_agenda2023@yahoo.de Bezirkskonsistorium Mühlbach Schlüssel sind bei: Familie Crișan Tel.: +40/258/764 334
Boz 517276, Romania
Kronstadt / Brașov Die „Schwarze Kirche“, der bedeutendste gotische Kirchenbau Siebenbürgens, entstand durch Erweiterung und Umgestaltung zweier Vorgängerkirchen, von denen der erste romanische Bau durch ein Erdbeben zerstört wurde. Weitere Erdbeben im 16. und 17. Jh. erforderten Erneuerungen und Sicherungen von Gewölben und Mauern. Der geplante zweite Westturm wurde wegen der Erdbebengefahr nicht ausgeführt. Den größten Schaden erlitt die Kirche jedoch bei dem Stadtbrand von 1689, als sie vollständig ausbrannte und die Gewölbe einstürzten. Der Innenraum der Hallenkirche ist deshalb von den bis 1772 erfolgten Wiederaufbauarbeiten geprägt, die stilistisch einer barock-gotisierenden Formensprache folgen. Weitere Restaurierungsarbeiten ließen bis zu ihrem Abschluss 1999 das Äußere der Kirche wieder in hellem Sandstein erstrahlen. Die Fassade der Kirche zeigt einen reichen ornamentalen und figürlichen Bauschmuck aus Sandstein. Wegen der Umweltbelastung wurden diese teilweise durch Kopien ersetzt, während die Originale im Innenraum besichtigt werden können. Die 104 an den Emporen angebrachten Gebetsteppiche kamen durch den ausgedehnten Orienthandel der sächsischen Kaufleute nach Siebenbürgen. Sie wurden den Kirchengemeinden anlässlich von Feierlichkeiten geschenkt und von diesen über die Jahrhunderte bewahrt und gepflegt. Neben der architektonischen Bedeutung der Kirche ist sie auch der Ort, von dem aus sich 1642 die Reformation mit dem ersten in deutscher Sprache abgehaltenen evangelischen Gottesdienst in Siebenbürgen verbreitete. Ort und Umgebung Es gibt nur wenige Städte in Rumänien, die über so viele Sehenswürdigkeiten verfügen wie Kronstadt. Einige von ihnen sind nur in Legenden überliefert. Zu diesen gehören das „Tor der Beichte“, „Salomos Steine“ oder der „Hexensee“. Andere wertvolle Denkmäler und Kunstwerke sind geschichtlich belegt, beispielsweise der „Weiße Turm“, das „Haus des Heiligen“ oder die berühmte „Schwarze Kirche“. Letztere gilt als das größte sakrale Bauwerk Rumäniens, als bedeutendster gotischer Kirchenbau zwischen Wien und Istanbul sowie als imposantestes Gebäude, das von den Sachsen im mittelalterlichen Siebenbürgen geschaffene wurde. Vor der Reformation der Heiligen Maria geweiht, wurde die Kirche im großen Stadtbrand 1689 zu einer schwarzen Ruine. Hierauf ist ihre zuerst volkstümliche, später offizielle Benennung zurückzuführen. In ihrem Innern bewahrt die Schwarze Kirche gewaltige Kunstschätze wie die sechs Tonnen schwere Glocke oder die reichhaltigste europäische Sammlung orientalischer Teppiche außerhalb der Türkei. Besichtigung der Schwarzen Kirche: Zwischen November und April nachmittags nur bis 15.00 Uhr geöffnet. Internet: www.honterusgemeinde.ro
Curtea Johannes Honterus 2, Brașov 500025, Romania
Pretai / Brateiu Nur wenige Reste sind heute noch von der gotischen Basilika des 14. Jh. vorhanden. Die heutige Kirche trägt Merkmale des 15. Jh. Der Kirchenraum wurde durch Abtragen der südlichen Pfeilerreihe und Erhöhen der Außenmauern sowie Einbau eines Tonnengewölbes stark verändert. Besonders bemerkenswert sind die Pfeiler zwischen Nord- und Mittelschiff, die über profilierte Querschnitte und Kapitelle mit figürlichen Darstellungen verfügen. Um den Angriffen standzuhalten, wurde die Kirche mit einem Wehrgeschoss über dem Chor, einem Wehrgang auf dem Glockenturm sowie einem Bering und fünfgeschossigem Torturm ausgerüstet. 1906 wird ein Teil der Wehrmauer abgetragen und als Baumaterial für den Gemeindesaal benutzt. Ort und Umgebung Auf der Reise durch das Tal der Großen Kokel (Târnava Mare) taucht einige Kilometer östlich von Mediasch (Media?) die Kirchenburg von Brateiu auf. Sie befindet sich inmitten des Ortes am Dorfanger. Vom Wehrgeschoss des weithin sichtbaren Glockenturms aus bietet sich ein herrlicher Ausblick in die Umgebung.Nachdem die Kirchenburg über Jahrhunderte dem Schutz der Dorfbevölkerung diente, ist sie heute Bestandteil eines Ausbildungszentrums. In Zusammenarbeit von der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck werden hier seit dem Jahr 2008 Handwerker in verschiedenen Techniken geschult, um siebenbürgische Kirchenburgen fachgerecht reparieren zu können. Am westlichen Dorfausgang Richtung Mediasch bieten Kupferschmiede und Kesselflicker reichhaltige Waren an. Schlüssel sind bei: Frau Popşor Rosemarie Tel.: +40/269/863 019 Übernachtungsmöglichkeiten: Gästezimmer im ehemaligen Pfarrhaus Frau Rosemarie Popșor Tel.: +40/269/863 015 oder +40/269/863 019 Gasthaus: Begegnungsstätte 5 Zimmer, Stockbetten, 1 Doppelbett, Küche, Aufenthaltsraum, Bad Pfarrgarten ist für Zelt und Wohnmobil geeignet. Auskunft und Buchung: Kuratorin Rosemarie Popșor Tel.: (0040-269) 863019 oder (0040-787) 516732 Weiter Informationen beim Vorsitzenden des Fördervereins Kirchenburgen: Michael Theurkauf Tel.: (0049-160) 90587493 E-mail: mogk-kassel@t-online.de Internet: www.fv-ausbildungszentrum-kirchenburgen.de
Brateiu 557055, Romania
Braller / Bruiu Die im 13. Jh. errichtete romanische Basilika wurde vorwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jh. stark verändert, vor allem durch den Abriss der Seitenschiffe und Neubau mit Emporengeschoss sowie den Anbau einer Apsis. Nur an der südlichen Fassade hat sich eine romanische Türeinfassung mit Rundbogen erhalten. Die Kirche war von einer ringförmigen Mauer umgeben, die direkt an den Westturm anschloss. Dessen Wehrgang wurde gleichfalls im 19. Jh. abgetragen. Um die innere Mauer wurde ein weiterer polygonaler Mauerring mit 4 Basteien und 3 Wehrgängen erbaut, was an den 3 übereinanderliegenden Reihen von Schießscharten im Norden der Kirchenburg zu erkennen ist. Ein langgestrecktes, dreigeschossiges Gebäude an der südöstlichen Seite der Kirche wurde als Vorratslager, aber auch als Wohnung genutzt, war aber als Kampfhaus auch mit Wehranlagen ausgerüstet. Ort und Umgebung Eine Sage aus Braller erzählt von einem Totengräber, der auf dem Friedhof auf Gebeine stieß. Höhnisch lachend lud der Mann das Skelett zum Essen ein. Später am Abend, als der Totengräber gemütlich am Tisch saß, klopfte es plötzlich an der Tür: Das Skelett hatte die Einladung ernst genommen. Der unerwünschte Besucher entführte seinen Gastgeber auf eine wundersame Reise, von der dieser zwar in derselben Nacht zurückkehrte, jedoch um hundert Jahre gealtert war. Der Mann soll auf der Reise das Paradies gesehen haben. Vielleicht war es aber auch nur sein Heimatdorf, das in der Morgensonne inmitten der sattgrünen Landschaft durchaus etwas paradieshaftes an sich hat.Braller liegt einige Kilometer südwestlich von Großschenk (Cincu) abseits der üblichen Touristenrouten im sogenannten „Krautwinkel“. Die Kirchenburg, deren Entstehungsgeschichte bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück reicht, ist ein typisches Beispiel für siebenbürgische Wehrarchitektur. Schlüssel sind bei: Herrn Michael Ehrmann Tel.: +40/269/586 515
Bruiu 557065, Romania
Schon früh wurde die Ende des 13. Jh. errichtete spätromanische Pfeilerbasilika für die Verteidigung des Dorfes umgebaut. Dies geschah durch Abbruch der Seitenschiffe sowie Verstärkung des Kirchenschiffes und des Turms mit zwei Wehrgeschossen. Der Chor erhielt um 1500 ein eigenes Wehrgeschoss mit einem hervorragenden Maschikuli-Kranz (Gußscharten). Das heutige Erscheinungsbild der Kirche ist geprägt von dem 1847 errichteten Turm. Der Innenraum beeindruckt durch seine schmale Proportion, die durch die auf der Nordseite doppelgeschossigen Seitenemporen aus der Zeit von 1680 bis 1775 unterstrichen wird. Die Bemalung der Brüstungen wurde von der Familie Rössler, Großvater und Enkel, ausgeführt. Die Ausstattung mit Orgelaltar, Kanzel und Gestühl stammt aus dem Jahr 1805. Der ab dem 14. Jh. erbaute Bering hat sich mit vier Türmen und den zur Unterbringung der Kornkästen auf der Innenseite angebrachten Gaden (überdachte Kammern) erhalten. Ort In der siebenbürgischen Hymne „Siebenbürgen, süße Heimat“ wird ein Meer erwähnt, das im Erdmittalter diese Region bedeckte. So erklärt es sich, dass die Bodendorfer Kirchenburg aus Meeressedimentgesteinen mit fossilen Einschlüssen erbaut wurde. Die Wohnhäuser Bodendorfs hingegen waren früher aus Holz gefertigt. Wenn das Dorf angegriffen wurde, flüchteten seine Bewohner vor den plündernden und brandstiftenden Gegnern in die feuerfeste Kirchenburg; der große Turm diente in Kriegszeiten den Pfarrern als Aufenthaltsraum. Die mit Trostworten verzierten Wände des Turms zeugen noch heute von dieser Schreckenszeit. So schrieb Pfarrer Johannes Nösner, während er sich in dem Raum versteckte, voller Zuversicht: „Hör! Hast vor eine gute Sach, aber`s geht Von statt gemach, fahre getrost fort, nicht Verzag, es fällt kein alt eich auf ein Schlag.“ Die hervorgehoben Buchstaben sind als römische Ziffern gestaltet. Ihre Summe ergibt die Jahreszahl 1680. Aktivitäten EU-Projekt „18 Kirchenburgen“ Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien Baukosten: 510.000 EUR Zeitraum: 2010-2014 Besichtigung: Schlüssel sind bei Familie Wagner erhältlich Tel: +40/268/248 702 Frau Ella Wagner Tel.: +40/727/344 718 Haus Nr. 14
Bunești 507035, Rumänien
Bußd bei Mediasch / Buzd Wann genau die Kirche von Bußd bei Mediasch erbaut wurde, ist nicht bekannt. Der aus dem späten 14. Jh. stammende Chor wurde im Zuge der Befestigung zur Sicherung der Kirche gegen den Berghang mit drei Wehrgeschossen überbaut. Damit überragt er das Kirchenschiff weit sichtbar. Über einen kleinen Wendelstein erreicht man die Verteidigungsanlagen, die sich oberhalb des Rippengewölbes befinden. Der einst mehr als 6 Meter hohe Bering ist zurückgebaut worden und der Torturm wurde zur Burghüterwohnung umgebaut. Das gotische Trichterportal in der Westfassade zeigt die für die Gegend um Mediasch üblichen Stilmerkmale. Der Innenraum des Kirchenschiffes wird von den klassizistischen Seitenemporen geprägt, während der Chor durch den hochbarocken Altar dominiert wird. Hier findet sich neben der gotischen Sakramentsnische ein aus derselben Zeit stammendes Schulterportal als Eingang in die Sakristei. Bemerkenswert ist auch der überdachte hölzerne Treppenaufgang zur Burg. Ort und Umgebung Mit dem hoch aufragenden Wehrchor wirkt die an einem steilen Hang errichtete Kirchenburg von Bußd außergewöhnlich pittoresk.Es scheint, als habe die Burg versucht, den Berg hinaufzusteigen. Von aller Kraft verlassen, musste sie sich dann aber auf halbem Wege an der heutigen Stelle niederlassen. Tatsächlich sind für das Aussehen der Kirchenburg jedoch verschiedene Bauphasen verantwortlich. So wurden etwa Chor und Saal nicht zur selben Zeit erbaut. Darüber hinaus ist die ungewöhnliche Höhe des Wehrchors auf die Erfordernisse einer guten Verteidigung zurückzuführen: Er wurde so errichtet, dass von seinen Ausguckposten über eine nahe Bergkuppe hinweg Einblick in das angrenzende Seitental der Großen Kokel (Târnava Mare) genommen werden kann. So konnten einst Feinde rechtzeitig bemerkt werden. Aktivitäten Dächerprogramm Träger: Bezirkskonsitorium Mediasch Baukosten: 5.000 EUR Zeitraum: Juni-September 2009 Schlüssel sind bei Burghüter Nicolae Rafa, der in der Kirchenburg lebt.
Buzd 557056, Romania
Die Gräfenburg von Kelling wurde um 1270 als befestigte Anlage mit Wohnturm, Ringmauer und dem durch einen Turm mit Zugbrücke über den umgebenden Wassergraben geschützten Zugang errichtet. Nach der Übernahme der Burg durch die sächsische Gemeinde wurde sie weiter mit einem zweiten Bering und einem Südturm ausgebaut. Für den Belagerungsfall wurden auf der Innenseite Wohn- und Vorratskammern an den Bering gebaut, von denen sich nichts erhalten hat. Ergänzt wurde die Anlage Ende des 15.Jh. durch eine kleine Saalkirche mit halbrunder Apsis. Beim Bau des zweiten Berings wurde der Wassergraben zugeschüttet und die Zugbrücke durch einen mit einem Fallgatter gesicherten Torbau ersetzt. Heute wird die Anlage von einem Verein der Universität Klausenburg verwaltet. Ort In Kelling ist eine der letzten Gräfenburgen Siebenbürgens erhalten geblieben. Wegen ihrer außergewöhnlichen Bedeutung ist sie Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.Im 13. Jahrhundert ließ Graf Chyl zu Kelling im Dorf einen Wohnturm für sich errichten. Auf Grund der häufigen Angriffe aus osmanischen Gebieten wurde der Turm mit einer Wehrplattform ausgestattet und von einer mächtigen Ringmauer umgeben.Das Verhältnis zwischen der Familie Chyl und dem überwiegend sächsischen Dorf war aber von Anfang an nicht das Beste. Um 1430 zog sich daher der letzte Erbgraf aus dem Ort zurück und verkaufte die Wohnburg an die Dorfbewohner. Diese nutzen die Anlage als Fluchtburg bei Angriffen aus osmanischen Gebieten und statteten sie mit weiteren Wehranlagen und Lagerräumen aus. Im Jahr 1658 griffen türkische Truppen das Dorf an und verwüsteten es. Die Burg konnte dabei jedoch nicht eingenommen werden. Im Innern des Wohnturms gibt es heute ein Museum, das einen Eindruck über das Leben und die lokalen Traditionen der Siebenbürger Sachsen vermittelt. Besichtigung: Öffnungszeiten: Sommer täglich 09.00–19.00 Uhr, Winter täglich 10.00–17.00 Uhr Museum und Burgladen vorhanden – Evangelische Dorfkirche direkt neben der Gräfenburg kann auf Anfrage ebenfalls besichtigt werden Tel: +40/258/747 220 Email: marpoacd@yahoo.com Übernachtungsmöglichkeiten: In der Gräfenburg und dem evangelischen Pfarrhaus Tel: +40/258/747 220 Email: marpoacd@yahoo.com
Katzendorf / Caţa Eine in ihren Grundzügen gut erkennbare romanische Pfeilerbasilika bildet den Kern der großen Kirchenburg von Katzendorf. Im Innenraum sind die Arkadenpfeiler typisch für die romanische Anordnung von Mittelschiff zu Seitenschiff. Im nördlichen Obergaden sind zwei freigelegte romanische Blendfenster zu sehen. Der romanische Chor und die Apsis wurden im 15. Jh. gotisch umgebaut. 1894, beim Einsturz des Westturmes, wurde das Kreuzgratgewölbe zerstört und später durch eine flache Decke ersetzt. Der Turm wurde nicht wieder aufgerichtet. Die große Ringmaueranlage aus dem 15. Jh. besitzt heute noch vier der früher sechs hohen Wehrtürme mit Wehranlagen, von denen der fünfeckige Pfarrersturm in den Garten des Pfarrhauses blickt. Noch im 17. Jh. wurde die Anlage mit einer zweiten Ringmauer und Zwingern verstärkt, die im nördlichen Bereich 1884 zugunsten der Schule und 1937 für den Bau des Gemeindehauses abgetragen wurden. Ort und Umgebung Die genaue Entstehungszeit von Katzendorf ist ungeklärt. Während erste urkundliche Erwähnungen vom Beginn des 15. Jh. vorliegen, entstand bereits um 1250 eine romanische Pfeilerbasilika in der heutigen Ortsmitte. Später wurde diese zur Kirchenburg ausgebaut. Das Dorf wuchs an einem Kreuzungspunkt von zwei Hauptstraßen heran und hatte über lange Zeit unter Bränden und Angriffen zu leiden. Für das 17. und 18. Jh. sind sechs Plünderungen und Großbrände dokumentiert, die jeweils einen Großteil des Dorfes in Mitleidenschaft zogen. Während eines Feuers im Jahr 1706 wurde auch die Kirche stark beschädigt und das damalige Pfarrhaus und die Schule wurden vernichtet. Heute ist Katzendorf mit seinen rund 2.500 Einwohnern ein eher beschaulicher Ort. In seiner Mitte bewohnt der siebenbürgisch-sächsische Schriftsteller und Filmemacher Frieder Schuller das evangelische Pfarrhaus. Er hat den Hof, auf dem einst sein Vater als Pfarrer lebte, wiederhergestellt und veranstaltet dort immer wieder Kulturfestivals: So wurde zum Beispiel im Jahr 2011 erstmals der Dorfschreiberpreis von Katzendorf verliehen. Projekte im Ort Seit einigen Jahren ist Katzendorf für seinen Dorfschreiberwettbewerb berühmt. Jeden Sommer wird zum Dorfschreiberfest eingeladen, bei dem alle Interessenten willkommen sind. Hier kommen Literaturfreunde auf ihre Kosten: es werden Lesungen und Vorträge angeboten und ein kulinarisches Angebot, sowie die Verleihung des Dorfschreiberpreises runden die Festivitäten ab. Für nähere Informationen und Terminanfragen wenden Sie sich bitte an den Organisator Frieder Schuller: frieder_schuller@web.de Schlüssel sind bei: Frau Markus Anna Tel.: +40/268/248 564
House Nr. 282, DJ132B 37, Cața 507040, Romania
Scholten / Cenade Die gotische Saalkirche in dem früher untertänigen Dorf Scholten stammt ursprünglich aus dem späten 15. Jahrhundert und hatte bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch einen Westturm. Fragmente des ovalen Berings sowie des südlichen Torturmes sind noch heute erhalten. Der baufällig gewordene Chor wurde im Jahr 1906 abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Die Rieger-Orgel mit neugotischem Prospekt stammt aus dem Jahr 1917. In den 1930er-, 1980er- und 1990er-Jahren unternahmen kirchliche und staatliche Behörden umfassende Konsolidierungsarbeiten und archäologische Untersuchungen an der Kirche und an den Resten der Ringmauer. Schlüssel sind bei: Herrn Simon Binder Tel.: +40/745/513 481 und +40/258/789 180
Cenade 517210, Romania
Kyrieleis / Chiraleș Im Jahr 1790 mussten die Bewohner von Kyrieleis ihre Hütten auf der Anhöhe neben der alten Kirche abreißen und im Tal, in der sächsischen Gasse, wiederaufbauen. Die kleine, fast quadratische spätgotische Saalkirche selbst wurde 1907 aufgrund ihrer Baufälligkeit abgerissen. Ein Teil des gotischen Maßwerks mit Fischblasenmotiv wurde in die Sakristei der neuen Kirche gebracht. En Neubau war schon lange angedacht gewesen, konnte aber aufgrund der aus der Zeit der Untertänigkeit rührenden Armut sowie der schrecklichen Feuerbrunst 1870 und dem Schulneubau 1875 lange nicht umgesetzt werden. Erst 1889 beschloss die Gemeinde die Gründung eines Kirchenbaufonds. Die Lizitation des Bauauftrages fand Ostern 1907 statt, der Bau begann am 31. Mai. Ein Jahr später war die neuromanische Saalkirche errichtet, deren Kirchenschiff mit einem Tonnengewölbe mit Stichkappen überführt wurde. Die Sakristei befindet sich südlich vom Chor. An der Straßenfront entstand der vorgebaute Glockenturm. Seit 1909 steht in der Kirche ein neugotischer Altar, in dessen Zentrum eine Jesusplastik aus Gips steht, eine Arbeit von Stefan Römischer aus Wallendorf. Aus der alten Kirche übernahm man das Taufbecken samt steinernem dreieckigen Fuß aus dem Jahr 1847, auf welches 1909 ein Becken gesetzt wurde. Schlüssel sind bei: Herrn Mihai Turda Tel.: +40/756/769 081  (Geschäft vis-à-vis)
Chiraleș, Romania
Kirchberg / Chirpăr In Kirchberg lässt sich noch deutlich die im 13. Jh. errichtete romanische dreischiffige Basilika in der Kirche ablesen. Der Chor mit dem Kreuzgratgewölbe und der halbrunden Apsis, sowie die Arkadenbögen zu den Seitenschiffen verblieben, ebenso wie auch der Westturm, ohne größere bauliche Veränderungen. Zur Sicherung erhielt die Kirche im 15. Jh. einen polygonalen Bering mit einem vorgelagerten Zwinger. Die Anlage war ehemals von sechs Türmen geschützt, von denen sich keiner erhalten hat. Um 1500 wurde der Westturm der Kirche mit einem Wehrgeschoss befestigt, die Kirche blieb vermutlich ohne eigene Wehrbauten. Erst 1862 wurden die Seitenschiffe und das Mittelschiff mit einer flachen Stuckdecke ausgestattet und über dem Mittelschiff wurde ein niedrigeres Dach errichtet. Der Innenraum ist durch die Ausstattung aus dem 18. Jh. geprägt. Auf der gemauerten Westempore steht die 1778 gebaute Orgel. Der Altar wurde 1795 in der Werkstatt von Johannes Folberth in Schäßburg (Sighişoara) geschaffen. Ort und Umgebung Infolge der Türkenkriege um 1500 wurde der siebengeschossige Glockenturm der Dorfkirche von Kirchberg zum Bergfried verstärkt und ist auch heute noch – über 500 Jahre später – der höchste Turm im Harbachtal (Valea Hârtibaciului). In früheren Zeiten war es in Kirchberg üblich, dass sich nach dem Gottesdienst das ganze Dorf auf dem Platz vor der Kirche zum Tanz versammelte. Ein besonders beliebter Brauch war, wie auch in anderen sächsischen Dörfern, das Maibaumaufstellen im Frühjahr. Dieser Brauch hat eine lange Geschichte und ist schon aus der griechisch-römischen Antike überliefert. Im 13. Jh. galt der Maibaum als Symbol der Lebensfreude und diente gleichzeitig zum Vertreiben des Bösen und Lebensfeindlichen. Im 16. Jh. änderte sich die Funktion des Maibaums hin zum „Liebesmaien“: Geheime Liebschaften wurden von den Burschen durch das Aufstellen des Baumes im Hof ihrer Geliebten öffentlich bekannt gemacht. Aktivitäten Dächerprogramm Träger: Leitstelle Kirchenburgen Baukosten: 1.770 EUR Zeitraum: Herbst 2007 Beschreibung: Allgemeine Reparaturarbeiten am Kirchendach und Turm, Säubern und Richten der Dachrinnen Schlüssel sind bei: Herrn Wolff Johann Tel.: +40/269/586 145
House Nr. 68, Chirpăr 557080, Romania
Kleinschenk / Cincşor In Cincsor (Kleinschenk) entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein Gotteshaus, das den Ausgangspunkt für die 1421 fertig gestellte und bis heute erhaltene Kirche bildete. Die Kirche wurde im 15. und 16. Jahrhundert schrittweise befestigt, sichtbares Zeichen aus dieser Zeit sind die Fachwerkaufbauten. Der Chor wurde mit Strebepfeilern verstärkt und zusammen mit dem Glockenturm um einen hölzernen Wehrgang erweitert. Außerdem errichteten die Dorfbewohner um die Kirche eine Ringmauer mit vier Wehrtürmen, die von Außen zusätzlich durch einen Wassergraben gesichert war. In den nachfolgenden Jahrhunderten durchlebte das Dorf schwere Zeiten, unter anderem wurde es 1599 während eines Angriffes niedergebrannt. Erst ab etwa 1850 konnte die Gemeinde aufblühen: In dieser Zeit entstand unweit des Ortes die erste Brücke über den Olt (Alt). Ort und Umgebung Im 12. Jahrhundert erreichten deutschsprachige Siedler die Ausläufer des Fogarascher Gebirges. Hier gründeten sie unter anderem das Dorf Cinc?or (Kleinschenk), das wegen seiner Lage am Ufer des Flusses Olt (Alt) eine große strategische Bedeutung hatte. Weil sich die Bewohner jahrhundertelang Angriffen erwehren mussten, bauten sie ihre Kirche in der Mitte des Dorfes schrittweise zu einer Burg aus. Dazu verwendeten sie auch Steine aus den Ruinen eines römischen Militärlagers, das sich auf einem nahe gelegenen Hügel befand. Bis heute hat die Kirchenburg ihr spätmittelalterliches Aussehen bewahrt: Zwischen Mauern und Wehrtürmen meint man, die Zeit sei seit Jahrhunderten stehengeblieben. Umgeben ist die Anlage von einem Dorf, das durch siebenbürgisch-sächsische Bauernhäuser geprägt ist. Im Unterschied zu seiner wechselvollen Vergangenheit ist Kleinschenk heute ein Ort der Ruhe, in dem in den Sommermonaten mitunter Orgelmusik aus der Kirche erklingt. Tourismus In Pfarrhaus und Schule des Kirchenburgenensembles befinden sich heute anspruchs- und liebevoll eingerichtete Gästezimmer mit siebenbürgischem Flair. Hier können sich Besucher auch kulinarisch verwöhnen lassen. Die angebotene „Neue Siebenbürgische Küche“ wird unter Verwendung frischer, regionaler Produkte zubereitet und ist ein wahrer Genuss. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.transilvania-cincsor.ro Aktivitäten EU-Projekt „18 Kirchenburgen“ Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien Baukosten: 190.000 EUR Zeitraum: 2011 – 2014 Schlüssel sind bei: Frau Carmen Schuster Tel.: +40/744/373 090 Die Öffnungszeiten gelten von April bis Oktober. Gruppen werden um Voranmeldung gebeten. Dauerausstellung: Peter Jacobi, Bilder einer Reise – Sächsische Kirchenburgen. Informationsstelle Region Siebenbürgen und Kirchenburgenlandschaft in der ehemaligen evangelischen Schule (direkt neben der Kirchenburg), Kontakt: Frau Carmen Schuster Tel.: +40/744/373 090 E-Mail: schustercarmen@yahoo.de Unterkunft: Modern ausgestattete Gästezimmer im Pfarrhaus und der ehemaligen Schule, Kontakt: Frau Carmen Schuster Tel.: +40/744/373 090 Adresse: Cincşor, Hausnr. 112 E-Mail: schustercarmen@yahoo.de Gasthaus: Gästehäuser in der Alten Ev. Schule, Pfarrhof, zwei Bauernhäuser 15 Doppelzimmer, 4 Appartements Bad, Restaurant mit regionaler Küche in der Alten Schule, Bibliothek, Aufenthaltsraum Pfarrhaus 1 Appartement Bad, Speisezimmer, Bibliothek, Aufenthaltsraum, Küche Frühstück für alle Zimmer inklusive Voll- oder Halbpension auf Wunsch W-Lan Auskunft und Buchung: online E-mail: kulturproject@gmail.com Tel.: (0040-744) 373090 Internet: www.transilvania-cincsor.ro Facebook: www.facebook.com/cincsor.casedeoaspeti/
DJ105 103, Cincșor 507261, Romania
Großschenk / Cincu Der bedeutenden Kirche in Großschenk wurde schon von Anfang an die Rolle einer Schutzwehr des Glaubens verliehen, sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinn: Der Westturm wurde Anfang des 13. Jh. errichtet und mehrfach erhöht und verstärkt. Im 18. Jh. wurden die Wehranlagen abgetragen und er erhielt seinen heutigen charakteristischen Turmhelm. Ein großer Teil der zwei ringförmigen Mauern, ausgestattet mit Basteien und Wehrtürmen, wurde abgetragen. Jedoch haben sich von den ehemaligen befestigten Gebäuden das sogenannte alte Rathaus und ein Wehrspeicher erhalten. Der Innenraum zeigt heute die Anmutung einer Hallenkirche, nachdem 1693 die Seitenschiffe zum Einbau von Emporen erhöht wurden. Die schmiedeeisernen Brüstungsgitter wurde rund hundert Jahre später hinzugefügt. Die Innenausstattung der Kirche präsentiert sich in verschiedenen Stilformen: neben dem spätgotischen Gestühl findet sich die Kanzel aus der Renaissance, Taufbecken, Epitaphien und das Gestühl der Zünfte wurden im Barock hinzugefügt, während die klassizistische Orgel die Westempore dominiert. Ort und Umgebung Wo gegen Ende des 12. Jh. die Schenke stand, die dem Ort den heutigen Namen gab, lässt sich nicht mit letzter Gewissheit sagen. Sie könnte von einem der Gräfen von Großschenk an einer ehemaligen Heerstraße erbaut worden sein. Die Gräfen, die in der Vergangenheit zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Ortes gehörten, waren Berater ihrer Gemeinde und des Landesherren, Inhaber des Richteramtes sowie zu Kriegszeiten Führer der Siedler.Aus der Anfangszeit von Großschenk ist eine Anekdote überliefert: In den Zeiten, in denen die Grenzziehung noch nicht endgültig festgelegt war, kam es zu einem Streit über die Zugehörigkeit eines Stück Landes. Während der Verhandlung zur Klärung der Besitzrechte, die direkt auf dem strittigen Acker stattfand, schwor der Großschenker Dorfälteste: „Ich stehe auf Großschenker Erde!“ Dies stimmte insofern, als dass er sich zu Hause seine Stiefel mit Erde gefüllt hatte. Auf dem Heimweg soll sein Pferd an der sogenannten „Bösen Brücke“ gestolpert sein und sich den Hals gebrochen haben. Tourismus Im Pfarrhaus gibt es die Möglichkeit zu übernachten. Das Pfarrhaus bietet insgesamt 10 Betten in 2 Zimmern, Küche mit Kühlschrank, Bad mit Waschmaschine, Esszimmer und eine Terrasse. Kontakt: Kuratorin Frau Friederike Pall: +40 (0)268 244 192 Schlüssel sind bei: Herrn Boghean Constantin Tel.: +40/784/451 853 oder +40/268/244 112 Übernachtungsmöglichkeiten: Gästezimmer im Pfarrhaus neben der Kirchenburg Ansprechperson: Frau Friederike Pall Tel.: +40/268/244 192 Weitere Möglichkeiten sind im Ort gegeben.
Cincu 507045, Romania
In der heutigen Kirche lassen sich noch die Grundzüge der romanischen dreischiffigen Basilika erkennen, die schon zur Zeit ihrer Errichtung einen sechsgeschossigen Westturm besaß. Die Anlage war bereits früh durch einen Bering gesichert, der mit Beginn der osmanischen Angriffe ab 1430 durch Wehrtürme, eine zweite Mauer und einen Wassergraben weiter ausgebaut wurde. Im Zuge dessen wurde auch die Kirche befestigt: Über dem Chor, der Apsis und den beiden Seiteneingängen wurden Verteidigungstürme errichtet, die bis auf die Traufhöhe des Mittelschiffes reichen. An der Westseite findet sich das romanische Portal mit der typischen Flechtbandornamentik. Der Turm erhielt seinen charakteristischen Helm mit vier Ecktürmchen bereits 1591. Im Innenraum sind verschiedene kostbare Altäre aus anderen Dorfkirchen aufgestellt. Diese sind aus Sicherheitsgründen hierher gebracht worden. Ort Von der Heltauer Kirchenburg erzählt man sich, dass in ihr einst ein sagenhafter Schatz versteckt worden sei. Nach zahlreichen osmanischen Überfällen richtete die Gemeinde im 15. Jh. innerhalb der Burgmauern eine verborgene Kammer ein. Der Zugang wurde mit einer massiven Eichenholztür gesichert, die sich nur durch die Betätigung einer versteckten Feder öffnen ließ. Nur wenige Eingeweihte wussten, wo sich der gut getarnte Eingang befand; selbst den Pfarrern von Heltau blieb die Kammer verborgen. Über die Jahrhunderte ging das Wissen über den verborgenen Zugang verloren. Erst zu Beginn des 20. Jh. wurde er wiederentdeckt und kann heute besichtigt werden.Nicht im Verborgenen, sondern weithin sichtbar, findet man am Kirchturm die erste Turmuhr Siebenbürgens, die ab 1425 betrieben wurde.Der Glöckner von Heltau bietet sachkundige Führungen durch die Kirchenburg sowie das angegliederte Museum an und kann zahlreiche weitere Anekdoten und Sagen berichten. Gottesdienste und Veranstaltungen In Heltau findet jeden Sonntag um 10 Gottesdienst in der evangelischen Kirche statt. In den Sommermonaten gibt es im Anschluss meist noch die Möglichkeit eines gemütlichen Beisammenseins bei dem an den Gottesdienst anschließenden Burgcafé. Auch sonst finden zu den großen kirchlichen Feier- und Festtagen zahlreiche Veranstaltungen innerhalb der Burgmauern statt, die von der sehr aktiven Heltauer Kirchengemeinde organisiert werden. Genauere Informationen unter www.ekh.ro Besichtigung: Schlüssel sind im Pfarramt Heltau, Tel: +40/269/564 597, Str. Cetăţii, Nr.1, www.ekh.ro Öffnungszeiten: Montag-Samstag 10:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr; Sonntag 11:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr, sowie auf Anfrage Übernachtungsmöglichkeiten: Gästezimmer im Pfarrhaus: 12 Betten Ansprechpartner: Pfarramt Heltau, Tel: +40/269/564 597, Internet: www.ekh.ro Gästezimmer im Elimheim: 20 Betten in 10 Zimmern Ansprechperson: Frau Marianne Banciu, Tel: +40/729/109 586, Adresse: Michelsberg, Haus Nr. 281, E-mail: elimheim@yahoo.com
Heltau 555300, Rumänien
Michelsberg / Cisnădioara Die heute im kommunalen Besitz befindliche Bergkirche von Michelsberg ist eines der wenigen nahezu unverändert erhaltenen Zeugnisse der Romanik in Siebenbürgen. Die kleine dreischiffige Basilika wurde vermutlich vor 1223 erbaut. Das vielfach gestaffelte Westportal weist besonders schöne Steinmetzarbeiten auf. Der Innenraum, der heute nichts als eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkrieges enthält, beeindruckt durch seine kontemplative Stille. Von der ursprünglichen Befestigungsanlage haben sich nur Reste des Berings mit seinen Wehrtürmen erhalten. Gleichfalls erwähnenswert ist die Pfarrkirche im Dorf unterhalb der Bergkirche, deren Befestigungsanlagen bis auf den Westturm mit seinem Wehrgeschoss verschwunden sind. Die Kirche wurde 1764 auf den Grundmauern eines gotischen Vorgängerbaus als barocke Saalkirche errichtet. Auf den aus verschiedenen Phasen der Barockzeit stammenden Ausstattungsstücken wie Gestühl und Empore finden sich bäuerlich-florale Malereien. Ort und Umgebung In Michelsberg mussten der Sage nach heiratswillige Männer vor der Hochzeit einen mächtigen Felsstein auf die Kirchenburg hinauf rollen. Dies war keine ganz einfache Aufgabe, denn die Anlage befindet sich auf einem steilen Hügel über dem Dorf. Die so auf die Burg gekommenen Steine sollten im Belagerungsfall auf die Angreifer hinab gerollt werden. Dieser Brauch wird in Teilen bis heute fortgeführt. Immer wieder berichten junge Ehemänner, dass sie während der Hochzeitsfeier mächtige Felssteine auf die Burg schleppen mussten, um ihre – ebenfalls alten Traditionen folgend – während der Feierlichkeiten entführten Bräute freikaufen zu können.In der Burg oberhalb des Dorfes findet man eine der ältesten Kirchen des Landes, die zwischen 1200 und 1250 entstanden ist. Vom Kirchenschiff aus führen zwei Treppenstollen innerhalb der mächtigen Außenmauern in die Stümpfe der niemals vollendeten Türme. Michelsberg war eines der wenigen Dörfer Siebenbürgens, das bis nach 1989 fast ausschließlich von Sachsen bewohnt war. Tourismus Gästehaus Elimheim: Das Michelsberger Elimheim ist eine ideale Adresse für Urlaub, Seminare oder Rüstzeiten nahe Hermannstadt. – 38 Plätze in Doppelzimmern mit Bad im traditionsreichen Hauptgebäude, vier Zimmer im Neubau, jeweils mit Bad, und drei Zimmer im Gartenhaus, geeignet für Jugendgruppen und Familien. Kontakt: www.evang.ro/einrichtungen-werke/kirchliche-einrichtungen/elimheim-michelsberg/ Auch sonst bietet Michelsberg zahlreiche Hotels, Pensionen und einen schönen und empfehlenswerten Campingplatz. Weitere Informationen unter: www.ananas7b.de Michelsberger Spaziergänge: Die Michelsberger Spaziergänge bilden ein Angebot im Kultursommer der Hermannstädter Umgebung. Von Ende Juni bis Ende August findet an jedem Sonntag um 17 Uhr in der barocken Dorfkirche von Michelsberg ein Ensemblekonzert statt. Was im Sommer 2007 als kleine Konzertreihe in der barocken Dorfkirche begann, wurde in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagneten. Wenn Anfangs noch Einladungen an renommierte Musik-Ensembles oder Künstler ausgesprochen wurden, hat sich diese Konzertreihe mittlerweile zu einer Top-Adresse in Südsiebenbürgen entwickelt – es ist eine Ehre für einen Künstler im Rahmen der Michelsberger Spaziergänge aufzutreten. Im Anschluss an jedes Konzert lädt die Michelsberger evangelische Gemeinde in einer einmaligen Geste der Gastfreundschaft alle Anwesenden zu Kaffee und Hanklich in den Pfarrgarten ein. Kontakt: www.evang.ro/michelsberger-spaziergaenge/ Schlüssel für die Kirche sind bei: Frau Marion Henning Tel:+40/727/111 575 Schlüssel für die Burg sind bei: Frau Carmen Schäßburger Tel:+40/726/877 782 Das landeskirchliche Elimheim steht zurzeit Ukraine-Flüchtlingen zur Verfügung. Gäste werden deswegen nicht empfangen.
House Nr.61, Cisnădioara 555301, Romania
Nach der Zerstörung der gotischen Vorgängerkirche wurden zwischen 1521 und 1524 die heute noch weitgehend erhalten gebliebene Anlage des Kirchenbaus sowie die Befestigungsmauer mit den vier Ecktürmen errichtet. 1819 wurde der Südwestturm durch den heutigen Glockenturm ersetzt. Die Saalkirche mit polygonalem Chor erhielt schon während des Baus ein Wehrgeschoss mit Pechscharten zwischen den Strebepfeilern. Die Brüstung der im Kirchenschiff dreiseitig umlaufenden Empore aus dem 18. Jh. ist mit floralen Motiven und Darstellungen von anderen Kirchenburgen bemalt. Der Orgelaltar besteht aus dem Altarunterbau von 1716, auf den 1832 eine neue Orgel gesetzt wurde. Hinter der Orgel hat sich die älteste Bauinschrift Siebenbürgens erhalten: 1524 wird hier als das Jahr angegeben, in dem der Bau der Kirche vollendet wurde. Ort Um das kleine Örtchen Klosdorf im östlichen Siebenbürgen ranken sich viele Sagen. In der Nähe des Dorfes befindet sich die Ruine einer Burg, die von den Klosdorfern „Affenburg“ genannt wurde. Auf dem Burgberg soll sich eine unsichtbare Eisentür befinden, hinter der ein wertvoller Schatz liegt. Von Zeit zu Zeit erscheint diese Tür aus dem Nichts. Sie ist jedoch nur mit der Springwurz, einer magischen Pflanze, zu öffnen. Tatsächlich hat man an diesem Ort einmal Urnenreste und eine griechische Goldmünze gefunden. Der eigentliche Schatz ist allerdings bis heute noch nicht aufgetaucht. Eine weitere Legende aus Klosdorf besagt, dass das Mädchen, welches im Frühjahr die erste Rebe mit zwei Blättchen an der unteren Gabel findet, von diesem Zweig zu dem Mann ihrer Träume geführt wird. Das Mädchen soll den Rebenzweig brechen und ihn sich auf den Hut stecken. Den ersten Mann, der ihr auf dem Heimweg vom Weingarten begegnet, darf sie küssen, da er ihr künftiger Ehemann sein wird. Aktivitäten EU-Projekt „18 Kirchenburgen“ Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien Baukosten: 140.000 EUR Zeitraum: 2010-2014 Besichtigung: Schlüssel sind bei Familie Chercheş erhältlich Tel: +40/265/711 674 oder +40/744/271 907 Adresse: Cloaşterf, Hausnr. 99
Cloașterf 547511, Rumänien
1.0 1 review
Zeiden / Codlea Die Kirchenburg in Zeiden wird von dem Glockenturm dominiert, dessen Mauern nach etlichen Bauphasen eine Dicke von fünf Metern erreicht haben. Die Kirche wurde im 13. Jh. errichtet und zwei Jahrhunderte später zu einer gotischen Saalkirche umgebaut. Die ersten türkischen Angriffe überzeugten die Bewohner, dass sie einen festen Schutz bräuchten. Folglich wurde die Anlage mit einer acht Meter hohen und zwei Meter dicken Wehrmauer umgeben, ausgestattet mit Schießscharten und Pechnasen. An der Innenseite der Mauer wurden Vorratskammern errichtet, um nicht nur das Leben der Bewohner, sondern auch ihre Güter zu sichern. Der Innenraum der Kirche wird von einer bemalten Kassettendecke dominiert, die aus 252 Tafeln besteht und zu Beginn des 18. Jh. eingebaut wurde. Nicht weniger bemerkenswert ist die Orgel aus dem Jahr 1783, eines der wertvollsten Instrumente in Siebenbürgen. Es handelt sich um ein Werk des Meisters Prause von Silenzia, das vom Maler Oelhahn mit prächtiger Malerei versehen wurde. Ort und Umgebung Vom neu gestalteten Zeidener Marktplatz aus kann man die Kirchenburg bewundern und von ihrer jahrhundertealten Geschichte träumen. Man kann versuchen, sich vorzustellen, was sich hier vor 400 Jahren zutrug, als Fürst Gabriel Báthory die Burg belagerte. Er versprach damals, das Leben der Bewohner und der zur Hilfe geeilten Krieger aus Kronstadt (Braşov) zu schonen, wenn diese freiwillig kapitulierten. Sein Wort hielt er allerdings nicht. Nachdem sie aufgegeben hatten, wurden zahlreiche Verteidiger ermordet und Báthorys Soldaten übernahmen die Burg. Die baldige Rückeroberung gelang durch die List eines Zeideners namens Thomas Göbel. Zunächst versuchte dieser, mit zwei Weinkannen unbehelligt am Burgtor vorbeizugehen. Er wurde jedoch aufgehalten und man nahm ihm den Wein ab. Scheinbar wütend ging er davon und erschien kurz darauf erneut mit zwei vollen Kannen. Unter schallendem Gelächter nahm man ihm wiederum den Wein ab. Was Báthorys Soldaten nicht wussten war, dass der Wein Schlafpulver enthielt. So konnten die Zeidener ihre Burg schnell zurückerobern. Göbel wurde zum Helden ernannt und als Belohnung zeit seines Lebens von Steuern befreit. Schlüssel sind im: Pfarramt Zeiden Tel.: +40/268/251 853 Adresse: Str. Lungă Nr. 110 E-Mail: zeiden@evang.ro oder bei Frau Hedda Bardon Tel.: +40/747/169 859 Adresse: Str. Măgurii Nr. 52 Gasthaus: Pfarrhaus 6 Betten (2 Doppelbettzimmer, 1 Zweibettzimmer) 2 Bäder, W-Lan, Außenterrasse mit Feuerstelle, Garten ist geeignet für Zelte, Küche, Pkw-Stellplätze Auskunft und Buchung: Sekretärin der Kirchengemeinde, Birgitte Vlădărean Tel.: (0040-268) 251853 E-mail: zeiden@evang.ro Internet: www.zeiden.evang.ro/gaestehaus/
Strada Lungă, Codlea 505100, Romania
Am Osthang über dem Dorf entstand zunächst eine frühgotische Basilika mit Turm. Um 1510 wurde die Kirche im Zuge der Befestigung umgebaut. Der alte Chor wurde abgerissen und durch einen hohen Chor mit polygonalem Abschluss ersetzt. Dieser wiederum wurde durch ein steinernes Wehrgeschoss verstärkt, sodass die Kirchenburg gegen den Hang verteidigt werden konnte, und der Turm erhielt ein Wehrgeschoss aus Holz. Der Chor stand etwas oberhalb des alten Schiffes, weil dieses gleichfalls vergrößert werden sollte. Als man diesen Plan aufgab, wurde der Zwischenraum nur mit einem schmalen Joch geschlossen. Während der Chor sein ursprüngliches Sterngewölbe und die Maßwerkfenster aus der Bauzeit behielt, wurde das Kirchenschiff 1795 barock überformt. Auf der Nordseite des Chores befindet sich eine auf 1519 datierte zweigeschossige Sakristei, in deren Obergeschoss eine Kapelle eingerichtet war. Von der Ausstattung der Kirche sind vor allem das Renaissance-Portal zur Sakristei und der klassizistische Altar erwähnenswert. Ort Der Ort Großkopisch wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jh. gegründet. Seit Beginn des 14. Jh. wurde von den Siedlern eine Kirche aus Stein errichtet, deren Grundmauern trotz zahlreicher Um- und Ausbauten bis heute erhalten geblieben sind. Ursprünglich aus deutlich weniger langlebigen Materialien bestanden die Wohnhäuser des Ortes: Das Holz der umliegenden Wälder war in der Gründungszeit der wichtigste Baustoff. Ritzen zwischen den Balken wurden mit Moos und Lehm verstopft, die Dächer deckte man nach der Weizenernte mit Stroh. Mit den sogenannten Schlemmen – ausgedehnten Tierblasen – wurden die Fenster bespannt, durch die nur ein schwacher Lichtschein in die dahinter liegenden Räume dringen konnte. Erst im 18. und 19. Jh. wurde es üblich, Wohnhäuser aus Mauerziegeln zu errichten. In dieser Zeit entstanden die typisch siebenbürgisch-sächsischen Gehöfte, die noch heute die Wege des Dorfes säumen. Aktivitäten Im Jahr 2011 führte die damalige Leitstelle Kirchenburgen in Zusammenarbeit mit dem Bezirkskonsistorium Mediasch Notreparaturen am Dach durch, die überwiegend aus Spenden der HOG finanziert werden konnten. Seit dem August 2016 engagiert sich Sabine Reither für die Kirche. Sie bemüht sich  in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kirchenburgen und dem Bezirkskonsistorium Mediasch um die Organisation von Reparaturen an dem Bauwerk. 2020 gründete sie den deutschen Verein Pro Groß Kopisch e.V. um künftige Tätigkeiten zu koordinieren und Spenden zu verwalten. 2018 wurde das Dach des Kirchenschiffs überstiegen und gerückt. Dabei wurden 10.000 alte Ziegel gegen traditionell hergestellte Biberschwanzziegel ausgetauscht. Nur die 300 benötigten Firstziegel mussten neu gekauft werden. 54m Balken und 3.700m Dachlatten wurden erneuert. Besondere Schwierigkeiten machte die Anschlussstelle zwischen Glockenturm und Kirchenschiff, da hier die größten Schäden vorhanden waren. Alle Regenrinnen, Fallrohre und Rinnsteine wurden ausgetauscht, bzw. neu angebracht. Die für die Reparatur benötigte Summe von 15.500 Euro konnte aus Spendengeldern gezahlt werden. Weitere Arbeiten sind 2019 geplant. Besichtigung: Schlüssel sind bei Herrn Sebastian Ghiuri Tel: +40/733/262 089 
Copșa Mare 557046, Romania
Großau / Cristian In der einst zweitgrößten Gemeinde des Gerichtsbezirks (Stuhl) von Hermannstadt (Sibiu) entstand aus der romanischen Kirche durch Neubau eines polygonalen Chores mit zwei Seitenkapellen im 14. Jh. sowie Umbau des Mittelschiffes im 15. Jh. eine lichte Hallenkirche. Der 1480 beauftragte bedeutende Baumeister Andreas Lapicida ließ die Seitenschiffe erhöhen und die Arkaden zum Mittelschiff durch Pfeiler ersetzen. Über dem Mittelschiff entfaltet sich ein spätgotisches Netzgewölbe. Der romanische Westturm wurde im Zuge der Befestigung mit einem Wehrgeschoss erhöht, das später durch das heutige Turmdach ersetzt wurde. Der doppelte Bering schließt einen schmalen Zwinger ein, der um 1550 auf der Nordseite durch einen weiteren Vorhof erweitert wurde. Die überwiegend aus dem 18. Jh. stammende Innenausstattung findet ihren Höhepunkt in dem üppig verzierten Barockaltar von 1729. Großau gehört zu den drei Dörfern, die ab 1756, nach der Entvölkerung durch Pestepidemien, von Wien aus mit Protestanten – den Landlern – zwangsbesiedelt wurden. Ort Großau entstand in der Mitte des 12. Jh. und ist damit nicht nur eine der ersten sächsischen Ortschaften Siebenbürgens, sondern auch rund 100 Jahre älter als Berlin oder München. Die Siedlung entwickelte sich vor den Toren Hermannstadts schnell zu einer der größten Gemeinden der Region. Aus der Mitte des 17. Jh. wird von einem einschneidenden Ereignis berichtet: Ein großes Türkenheer, das von Hermannstadt nach Weißenburg (Alba Iulia) zog, konnte von einem Adligen dazu bewegt werden, kampflos an der Kirchenburg von Großau vorbeizuziehen. Nachdem jedoch ein betrunkener Großauer auf die Truppen schoss, erstürmten diese die Kirchenburg. Dabei gelang es den Angreifern nicht, den Kirchturm, in dem sich die Dorfbewohner verschanzt hatten, einzunehmen. Deshalb entzündeten sie Holz und Stroh an dessen Fuß und erstickten so die Verteidiger. Danach wurde die ganze Gemeinde niedergebrannt. In der heutigen Zeit werden die Kirchenburg und das umgebende Dorf alljährlich aus der Luft eingenommen: Etliche Storchenpaare bauen hier ihre Nester und ziehen jedes Jahr rund 80 Jungstörche auf. Tourismus Das Pfarrhaus innerhalb der Kirchenburganlage bietet Übernachtungsmöglichkeiten in einzigartigem Ambiente an. Anmeldungen können über Maria Mărășescu, tel: +40/751/146 061 oder das Pfarramt Neppendorf  +40/269/228 865, gemeindebuero@kirche.neppendorf.de erfolgen. Schlüssel sind bei: Maria Mărășescu Tel.: +40/751/146 061 Gasthaus: in der Kirchenburg und im Pfarrhaus 7 Zimmer mit 27 Betten Küche, Bad, Parkplatz im Hof auch für Wohnmobile Pfarrscheune für Hochzeiten, Familien- und Klassentreffen geeignet (bis zu 250 Personen) Auskunft und Buchung: Maria Marasescu Tel.: (0040-269) 579350 oder (0040-751) 146061 Pfarramt Neppendorf Tel.: (0040-269) 228865 E-mail: gemeindeneppendorf@gmail.com Pension Kaspar Adresse: XI Gasse, Nr. 20 4 EZ, 7 DZ, 2 Appartements mit je 2 Zimmern Bad, Frühstücksraum, Parkplatz im Hof Auskunft und Buchung: Kaspar Tel.: (0049-7131) 380239
5.0 1 review
Neustadt bei Kronstadt / Cristian Der Glockenturm der Kirche von Neustadt ist die einzige Reminiszenz an die frühgotische Basilika, die 1839 vollständig abgetragen und durch den klassizistischen Neubau einer Hallenkirche ersetzt wurde. Der Turm besaß zu dieser Zeit bereits seinen spitzen Turmhelm mit den vier Ecktürmchen von 1803. Sein Portal und die darüber liegende Fensterrose datieren aus der frühen Bauzeit. Der Innenraum der Kirche wird durch die Pfeilerpaare der fünf Joche gegliedert, die mit böhmischen Kappen überspannt sind. Altar und Kanzel entstanden mit dem Bau der Kirche. Die Kirche wird noch immer von ihrem doppelten Bering umgeben, der über drei Jahrhunderte erbaut, erweitert und mit neun Türmen verstärkt wurde, von denen acht überdauert haben. Bemerkenswert in Neustadt sind auch das gegenüber der Kirche liegende klassizistische Pfarrhaus und das unweit gelegene Kulturhaus von 1926/27 mit einer sichtbaren Dachkonstruktion aus Holzlamellenträgern. Diese Dachform, das Zollingerdach, wurde von dem Merseburger Stadtrat namens Friedrich Zollinger zu Beginn des 20. Jh. entwickelt. Ort und Umgebung Die Neustädter Kirchenburg ist mit ihrer doppelten Ringmauer und den acht gut erhaltenen Wehrtürmen ein besonders beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur. Das Dorf entstand im 13. Jh., nachdem der Deutsche Ritterorden mehrere Burgen in der Region errichtete hatte und deutsche Siedler anwarb. Der Sage nach wurde in der Umgebung von Neustadt einst der Sohn eines einflussreichen Gräfen von seinem Vater verstoßen und enterbt, weil er eine unerwünschte Frau liebte. Seine weichherzige Mutter übergab ihm als Entschädigung eine flussabwärts am Weidenbach (Ghimbav) gelegene Mühle sowie den dazugehörigen Grundbesitz. Dort ließ sich der Sohn mit seiner Frau nieder und gründete eine Familie. Mit der Zeit zogen es immer mehr Familien vor, aus der Nähe des hartherzigen Gräfen wegzuziehen. Sie siedelten sich stattdessen um die Mühle an und gründeten so Neustadt.Der Ort liegt am Fuße des Schulers (Postăvarul), einem Berg, an dem sich heute mit der Schulerau (Poiana Braşov) eines der bekanntesten Wintersportgebiete Rumäniens befindet. Schlüssel sind bei: Familie Homorozan Tel.: +40/744/681 074 Bitte um rechtzeitige Anmeldung!
DJ112B, Cristian 507055, Romania
Deutsch-Kreuz / Criț Die klassizistische Saalkirche mit Chor und westlichem Glockenturm entstand zwischen 1810 und 1813 nach Abbruch des Vorgängerbaus, der erstmals 1270 erwähnt wurde. Über das Aussehen dieser historischen Kirche ist jedoch nichts bekannt. Es wird aber vermutet, dass sie in einer Zeichnung auf einem mit 1793 datierten Gestühl in der Kirche dargestellt ist. Die Ausstattung der Kirche, bestehend aus Orgelaltar, Kanzel und Taufbecken, stammt sowohl aus der Bauzeit als auch von 1822. Von den Wehranlagen des 15. Jh. hat sich der Bering mit vier Türmen erhalten, ein fünfter Turm stürzte 1925 ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Auf der Südseite, am Rande des ehemaligen Zwingers, steht die heute nur noch als Ruine erhaltene alte Schule. Ort und Umgebung Die Kirchenburg des Dorfes Deutsch-Kreuz, in dem vor mehr als 400 Jahren das erste siebenbürgische Dorfschulrecht erlassen wurde, liegt auf einer Anhöhe innerhalb des Ortes. Diese Lage erforderte in der Vergangenheit einen Burghüter, der ein geschickter Handwerker, im besten Fall Schuster, sein musste. Der Aufstieg zum Gotteshaus ist etwas beschwerlich und führt über einen Weg aus runden Flusssteinen. Vor allem Frauen passierte es am Morgen des heiligen Sonntags häufig, dass ihnen auf dem Weg zur Kirche die Absätze, welche damals noch mit Hufeisen beschlagen waren, abbrachen. Deshalb musste an Ort und Stelle ein Schuster bereitstehen, der eilige Reparaturen vor dem Kirchgang durchführen konnte. Die Kirchenburg liegt zusammen mit dem überwiegend in historischer Gestalt erhalten gebliebenem Dorf in einer verträumten Hügellandschaft, die zu Wanderungen in benachbarte Dörfer und zu weiteren Kirchenburgen einlädt.Im Ort findet man Übernachtungsmöglichkeiten in mehreren liebevoll restaurierten Bauernhäusern. Aktivitäten EU-Projekt „18 Kirchenburgen“ Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien Baukosten: 270.000 EUR Zeitraum: 2010-2014 Schlüssel sind bei: Herrn Dietmar Depner Tel.: +40/740/597 493 In den Sommermonaten täglich geöffnet. Gruppen werden um Voranmeldung bei Herrn Depner gebeten. Gasthaus: Begegnungsstätte "Casa Kraus" Adresse: Haus Nr. 25 10 Doppelzimmer Restaurant, Konferenzzentrum für Gruppen mit bis zu 50 Personen Radtouren, Reiten, Wander, Trüffeljagd, Städtetouren, Kirchenburgen, Schlösser u.a. Deutschsprachige Betreuung vor Ort Auskunft und Buchung: online E-mail: rezervari@casa-kraus.ro Tel.: (0040-743) 255553 Internet: www.casa-kraus.ro Casa Schmidt Adresse: Haus Nr. 113 9 Doppelzimmer in 2 Gebäuden großer Innenhof Auskunft und Buchung: wie oben Gästehaus Adresse: Haus Nr. 217 1 Doppelzimmer, 1 Einzelzimmer Bad, Küche, Terrasse, Backstube, großer Hof Auskunft und Buchung: Mihai Eminescu Trust Tel.: (0040-724) 000350 E-mail: booking@experiencetransylvania.ro Internet: www.experiencetransylvania.ro
Criț 507036, Romania
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Kirtsch / Curciu Nahezu unverändert erhalten hat sich die im frühen 14. Jh. errichtete Kirche von Kirtsch. Ihre besondere Bedeutung erhält die dreischiffige Basilika mit polygonalem Chor und Westturm durch die reichen Werksteinarbeiten im Innen- und Außenbereich. Im Chor finden sich gut erhaltene Maßwerkfenster und am Turm typisch gotische Zwillingsfenster. Die bildhauerischen Arbeiten an den Portalen, dem Turm, den Fenstern und den Strebepfeilern sowie im Innenraum an Kapitellen, Schlusssteinen, den Sedilien und der Sakristeitür sind um das Jahr 1427 entstanden. Anfang des 19. Jh. wurden die Seitenschiffe erhöht, sodass der Querschnitt einer Hallenkirche entstand. Gleichzeitig erhielten Langhaus und Seitenschiffe stuckierte Flachdecken. Das Wehrgeschoss des Turmes wurde 1913 zugunsten des heutigen mit Zinkblech gedeckten spitzen Turmhelmes abgetragen. Von den Wehranlagen haben sich der Bering mit dem ursprünglich als Eingang genutzten Torturm sowie eine in die Ringmauer integrierte gotische Kapelle erhalten. Ort Ein besonderer Schatz unter den siebenbürgischen Dörfern ist Kirtsch. Dieser romantische Ort liegt in einem Weinanbaugebiet nordöstlich von Mediasch (Mediaş), eingebettet in Hügel und Wälder. Die Natur in der Umgebung von Kirtsch ist besonders grün und üppig. Zurückzuführen ist dies auf die Lage zwischen der Kleinen Kokel (Târnava Mică) und der Großen Kokel (Târnava Mare), in dem sogenannten Zweistromland. Inmitten des Dorfes auf einem Hügel erhebt sich die Kirtscher Kirchenburg. Die Wehranlage betritt man über den Torturm. In der Burg steht eine Kapelle mit einem Ossarium, einem Raum, in dem früher die Gebeine der Verstorbenen aufbewahrt wurden. In der Kirche befinden sich viele wunderschöne Bauplastiken aus dem 15. Jh., die typisch für die Region rund um Mediasch sind. Auf der reich gestalteten Westfassade sind beispielsweise ein Vogel, eine Maske und ein Ungeheuer mit einem Menschenkopf zwischen den Pfoten dargestellt. Schlüssel sind bei Frau Dana Crişan  Tel: +40/269/257 361 oder +40/742/077 290  direkt neben der Kirchenburg 
Curciu, Romania
Stein / Dacia Bereits im 13. Jahrhundert stand in Stein eine turmlose dreischiffige romanische Pfeilerbasilika. Im 15. Jahrhundert umgab man diese Kirche mit einer sechs bis acht Meter hohen Wehrmauer in Form eines unregelmäßigen Vierecks. Es kann angenommen werden, dass zwischen dieser Mauer und der Kirche einst eine weitere Wehrmauer stand. Beim Ausbau zur Wehrkirche um 1500 trugt man die Seitenschiffe ab und mauerte die Arkadenbögen des Mittelschiffes sowie die Obergaden zu. Darüber hinaus erhielten der Chor und das Schiff einen Wehrgang sowie ein Wehrgeschoss. Wenige Jahre später wurde über dem Mittelschiff ein Tonnengewölbe mit Stichkappen errichtet, auf welchem die Jahreszahl 1517 zu lesen ist. Die Bewohner Steins verlängerten im Jahr 1845 die Kirche nach Westen hin und trugen das Wehrgeschoss sowie die Bogen zwischen den Strebepfeilern ab. Einst standen in den vier Ecken der Ringmauer Türme, doch in neuerer Zeit entschied man sich, den Südwestturm abgetragen, um Platz für den Bau eines Saals und der Schule zu schaffen. Ein fünfter Turm, der Glockenturm, stürzte während des Erdbebens 1738 ein, wurde jedoch 1763 wiederaufgebaut. Beim Graben für die Fundamente des Glockenturms stieß man auf einen Inschriftenstein sowie die Reste einer Römerstraße. Schlüssel sind bei: Herrn Michael Konnerth Tel.: +40/740/491 797
DJ105A, Dacia 507111, Romania
Denndorf / Daia Die Fertigstellung der ersten Saalkirche von Denndorf wird im Schlussstein des Chores mit der Jahreszahl 1447 angegeben. Die Kirche besaß zu diesem Zeitpunkt noch keinen Turm. Dieser wurde erst zu Beginn des 16. Jh. im westlichen Teil gesetzt, als man die Kirche befestigte. Doch es gab bereits den beeindruckenden, bis 1834 als frei stehender Campanile in klassizistischen Formen errichteten Glockenturm außerhalb der Burg, der zu den höchsten des Landes zählt. Zur Verteidigung wurde der Chor durch ein Wehrgeschoss erhöht sowie die Kirche mit einem Bering umgeben. Der Bering hatte zur Verstärkung zwei Wehrgebäude. Das westliche ist heute nur noch eine Ruine, das östliche vermittelt aber noch einen guten Eindruck eines zu Verteidigungszwecken errichteten Nutzgebäudes. Die Wehranlagen der Kirche wurden im 19. Jh. nach und nach beseitigt. Im Kirchensaal wurde 1884 eine Flachdecke eingezogen, der Chor dagegen behielt sein spätgotisches Rippengewölbe. Von der Innenausstattung der Kirche haben sich nach Aufgabe der Nutzung durch Gottesdienste nur die Empore und das Gestühl erhalten. Ort und Umgebung Nur über eine unbefestigte Schotterstraße, die einige Kilometer parallel zum Schaaser Bach (Şaeş) verläuft, ist Denndorf zu erreichen. Man passiert ausgedehnte Weideflächen, auf denen Schäfer mit ihren typischen Sennhüten zu erkennen sind. Weithin sichtbar ist der Glockenturm – das Wahrzeichen des Dorfes, welches erstmals Ende des 13. Jh. urkundlich erwähnt wurde. Historische Dokumente aus dem 14. Jh. lassen vermuten, dass es in der Umgebung ursprünglich auch einen Ort namens Kleindenndorf gab. Denndorf hatte eine für Siebenbürgen typische Entwicklung. Zu Beginn des 16. Jh. zählte man im Dorf 72 Bauern, es gab eine Mühle und eine Schule. 1605 überstanden die Dorfbewohner einen Angriff von vorbeiziehenden Szeklertruppen in der Kirchenburg. Knapp 200 Todesopfer forderte dann allerdings im frühen 18. Jh. die Pest.Heute macht vor allem Lage weitab der großen Straßen den besonderen Reiz des Ortes aus. Selbst das rund 10 km östlich von Denndorf gelegenen Keisd (Sachiz), zu dem früher eine enge Bindung bestand, erreicht man nur noch über einen Wanderweg, der durch die Wiesen führt. Aktivitäten Die Denndorfer Kirchenburg und der Glockenturm waren dem Verfall preisgegeben bis sich 2013 der Siebenbürger Sachse Uwe Hann der Sache annahm. Er gründete den rumänischen Verein Asociatia Sapte Brazi, der in Partnerschaft mit dem schon älteren deutschen Verein Bona Fide International e.V., die historischen Gebäude vom Bezirkskonsistorium vertraglich übernahm. Ziel ist es, das architektonisch einzigartige Ensemble zu schützen, zugänglich zu machen und kulturell neu zu nutzen. So konnten bisher Reparaturen am Dach und an den Fußböden des Glockenturmes und die Restaurierung der Turmuhr finanziert werden. Die Stiftung Kirchenburgen möchte diese Initiative unterstützen:  wir beraten in der Denkmalpflege, bringen interessierte Menschen in das abgeschiedene Dorf und machen auf die gefährdete Situation aufmerksam. Ein Kurzgutachten zum Zustand der Kirche wurde bereits erstellt und wir sind zuversichtlich, dass es in Denndorf in nächster Zeit vowärts gehen wird. Zu unserer großen Freude konnten wir Denndorf in ein 2-jähriges Restaurationsprojekt des Amerikanischen Ambassadors Fund for Cultural Preservation (AFCP) integrieren. Der AFCP unterstützt bei der Erhaltung kultureller und historischer Monumente, wie es die Kirchenburgen sind. Die aktive Phase des Projektes beginnt 2017 und wir werden über Entwicklungen hier auf unserer Seite berichten. Dächerprogramm Träger: Leitstelle Kirchenburgen Baukosten: 1.200 EUR Zeitraum: Herbst 2007 Beschreibung: Dach des südlichen Kirchenschiffes gedeckt, Nachstecken von sämtlichen Ziegeln auch am Dach des benachtbarten Glockenturms. Unsere Partner Verein Asociatia Sapte Brazi und Bona Fide International e.V. Ambassadors Fund for Cultural Preservation (AFCP) Schlüssel sind bei: Herrn Uwe Hann ehemaliges Pfarrhaus Tel.: +40/722/551 746 e-mail: office@bona-fide-ev.de
Daia, Romania
Thalheim / Daia (SB) Im 13. Jahrhundert wurde in Thalheim eine dreischiffige romanische turmlose Basilika errichtet. Erhalten geblieben sind die Umfassungsmauer, die Rundbogenarkaden und das zugemauerte Westportal. Um 1500 erhielt der Chor seinen polygonalen Abschluss und ein Kreuzgratgewölbe mit Stichkappen. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die einfache Sakramentsnische, die Seitenschiffe sowie die Strebepfeiler am Chor. Der Barockaltar ist auf 1797 datiert, das Mittelbild zeigt den Gekreuzigten mit Maria und Johannes. Die mechanische Orgel erbaute um 1800 Johannes Hahn jun. Umgeben ist die Kirche von einer einfachen Ringmauer mit ovalem Grundriss. Schlüssel sind bei: Herrn Johann Hopprich Tel.: +40/269/584 325
DJ106S, Daia, Romania
Dunesdorf / Daneş 1506 wurde die kleine spätgotische Saalkirche von Dunesdorf turmlos errichtet. Der Turm und ein Wehrgeschoss an der Westseite der Kirche wurden erst 1927 gebaut. Durch den Bezug auf die 800-jährige Geschichte der Siebenbürger Sachsen sollte wohl ein Zeichen der Selbstbehauptung gegenüber des seit 1918 existierenden großrumänischen Staates gesetzt werden. Von dem historischen Bering haben sich nur Reste auf der Südseite sowie ein kleiner Torturm mit einem Wachtürmchen erhalten. Die Innenausstattung der Kirche stammt aus verschiedenen architektonischen Phasen: das Taufbecken und die Kanzel aus dem Barock, der Altar aus dem Jahr 1878 und die Orgel von 1920. Der Kirchensaal erhielt sein heutiges Gewölbe 1868. Ort und Umgebung Dunesdorf, einige Kilometer westlich von Schäßburg (Sighişoara) gelegen, wird erstmals Mitte des 14. Jh. urkundlich erwähnt. Die Berichte aus der Folgezeit sind voll von Not und Elend. So ist ein Steuernachlass für 1503 und 1507 wegen großer Armut des Ortes dokumentiert. Um 1507 brannte das Dorf vollständig nieder. Keine 50 Jahre später (1555) geschah dies erneut. Zu Beginn des 17. Jh. lag der Ort größtenteils brach, infolge von Bürgerkriegen war die Zahl der ansässigen Landwirte innerhalb von nur 15 Jahren von 90 auf 7 gefallen. Aufgrund der schleppenden Entwicklung des Dorfes in der Folgezeit wurden ab 1656 jedem Ansiedlungswilligen Steuerfreiheit und weitere Vergünstigungen angeboten, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. 1658 kam es zur erneuten Zerstörung des Ortes durch angreifende türkische Truppen. Erst ab 1665 konnte Dunesdorf von Schäßburg aus neu besiedelt werden. Trotz der beschriebenen Probleme vor Ort geht die Entstehungsgeschichte der Kirchenburg, in der bis heute regelmäßig Gottesdienste stattfinden, auf den Beginn des 16. Jh. zurück. Anmeldung über das Pfarramt Dunesdorf Tel.: +40/265/773 804 Herr Pfr. Martin Türk-König
Daneș 547200, Romania
Durles / Dârlos Die kleine turmlose Saalkirche aus dem 15. Jh. ist nahezu unverändert erhalten geblieben. Um 1500 wurde der Chor erneuert und die Decke über dem Saal stammt aus einer Umbauphase im 19. Jh. Von der einstigen Ringmauer sind keine Reste erhalten geblieben. Ihre Bedeutung erlangt die Kirche durch Baudetails und die Ausmalung: An dem dreifach gestaffelten Trichterportal in der Westfassade mit dem fein gearbeiteten Kämpfer sind noch Reste der Bemalung zu erkennen. In Stein gehauen finden sich im Chor an den Konsolen der Rippen figürliche Darstellungen. Maßwerke, Sakristeiportal, Sakramentsnische und Sedilien sind ebenso kunstvoll verziert. Im Chor werden zurzeit großflächige Malereien freigelegt, die neben einer Vorhangdekoration noch nicht näher bestimmte biblische Szenen zeigen. Auf den Außenwänden des Chores hat sich mit den Fragmenten von Fresken ein einmaliges Zeugnis erhalten. Die Darstellungen aus der Passion Christi ähneln den Malereien an moldauischen Klöstern aus der ersten Hälfte des 16. Jh. Ort und Umgebung Von besonderer Bedeutung ist der Name des Dorfes Durles. Es wird angenommen, dass Durles „Sehnsuchtsland“ bedeutet. Der Ortsname lässt sich aber auch aus dem sächsischen “duer los” ableiten, was mit “lass sie dort leben” übersetzt werden kann. Für beide Varianten gibt es eine gemeinsame geschichtliche Parallele: In der Dorfmonografie wird über den rumänischen Adligen Simion berichtet, der Durles im 14. Jh. mit solch fürsorglicher Hand regiert haben soll, dass viele Leibeigene aus der Umgebung hierher zogen. Demnach verschmelzen im Ortsnamen die zwei Herleitungen “Land, nach dem man sich sehnt” und “lass sie dort leben”.Das Kirchenbauwerk vereint Elemente verschiedener geschichtlicher Epochen: Die Kirche stammt zwar aus dem 15. Jh., sie enthält aber Spolien aus der Zeit des Römischen Reiches (ca. 2. Jh. n. Chr.). Bemerkenswert ist ein Relief an einem Strebepfeifer, das einen Büffelkopf mit Schlangenkörper darstellt. Man vermutet, dass dieser Pfeiler einst als Teil eines unterirdischen Tempels dem Gott Mithras gewidmet war. Der Mithraskult war eine Mysterienreligion nicht christlicher Römer. Schlüssel sind bei: Herrn Gabra Alexandru Tel.: +40/756/551 324
Dârlos, nr. 269, in churchyard on the right side, Romania
Schönberg / Dealu Frumos Die romanische dreischiffige Basilika aus dem 13. Jh. wurde durch Befestigungsanlagen um 1500 stark überformt. Die ursprünglich turmlose Kirche erhielt durch Überbauung der beiden westlichen Joche des Mittelschiffes einen Wehrturm mit Kampfplattform und der quadratische Chor wurde durch Mauern so verstärkt, dass hier ein weiterer Wehrturm errichtet werden konnte. Gleichzeitig wurden die beiden Seitenschiffe erhöht und die Kirche so zu einer Hallenkirche umgebaut. Mittel- und Seitenschiffe erhielten ein feines Netzrippengewölbe. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der rechteckige Bering mit den vier Ecktürmen errichtet, möglicherweise als Ersatz für eine ältere Anlage. Die im 16. Jh. und 17. Jh. errichteten Wehrgebäude dienten zum Teil auch als Wohnraum. Auf der Südseite wurde das Ensemble 1914 durch den Neubau des Gemeindehauses ergänzt. Aus vorreformatorischer Zeit hat sich über dem Triumphbogen ein um 1425 entstandenes Kruzifix erhalten. Ort und Umgebung Über die bewaldeten Hügel am Rande des Harbachtals (Valea Hârtibaciului) erreicht man Schönberg. Schon von Weitem ist die gut erhaltene Kirchenburg mit ihren weißen Mauern und roten, ziegelgedeckten Türmen zu erkennen. Die Burg wurde in der Mitte des Dorfes angelegt, damit sie bei Angriffen von allen Bewohnern schnell erreicht werden konnte. Wenn die Zeit reichte, wurde auch das Vieh hinter die Mauern getrieben, um es nicht den Feinden zu überlassen. Innerhalb der mächtigen Burgmauern wurden in den sogenannten Fruchthäusern Lebensmittel, Getreide und Speck gelagert. In der ersten Hälfte des 16. Jh. musste der Burghof wegen der angewachsenen Bevölkerung erweitert werden. 100 Jahre später wurde noch einmal ein Teil der Ringmauer nach außen verlegt, um Platz für ein weiteres Fruchthaus zu schaffen. Aus- und Umbauten erfolgten in gemeinschaftlicher Arbeit der Dorfbevölkerung. Die laufende Pflege einzelner Abschnitte wurde den verschiedenen Zünften des Dorfes übertragen. Schlüssel sind bei: Herrn Martin Maurer Tel.: +40/749/519 312
Dealu Frumos, Romania
Deutsch-Zepling / Dedrad Die alte Kirche von Deutsch Zepling wurde 1873 abgetragen, schon zuvor war sie wegen Einsturzgefahr geschlossen. Die zwischen 1876 und 1884 erbaute Saalkirche mit Glockenturm und Sakristei wurde von Michael Seyfried entworfen. Ihr Bau musste zwischenzeitlich aus Geldmangel unterbrochen werden. Baumeister war Johann Müller aus Reen. Die Kirche wird durch jeweils vier große Fenster auf der Nord- sowie auf der Südwand beleuchtet. Unter den Fenstern befinden sich Emporen, die Orgelempore im Westen liegt auf zwei Holzsäulen. Ein spitzer Triumphbogen trennt den Chor vom Schiff. Eingeweiht wurde die Kirche 1884 von Bischof Georg Daniel Teutsch. Der neugotische Altar mit reicher Verzierung zeigt im Mittelbild Jesus, der auf dem Meer wandelt. Die Orgel von der Firma Wegenstein aus dem Jahr 1928 wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Dorf Schätzungen gehen davon aus, dass im 1. Weltkrieg im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn insgesamt 43.000 Kirchenglocken beschlagnahmt wurden, um den ungeheuren Bedarf  an Buntmetallen für Granaten und Munition zu decken. Wie viele sächsische Gemeinden, verlor auch Zepling auf diese Weise zwei ihrer drei Glocken. Im Jahr 1923 beschloss die Gemeindevertretung, zwei neue Glocken zu erwerben, um den Dreiklang wieder herzustellen. Beauftragt wurde die Firma Schilling & Lattermann aus dem thüringischen Apolda. Am 20. Juli 1924 konnten die Zeplinger ihre beiden neuen Glocken, die eine wog 400 kg, die andere 1.600 kg, am Reener Bahnhof feierlich in Empfang nehmen. Die kirchlichen Blätter halten dazu fest: „Deutsch-Zepling, die größte, die best disziplinierte und tüchtigste, aber auch die sächsischste der Gemeinden im Reener Kirchenbezirk, ist auch die erste, die den feierlich erhebenden, jahrelang verstummten Glockendreiklang wieder vernimmt, auch ein Ergebnis ihrer Tüchtigkeit. Denn 200.000 Lei neben den bekannten sonstigen Lasten in so kurzer Zeit aufzubringen, wie in Zepling, das ist eine Leistung und ein guter Beweis für den Geist, der dort herrscht…“ Schlüssel sind bei: Herrn Johann Göttfert Tel.: +40/743/304 704
House Nr. 205, Dedrad 547086, Romania
Draas / Drăușeni Mitte des 13. Jh. wurde die romanische Pfeilerbasilika mit Westturm, Chor und Apsis als Ersatz für eine frühe Kirche des 12. Jh. vollendet. 1494, beim Ausbau zur Wehrkirche, erhielten Turm, Schiff und Chor Wehrgeschosse. Die Mauern des Chores wurden dazu verstärkt und bis zur Traufe des Schiffes erhöht, die Seitenschiffe wurden abgebrochen und vermauert. Im Zuge dessen wurde das Areal mit einer bis heute erhaltenen 8 Meter hohen Ringmauer mit fünf Basteien umgeben. Das romanische Westportal zählt zu den bedeutendsten Steinmetzarbeiten Siebenbürgens. Vom romanischen Bau haben sich außerdem die heute als Fenster genutzten Zwillings-Blendarkaden und die vermauerten runden Obergadenfenster erhalten. Seit langer Zeit finden hier Restaurierungsarbeiten statt, dabei wurden auch großflächige Fresken freigelegt. Die ebenso kostbare Innenausstattung von 1638, für die Bauarbeiten zunächst ausgelagert, wurde später zur Sicherung auf andere Kirchen verteilt. Ort und Umgebung Die mächtigen Steinmauern der Kirchenburg von Draas bergen eine der bedeutungsvollsten Legenden Siebenbürgens. Es heißt, dass die ersten deutschen Siedler dem ungarischen König ewige Treue schworen, indem sie zwei Schwerter in das Erdreich steckten und dadurch das Zeichen eines Kreuzes bildeten. Solange die zwei Schwerter existierten, würden die Siedler den Königsboden beschützen. Doch nach dem Verlust der Schwerter, so warnt die Legende, würden auch die Siebenbürger Sachsen aus Siebenbürgen verschwinden. Die Waffen wurden nach dem Schwur an die Grenzen des Königsbodens geschickt – ein Schwert nach Broos (Orăştie), das andere nach Draas. Als Sinnbild der sächsischen Tapferkeit und Treue sowie als Beispiel für die Entwickelung der Waffentechnik der Siedler wurde ein aus dem 16. Jh. stammendes Schwert bis zum Beginn des II. Weltkrieges in der Kirche von Draas aufbewahrt. 1944 ging es in den Kriegswirren verloren. Bis heute sind die beiden Schwerter Teil des Wappens von Hermannstadt (Sibiu). Schlüssel sind bei: Frau Ella Kosa Tel.: +40/724/456 899
House Nr. 87, DJ132B, Drăușeni 507042, Romania
Tobsdorf / Dupuș Der Bau der kleinen Tobsdorfer Saalkirche wurde vermutlich 1524 beendet – diese Jahreszahl zumindest steht an der Westwand hinter der Orgel. Die Kirche ist dem Schutzpatron des Dorfes, dem Heiligen Tobias, gewidmet. Über Saal und Chor erhebt sich das Wehrgeschoss, bedeckt von einem stabilen Walmdach. An der Basis des Wehrgeschosses ist ein bemaltes Gesims zu sehen. Der Zugang erfolgt über ein Treppentürmchen mit Wendeltreppe in der Nordwestecke der Kirche. Nach einer grundlegenden Renovierung im Jahr 1741, folgten 1904/05 weiter Reparaturarbeiten und 1969 schwierige Konsolidierungsarbeiten am Gewölbe der Kirche. Ursprünglich war die Kirche mit einer etwa sieben Meter hohen Wehrmauer umgeben, welche die Tobsdorfer jedoch 1901 teilweise abtrugen, um damit eine neue Schule zu bauen. Die verbliebene Umfassungsmauer wurde 1957 gründlich renoviert. Den 1725 eingestürzten Glockenturm ersetzte man 1902 durch einen kleineren Turm, welcher drei vorreformatorische Glocken trägt. Die mittlere Glocke aus dem Jahr 1491 hat Medaillons mit Drachen- und Greifdarstellungen. Der vorreformatorische Flügelaltar ist auf 1522 datiert. Die barocken Seitenteile stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Schlüssel sind bei: Herrn Taropa Dan Tel.: +40/726/178 955 Gasthaus: ehemalige deutsche Schule Adresse: Haus Nr. 121 2 Zimmer für 2-4 Personen Küche, Bad Auskunft und Buchung in Deutschland: Heike Mai-Lehni Tel.: (0221) 45356682 oder (0170) 2972742 E-mail: zuckerstern2@gmx.de Auskunft und Buchung in Trappold: Daniel Taropa Tel.: (0040-726) 178955
Dupuș 557022, Romania