Kirchenburg
In der heutigen Kirche lassen sich noch die Grundzüge der romanischen dreischiffigen Basilika erkennen, die schon zur Zeit ihrer Errichtung einen sechsgeschossigen Westturm besaß. Die Anlage war bereits früh durch einen Bering gesichert, der mit Beginn der osmanischen Angriffe ab 1430 durch Wehrtürme, eine zweite Mauer und einen Wassergraben weiter ausgebaut wurde. Im Zuge dessen wurde auch die Kirche befestigt: Über dem Chor, der Apsis und den beiden Seiteneingängen wurden Verteidigungstürme errichtet, die bis auf die Traufhöhe des Mittelschiffes reichen. An der Westseite findet sich das romanische Portal mit der typischen Flechtbandornamentik. Der Turm erhielt seinen charakteristischen Helm mit vier Ecktürmchen bereits 1591. Im Innenraum sind verschiedene kostbare Altäre aus anderen Dorfkirchen aufgestellt. Diese sind aus Sicherheitsgründen hierher gebracht worden.
Ort
Von der Heltauer Kirchenburg erzählt man sich, dass in ihr einst ein sagenhafter Schatz versteckt worden sei. Nach zahlreichen osmanischen Überfällen richtete die Gemeinde im 15. Jh. innerhalb der Burgmauern eine verborgene Kammer ein. Der Zugang wurde mit einer massiven Eichenholztür gesichert, die sich nur durch die Betätigung einer versteckten Feder öffnen ließ. Nur wenige Eingeweihte wussten, wo sich der gut getarnte Eingang befand; selbst den Pfarrern von Heltau blieb die Kammer verborgen. Über die Jahrhunderte ging das Wissen über den verborgenen Zugang verloren. Erst zu Beginn des 20. Jh. wurde er wiederentdeckt und kann heute besichtigt werden.Nicht im Verborgenen, sondern weithin sichtbar, findet man am Kirchturm die erste Turmuhr Siebenbürgens, die ab 1425 betrieben wurde.Der Glöckner von Heltau bietet sachkundige Führungen durch die Kirchenburg sowie das angegliederte Museum an und kann zahlreiche weitere Anekdoten und Sagen berichten.
Gottesdienste und Veranstaltungen
In Heltau findet jeden Sonntag um 10 Gottesdienst in der evangelischen Kirche statt. In den Sommermonaten gibt es im Anschluss meist noch die Möglichkeit eines gemütlichen Beisammenseins bei dem an den Gottesdienst anschließenden Burgcafé. Auch sonst finden zu den großen kirchlichen Feier- und Festtagen zahlreiche Veranstaltungen innerhalb der Burgmauern statt, die von der sehr aktiven Heltauer Kirchengemeinde organisiert werden. Genauere Informationen unter www.ekh.ro
Besichtigung:
Schlüssel sind im Pfarramt Heltau, Tel: +40/269/564 597, Str. Cetăţii, Nr.1, www.ekh.ro
Öffnungszeiten: Montag-Samstag 10:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr; Sonntag 11:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr, sowie auf Anfrage
Übernachtungsmöglichkeiten:
Gästezimmer im Pfarrhaus: 12 Betten
Ansprechpartner: Pfarramt Heltau, Tel: +40/269/564 597, Internet: www.ekh.ro
Gästezimmer im Elimheim: 20 Betten in 10 Zimmern
Ansprechperson: Frau Marianne Banciu, Tel: +40/729/109 586, Adresse: Michelsberg, Haus Nr. 281, E-mail: elimheim@yahoo.com
Heltau 555300, Rumänien
Michelsberg / Cisnădioara
Die heute im kommunalen Besitz befindliche Bergkirche von Michelsberg ist eines der wenigen nahezu unverändert erhaltenen Zeugnisse der Romanik in Siebenbürgen. Die kleine dreischiffige Basilika wurde vermutlich vor 1223 erbaut. Das vielfach gestaffelte Westportal weist besonders schöne Steinmetzarbeiten auf. Der Innenraum, der heute nichts als eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkrieges enthält, beeindruckt durch seine kontemplative Stille. Von der ursprünglichen Befestigungsanlage haben sich nur Reste des Berings mit seinen Wehrtürmen erhalten. Gleichfalls erwähnenswert ist die Pfarrkirche im Dorf unterhalb der Bergkirche, deren Befestigungsanlagen bis auf den Westturm mit seinem Wehrgeschoss verschwunden sind. Die Kirche wurde 1764 auf den Grundmauern eines gotischen Vorgängerbaus als barocke Saalkirche errichtet. Auf den aus verschiedenen Phasen der Barockzeit stammenden Ausstattungsstücken wie Gestühl und Empore finden sich bäuerlich-florale Malereien.
Ort und Umgebung
In Michelsberg mussten der Sage nach heiratswillige Männer vor der Hochzeit einen mächtigen Felsstein auf die Kirchenburg hinauf rollen. Dies war keine ganz einfache Aufgabe, denn die Anlage befindet sich auf einem steilen Hügel über dem Dorf. Die so auf die Burg gekommenen Steine sollten im Belagerungsfall auf die Angreifer hinab gerollt werden. Dieser Brauch wird in Teilen bis heute fortgeführt. Immer wieder berichten junge Ehemänner, dass sie während der Hochzeitsfeier mächtige Felssteine auf die Burg schleppen mussten, um ihre – ebenfalls alten Traditionen folgend – während der Feierlichkeiten entführten Bräute freikaufen zu können.In der Burg oberhalb des Dorfes findet man eine der ältesten Kirchen des Landes, die zwischen 1200 und 1250 entstanden ist. Vom Kirchenschiff aus führen zwei Treppenstollen innerhalb der mächtigen Außenmauern in die Stümpfe der niemals vollendeten Türme. Michelsberg war eines der wenigen Dörfer Siebenbürgens, das bis nach 1989 fast ausschließlich von Sachsen bewohnt war.
Tourismus
Gästehaus Elimheim:
Das Michelsberger Elimheim ist eine ideale Adresse für Urlaub, Seminare oder Rüstzeiten nahe Hermannstadt. – 38 Plätze in Doppelzimmern mit Bad im traditionsreichen Hauptgebäude, vier Zimmer im Neubau, jeweils mit Bad, und drei Zimmer im Gartenhaus, geeignet für Jugendgruppen und Familien.
Kontakt: www.evang.ro/einrichtungen-werke/kirchliche-einrichtungen/elimheim-michelsberg/
Auch sonst bietet Michelsberg zahlreiche Hotels, Pensionen und einen schönen und empfehlenswerten Campingplatz.
Weitere Informationen unter: www.ananas7b.de
Michelsberger Spaziergänge:
Die Michelsberger Spaziergänge bilden ein Angebot im Kultursommer der Hermannstädter Umgebung. Von Ende Juni bis Ende August findet an jedem Sonntag um 17 Uhr in der barocken Dorfkirche von Michelsberg ein Ensemblekonzert statt. Was im Sommer 2007 als kleine Konzertreihe in der barocken Dorfkirche begann, wurde in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagneten. Wenn Anfangs noch Einladungen an renommierte Musik-Ensembles oder Künstler ausgesprochen wurden, hat sich diese Konzertreihe mittlerweile zu einer Top-Adresse in Südsiebenbürgen entwickelt – es ist eine Ehre für einen Künstler im Rahmen der Michelsberger Spaziergänge aufzutreten. Im Anschluss an jedes Konzert lädt die Michelsberger evangelische Gemeinde in einer einmaligen Geste der Gastfreundschaft alle Anwesenden zu Kaffee und Hanklich in den Pfarrgarten ein.
Kontakt: www.evang.ro/michelsberger-spaziergaenge/
Schlüssel für die Kirche sind bei:
Frau Marion Henning
Tel:+40/727/111 575
Schlüssel für die Burg sind bei:
Frau Carmen Schäßburger
Tel:+40/726/877 782
Das landeskirchliche Elimheim steht zurzeit Ukraine-Flüchtlingen zur Verfügung. Gäste werden deswegen nicht empfangen.
House Nr.61, Cisnădioara 555301, Romania
Nach der Zerstörung der gotischen Vorgängerkirche wurden zwischen 1521 und 1524 die heute noch weitgehend erhalten gebliebene Anlage des Kirchenbaus sowie die Befestigungsmauer mit den vier Ecktürmen errichtet. 1819 wurde der Südwestturm durch den heutigen Glockenturm ersetzt. Die Saalkirche mit polygonalem Chor erhielt schon während des Baus ein Wehrgeschoss mit Pechscharten zwischen den Strebepfeilern. Die Brüstung der im Kirchenschiff dreiseitig umlaufenden Empore aus dem 18. Jh. ist mit floralen Motiven und Darstellungen von anderen Kirchenburgen bemalt. Der Orgelaltar besteht aus dem Altarunterbau von 1716, auf den 1832 eine neue Orgel gesetzt wurde. Hinter der Orgel hat sich die älteste Bauinschrift Siebenbürgens erhalten: 1524 wird hier als das Jahr angegeben, in dem der Bau der Kirche vollendet wurde.
Ort
Um das kleine Örtchen Klosdorf im östlichen Siebenbürgen ranken sich viele Sagen. In der Nähe des Dorfes befindet sich die Ruine einer Burg, die von den Klosdorfern „Affenburg“ genannt wurde. Auf dem Burgberg soll sich eine unsichtbare Eisentür befinden, hinter der ein wertvoller Schatz liegt. Von Zeit zu Zeit erscheint diese Tür aus dem Nichts. Sie ist jedoch nur mit der Springwurz, einer magischen Pflanze, zu öffnen. Tatsächlich hat man an diesem Ort einmal Urnenreste und eine griechische Goldmünze gefunden. Der eigentliche Schatz ist allerdings bis heute noch nicht aufgetaucht. Eine weitere Legende aus Klosdorf besagt, dass das Mädchen, welches im Frühjahr die erste Rebe mit zwei Blättchen an der unteren Gabel findet, von diesem Zweig zu dem Mann ihrer Träume geführt wird. Das Mädchen soll den Rebenzweig brechen und ihn sich auf den Hut stecken. Den ersten Mann, der ihr auf dem Heimweg vom Weingarten begegnet, darf sie küssen, da er ihr künftiger Ehemann sein wird.
Aktivitäten
EU-Projekt „18 Kirchenburgen“
Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien
Baukosten: 140.000 EUR
Zeitraum: 2010-2014
Besichtigung:
Schlüssel sind bei Familie Chercheş erhältlich
Tel: +40/265/711 674 oder +40/744/271 907
Adresse: Cloaşterf, Hausnr. 99
Cloașterf 547511, Rumänien
Zeiden / Codlea
Die Kirchenburg in Zeiden wird von dem Glockenturm dominiert, dessen Mauern nach etlichen Bauphasen eine Dicke von fünf Metern erreicht haben. Die Kirche wurde im 13. Jh. errichtet und zwei Jahrhunderte später zu einer gotischen Saalkirche umgebaut. Die ersten türkischen Angriffe überzeugten die Bewohner, dass sie einen festen Schutz bräuchten. Folglich wurde die Anlage mit einer acht Meter hohen und zwei Meter dicken Wehrmauer umgeben, ausgestattet mit Schießscharten und Pechnasen. An der Innenseite der Mauer wurden Vorratskammern errichtet, um nicht nur das Leben der Bewohner, sondern auch ihre Güter zu sichern. Der Innenraum der Kirche wird von einer bemalten Kassettendecke dominiert, die aus 252 Tafeln besteht und zu Beginn des 18. Jh. eingebaut wurde. Nicht weniger bemerkenswert ist die Orgel aus dem Jahr 1783, eines der wertvollsten Instrumente in Siebenbürgen. Es handelt sich um ein Werk des Meisters Prause von Silenzia, das vom Maler Oelhahn mit prächtiger Malerei versehen wurde.
Ort und Umgebung
Vom neu gestalteten Zeidener Marktplatz aus kann man die Kirchenburg bewundern und von ihrer jahrhundertealten Geschichte träumen. Man kann versuchen, sich vorzustellen, was sich hier vor 400 Jahren zutrug, als Fürst Gabriel Báthory die Burg belagerte. Er versprach damals, das Leben der Bewohner und der zur Hilfe geeilten Krieger aus Kronstadt (Braşov) zu schonen, wenn diese freiwillig kapitulierten. Sein Wort hielt er allerdings nicht. Nachdem sie aufgegeben hatten, wurden zahlreiche Verteidiger ermordet und Báthorys Soldaten übernahmen die Burg.
Die baldige Rückeroberung gelang durch die List eines Zeideners namens Thomas Göbel. Zunächst versuchte dieser, mit zwei Weinkannen unbehelligt am Burgtor vorbeizugehen. Er wurde jedoch aufgehalten und man nahm ihm den Wein ab. Scheinbar wütend ging er davon und erschien kurz darauf erneut mit zwei vollen Kannen. Unter schallendem Gelächter nahm man ihm wiederum den Wein ab. Was Báthorys Soldaten nicht wussten war, dass der Wein Schlafpulver enthielt. So konnten die Zeidener ihre Burg schnell zurückerobern. Göbel wurde zum Helden ernannt und als Belohnung zeit seines Lebens von Steuern befreit.
Schlüssel sind im:
Pfarramt Zeiden
Tel.: +40/268/251 853
Adresse: Str. Lungă Nr. 110
E-Mail: zeiden@evang.ro
oder bei Frau Hedda Bardon
Tel.: +40/747/169 859
Adresse: Str. Măgurii Nr. 52
Gasthaus:
Pfarrhaus
6 Betten (2 Doppelbettzimmer, 1 Zweibettzimmer)
2 Bäder, W-Lan, Außenterrasse mit Feuerstelle, Garten ist geeignet für Zelte, Küche, Pkw-Stellplätze
Auskunft und Buchung: Sekretärin der Kirchengemeinde, Birgitte Vlădărean
Tel.: (0040-268) 251853
E-mail: zeiden@evang.ro
Internet: www.zeiden.evang.ro/gaestehaus/
Strada Lungă, Codlea 505100, Romania
Am Osthang über dem Dorf entstand zunächst eine frühgotische Basilika mit Turm. Um 1510 wurde die Kirche im Zuge der Befestigung umgebaut. Der alte Chor wurde abgerissen und durch einen hohen Chor mit polygonalem Abschluss ersetzt. Dieser wiederum wurde durch ein steinernes Wehrgeschoss verstärkt, sodass die Kirchenburg gegen den Hang verteidigt werden konnte, und der Turm erhielt ein Wehrgeschoss aus Holz. Der Chor stand etwas oberhalb des alten Schiffes, weil dieses gleichfalls vergrößert werden sollte. Als man diesen Plan aufgab, wurde der Zwischenraum nur mit einem schmalen Joch geschlossen. Während der Chor sein ursprüngliches Sterngewölbe und die Maßwerkfenster aus der Bauzeit behielt, wurde das Kirchenschiff 1795 barock überformt. Auf der Nordseite des Chores befindet sich eine auf 1519 datierte zweigeschossige Sakristei, in deren Obergeschoss eine Kapelle eingerichtet war. Von der Ausstattung der Kirche sind vor allem das Renaissance-Portal zur Sakristei und der klassizistische Altar erwähnenswert.
Ort
Der Ort Großkopisch wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jh. gegründet. Seit Beginn des 14. Jh. wurde von den Siedlern eine Kirche aus Stein errichtet, deren Grundmauern trotz zahlreicher Um- und Ausbauten bis heute erhalten geblieben sind. Ursprünglich aus deutlich weniger langlebigen Materialien bestanden die Wohnhäuser des Ortes: Das Holz der umliegenden Wälder war in der Gründungszeit der wichtigste Baustoff. Ritzen zwischen den Balken wurden mit Moos und Lehm verstopft, die Dächer deckte man nach der Weizenernte mit Stroh. Mit den sogenannten Schlemmen – ausgedehnten Tierblasen – wurden die Fenster bespannt, durch die nur ein schwacher Lichtschein in die dahinter liegenden Räume dringen konnte. Erst im 18. und 19. Jh. wurde es üblich, Wohnhäuser aus Mauerziegeln zu errichten. In dieser Zeit entstanden die typisch siebenbürgisch-sächsischen Gehöfte, die noch heute die Wege des Dorfes säumen.
Aktivitäten
Im Jahr 2011 führte die damalige Leitstelle Kirchenburgen in Zusammenarbeit mit dem Bezirkskonsistorium Mediasch Notreparaturen am Dach durch, die überwiegend aus Spenden der HOG finanziert werden konnten.
Seit dem August 2016 engagiert sich Sabine Reither für die Kirche. Sie bemüht sich in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kirchenburgen und dem Bezirkskonsistorium Mediasch um die Organisation von Reparaturen an dem Bauwerk. 2020 gründete sie den deutschen Verein Pro Groß Kopisch e.V. um künftige Tätigkeiten zu koordinieren und Spenden zu verwalten.
2018 wurde das Dach des Kirchenschiffs überstiegen und gerückt. Dabei wurden 10.000 alte Ziegel gegen traditionell hergestellte Biberschwanzziegel ausgetauscht. Nur die 300 benötigten Firstziegel mussten neu gekauft werden. 54m Balken und 3.700m Dachlatten wurden erneuert. Besondere Schwierigkeiten machte die Anschlussstelle zwischen Glockenturm und Kirchenschiff, da hier die größten Schäden vorhanden waren. Alle Regenrinnen, Fallrohre und Rinnsteine wurden ausgetauscht, bzw. neu angebracht. Die für die Reparatur benötigte Summe von 15.500 Euro konnte aus Spendengeldern gezahlt werden. Weitere Arbeiten sind 2019 geplant.
Besichtigung:
Schlüssel sind bei Herrn Sebastian Ghiuri
Tel: +40/733/262 089
Copșa Mare 557046, Romania
Großau / Cristian
In der einst zweitgrößten Gemeinde des Gerichtsbezirks (Stuhl) von Hermannstadt (Sibiu) entstand aus der romanischen Kirche durch Neubau eines polygonalen Chores mit zwei Seitenkapellen im 14. Jh. sowie Umbau des Mittelschiffes im 15. Jh. eine lichte Hallenkirche. Der 1480 beauftragte bedeutende Baumeister Andreas Lapicida ließ die Seitenschiffe erhöhen und die Arkaden zum Mittelschiff durch Pfeiler ersetzen. Über dem Mittelschiff entfaltet sich ein spätgotisches Netzgewölbe. Der romanische Westturm wurde im Zuge der Befestigung mit einem Wehrgeschoss erhöht, das später durch das heutige Turmdach ersetzt wurde. Der doppelte Bering schließt einen schmalen Zwinger ein, der um 1550 auf der Nordseite durch einen weiteren Vorhof erweitert wurde. Die überwiegend aus dem 18. Jh. stammende Innenausstattung findet ihren Höhepunkt in dem üppig verzierten Barockaltar von 1729. Großau gehört zu den drei Dörfern, die ab 1756, nach der Entvölkerung durch Pestepidemien, von Wien aus mit Protestanten – den Landlern – zwangsbesiedelt wurden.
Ort
Großau entstand in der Mitte des 12. Jh. und ist damit nicht nur eine der ersten sächsischen Ortschaften Siebenbürgens, sondern auch rund 100 Jahre älter als Berlin oder München. Die Siedlung entwickelte sich vor den Toren Hermannstadts schnell zu einer der größten Gemeinden der Region. Aus der Mitte des 17. Jh. wird von einem einschneidenden Ereignis berichtet: Ein großes Türkenheer, das von Hermannstadt nach Weißenburg (Alba Iulia) zog, konnte von einem Adligen dazu bewegt werden, kampflos an der Kirchenburg von Großau vorbeizuziehen. Nachdem jedoch ein betrunkener Großauer auf die Truppen schoss, erstürmten diese die Kirchenburg. Dabei gelang es den Angreifern nicht, den Kirchturm, in dem sich die Dorfbewohner verschanzt hatten, einzunehmen. Deshalb entzündeten sie Holz und Stroh an dessen Fuß und erstickten so die Verteidiger. Danach wurde die ganze Gemeinde niedergebrannt. In der heutigen Zeit werden die Kirchenburg und das umgebende Dorf alljährlich aus der Luft eingenommen: Etliche Storchenpaare bauen hier ihre Nester und ziehen jedes Jahr rund 80 Jungstörche auf.
Tourismus
Das Pfarrhaus innerhalb der Kirchenburganlage bietet Übernachtungsmöglichkeiten in einzigartigem Ambiente an. Anmeldungen können über Maria Mărășescu, tel: +40/751/146 061 oder das Pfarramt Neppendorf +40/269/228 865, gemeindebuero@kirche.neppendorf.de erfolgen.
Schlüssel sind bei:
Maria Mărășescu
Tel.: +40/751/146 061
Gasthaus:
in der Kirchenburg und im Pfarrhaus
7 Zimmer mit 27 Betten
Küche, Bad, Parkplatz im Hof auch für Wohnmobile
Pfarrscheune für Hochzeiten, Familien- und Klassentreffen geeignet (bis zu 250 Personen)
Auskunft und Buchung: Maria Marasescu
Tel.: (0040-269) 579350
oder (0040-751) 146061
Pfarramt Neppendorf
Tel.: (0040-269) 228865
E-mail: gemeindeneppendorf@gmail.com
Pension Kaspar
Adresse: XI Gasse, Nr. 20
4 EZ, 7 DZ, 2 Appartements mit je 2 Zimmern
Bad, Frühstücksraum, Parkplatz im Hof
Auskunft und Buchung: Kaspar
Tel.: (0049-7131) 380239
Neustadt bei Kronstadt / Cristian
Der Glockenturm der Kirche von Neustadt ist die einzige Reminiszenz an die frühgotische Basilika, die 1839 vollständig abgetragen und durch den klassizistischen Neubau einer Hallenkirche ersetzt wurde. Der Turm besaß zu dieser Zeit bereits seinen spitzen Turmhelm mit den vier Ecktürmchen von 1803. Sein Portal und die darüber liegende Fensterrose datieren aus der frühen Bauzeit. Der Innenraum der Kirche wird durch die Pfeilerpaare der fünf Joche gegliedert, die mit böhmischen Kappen überspannt sind. Altar und Kanzel entstanden mit dem Bau der Kirche. Die Kirche wird noch immer von ihrem doppelten Bering umgeben, der über drei Jahrhunderte erbaut, erweitert und mit neun Türmen verstärkt wurde, von denen acht überdauert haben. Bemerkenswert in Neustadt sind auch das gegenüber der Kirche liegende klassizistische Pfarrhaus und das unweit gelegene Kulturhaus von 1926/27 mit einer sichtbaren Dachkonstruktion aus Holzlamellenträgern. Diese Dachform, das Zollingerdach, wurde von dem Merseburger Stadtrat namens Friedrich Zollinger zu Beginn des 20. Jh. entwickelt.
Ort und Umgebung
Die Neustädter Kirchenburg ist mit ihrer doppelten Ringmauer und den acht gut erhaltenen Wehrtürmen ein besonders beeindruckendes Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur. Das Dorf entstand im 13. Jh., nachdem der Deutsche Ritterorden mehrere Burgen in der Region errichtete hatte und deutsche Siedler anwarb. Der Sage nach wurde in der Umgebung von Neustadt einst der Sohn eines einflussreichen Gräfen von seinem Vater verstoßen und enterbt, weil er eine unerwünschte Frau liebte. Seine weichherzige Mutter übergab ihm als Entschädigung eine flussabwärts am Weidenbach (Ghimbav) gelegene Mühle sowie den dazugehörigen Grundbesitz. Dort ließ sich der Sohn mit seiner Frau nieder und gründete eine Familie. Mit der Zeit zogen es immer mehr Familien vor, aus der Nähe des hartherzigen Gräfen wegzuziehen. Sie siedelten sich stattdessen um die Mühle an und gründeten so Neustadt.Der Ort liegt am Fuße des Schulers (Postăvarul), einem Berg, an dem sich heute mit der Schulerau (Poiana Braşov) eines der bekanntesten Wintersportgebiete Rumäniens befindet.
Schlüssel sind bei:
Familie Homorozan
Tel.: +40/744/681 074
Bitte um rechtzeitige Anmeldung!
DJ112B, Cristian 507055, Romania
Deutsch-Kreuz / Criț
Die klassizistische Saalkirche mit Chor und westlichem Glockenturm entstand zwischen 1810 und 1813 nach Abbruch des Vorgängerbaus, der erstmals 1270 erwähnt wurde. Über das Aussehen dieser historischen Kirche ist jedoch nichts bekannt. Es wird aber vermutet, dass sie in einer Zeichnung auf einem mit 1793 datierten Gestühl in der Kirche dargestellt ist. Die Ausstattung der Kirche, bestehend aus Orgelaltar, Kanzel und Taufbecken, stammt sowohl aus der Bauzeit als auch von 1822. Von den Wehranlagen des 15. Jh. hat sich der Bering mit vier Türmen erhalten, ein fünfter Turm stürzte 1925 ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Auf der Südseite, am Rande des ehemaligen Zwingers, steht die heute nur noch als Ruine erhaltene alte Schule.
Ort und Umgebung
Die Kirchenburg des Dorfes Deutsch-Kreuz, in dem vor mehr als 400 Jahren das erste siebenbürgische Dorfschulrecht erlassen wurde, liegt auf einer Anhöhe innerhalb des Ortes. Diese Lage erforderte in der Vergangenheit einen Burghüter, der ein geschickter Handwerker, im besten Fall Schuster, sein musste. Der Aufstieg zum Gotteshaus ist etwas beschwerlich und führt über einen Weg aus runden Flusssteinen. Vor allem Frauen passierte es am Morgen des heiligen Sonntags häufig, dass ihnen auf dem Weg zur Kirche die Absätze, welche damals noch mit Hufeisen beschlagen waren, abbrachen. Deshalb musste an Ort und Stelle ein Schuster bereitstehen, der eilige Reparaturen vor dem Kirchgang durchführen konnte. Die Kirchenburg liegt zusammen mit dem überwiegend in historischer Gestalt erhalten gebliebenem Dorf in einer verträumten Hügellandschaft, die zu Wanderungen in benachbarte Dörfer und zu weiteren Kirchenburgen einlädt.Im Ort findet man Übernachtungsmöglichkeiten in mehreren liebevoll restaurierten Bauernhäusern.
Aktivitäten
EU-Projekt „18 Kirchenburgen“
Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien
Baukosten: 270.000 EUR
Zeitraum: 2010-2014
Schlüssel sind bei:
Herrn Dietmar Depner
Tel.: +40/740/597 493
In den Sommermonaten täglich geöffnet.
Gruppen werden um Voranmeldung bei Herrn Depner gebeten.
Gasthaus:
Begegnungsstätte "Casa Kraus"
Adresse: Haus Nr. 25
10 Doppelzimmer
Restaurant, Konferenzzentrum für Gruppen mit bis zu 50 Personen
Radtouren, Reiten, Wander, Trüffeljagd, Städtetouren, Kirchenburgen, Schlösser u.a. Deutschsprachige Betreuung vor Ort
Auskunft und Buchung: online
E-mail: rezervari@casa-kraus.ro
Tel.: (0040-743) 255553
Internet: www.casa-kraus.ro
Casa Schmidt
Adresse: Haus Nr. 113
9 Doppelzimmer in 2 Gebäuden
großer Innenhof
Auskunft und Buchung: wie oben
Gästehaus
Adresse: Haus Nr. 217
1 Doppelzimmer, 1 Einzelzimmer
Bad, Küche, Terrasse, Backstube, großer Hof
Auskunft und Buchung: Mihai Eminescu Trust
Tel.: (0040-724) 000350
E-mail: booking@experiencetransylvania.ro
Internet: www.experiencetransylvania.ro
Criț 507036, Romania
Kirtsch / Curciu
Nahezu unverändert erhalten hat sich die im frühen 14. Jh. errichtete Kirche von Kirtsch. Ihre besondere Bedeutung erhält die dreischiffige Basilika mit polygonalem Chor und Westturm durch die reichen Werksteinarbeiten im Innen- und Außenbereich. Im Chor finden sich gut erhaltene Maßwerkfenster und am Turm typisch gotische Zwillingsfenster. Die bildhauerischen Arbeiten an den Portalen, dem Turm, den Fenstern und den Strebepfeilern sowie im Innenraum an Kapitellen, Schlusssteinen, den Sedilien und der Sakristeitür sind um das Jahr 1427 entstanden. Anfang des 19. Jh. wurden die Seitenschiffe erhöht, sodass der Querschnitt einer Hallenkirche entstand. Gleichzeitig erhielten Langhaus und Seitenschiffe stuckierte Flachdecken. Das Wehrgeschoss des Turmes wurde 1913 zugunsten des heutigen mit Zinkblech gedeckten spitzen Turmhelmes abgetragen. Von den Wehranlagen haben sich der Bering mit dem ursprünglich als Eingang genutzten Torturm sowie eine in die Ringmauer integrierte gotische Kapelle erhalten.
Ort
Ein besonderer Schatz unter den siebenbürgischen Dörfern ist Kirtsch. Dieser romantische Ort liegt in einem Weinanbaugebiet nordöstlich von Mediasch (Mediaş), eingebettet in Hügel und Wälder. Die Natur in der Umgebung von Kirtsch ist besonders grün und üppig. Zurückzuführen ist dies auf die Lage zwischen der Kleinen Kokel (Târnava Mică) und der Großen Kokel (Târnava Mare), in dem sogenannten Zweistromland. Inmitten des Dorfes auf einem Hügel erhebt sich die Kirtscher Kirchenburg. Die Wehranlage betritt man über den Torturm. In der Burg steht eine Kapelle mit einem Ossarium, einem Raum, in dem früher die Gebeine der Verstorbenen aufbewahrt wurden. In der Kirche befinden sich viele wunderschöne Bauplastiken aus dem 15. Jh., die typisch für die Region rund um Mediasch sind. Auf der reich gestalteten Westfassade sind beispielsweise ein Vogel, eine Maske und ein Ungeheuer mit einem Menschenkopf zwischen den Pfoten dargestellt.
Schlüssel sind bei Frau Dana Crişan
Tel: +40/269/257 361 oder +40/742/077 290
direkt neben der Kirchenburg
Curciu, Romania
Stein / Dacia
Bereits im 13. Jahrhundert stand in Stein eine turmlose dreischiffige romanische Pfeilerbasilika. Im 15. Jahrhundert umgab man diese Kirche mit einer sechs bis acht Meter hohen Wehrmauer in Form eines unregelmäßigen Vierecks. Es kann angenommen werden, dass zwischen dieser Mauer und der Kirche einst eine weitere Wehrmauer stand. Beim Ausbau zur Wehrkirche um 1500 trugt man die Seitenschiffe ab und mauerte die Arkadenbögen des Mittelschiffes sowie die Obergaden zu. Darüber hinaus erhielten der Chor und das Schiff einen Wehrgang sowie ein Wehrgeschoss. Wenige Jahre später wurde über dem Mittelschiff ein Tonnengewölbe mit Stichkappen errichtet, auf welchem die Jahreszahl 1517 zu lesen ist. Die Bewohner Steins verlängerten im Jahr 1845 die Kirche nach Westen hin und trugen das Wehrgeschoss sowie die Bogen zwischen den Strebepfeilern ab. Einst standen in den vier Ecken der Ringmauer Türme, doch in neuerer Zeit entschied man sich, den Südwestturm abgetragen, um Platz für den Bau eines Saals und der Schule zu schaffen. Ein fünfter Turm, der Glockenturm, stürzte während des Erdbebens 1738 ein, wurde jedoch 1763 wiederaufgebaut. Beim Graben für die Fundamente des Glockenturms stieß man auf einen Inschriftenstein sowie die Reste einer Römerstraße.
Schlüssel sind bei:
Herrn Michael Konnerth
Tel.: +40/740/491 797
DJ105A, Dacia 507111, Romania
Denndorf / Daia
Die Fertigstellung der ersten Saalkirche von Denndorf wird im Schlussstein des Chores mit der Jahreszahl 1447 angegeben. Die Kirche besaß zu diesem Zeitpunkt noch keinen Turm. Dieser wurde erst zu Beginn des 16. Jh. im westlichen Teil gesetzt, als man die Kirche befestigte. Doch es gab bereits den beeindruckenden, bis 1834 als frei stehender Campanile in klassizistischen Formen errichteten Glockenturm außerhalb der Burg, der zu den höchsten des Landes zählt. Zur Verteidigung wurde der Chor durch ein Wehrgeschoss erhöht sowie die Kirche mit einem Bering umgeben. Der Bering hatte zur Verstärkung zwei Wehrgebäude. Das westliche ist heute nur noch eine Ruine, das östliche vermittelt aber noch einen guten Eindruck eines zu Verteidigungszwecken errichteten Nutzgebäudes. Die Wehranlagen der Kirche wurden im 19. Jh. nach und nach beseitigt. Im Kirchensaal wurde 1884 eine Flachdecke eingezogen, der Chor dagegen behielt sein spätgotisches Rippengewölbe. Von der Innenausstattung der Kirche haben sich nach Aufgabe der Nutzung durch Gottesdienste nur die Empore und das Gestühl erhalten.
Ort und Umgebung
Nur über eine unbefestigte Schotterstraße, die einige Kilometer parallel zum Schaaser Bach (Şaeş) verläuft, ist Denndorf zu erreichen. Man passiert ausgedehnte Weideflächen, auf denen Schäfer mit ihren typischen Sennhüten zu erkennen sind. Weithin sichtbar ist der Glockenturm – das Wahrzeichen des Dorfes, welches erstmals Ende des 13. Jh. urkundlich erwähnt wurde. Historische Dokumente aus dem 14. Jh. lassen vermuten, dass es in der Umgebung ursprünglich auch einen Ort namens Kleindenndorf gab. Denndorf hatte eine für Siebenbürgen typische Entwicklung. Zu Beginn des 16. Jh. zählte man im Dorf 72 Bauern, es gab eine Mühle und eine Schule. 1605 überstanden die Dorfbewohner einen Angriff von vorbeiziehenden Szeklertruppen in der Kirchenburg. Knapp 200 Todesopfer forderte dann allerdings im frühen 18. Jh. die Pest.Heute macht vor allem Lage weitab der großen Straßen den besonderen Reiz des Ortes aus. Selbst das rund 10 km östlich von Denndorf gelegenen Keisd (Sachiz), zu dem früher eine enge Bindung bestand, erreicht man nur noch über einen Wanderweg, der durch die Wiesen führt.
Aktivitäten
Die Denndorfer Kirchenburg und der Glockenturm waren dem Verfall preisgegeben bis sich 2013 der Siebenbürger Sachse Uwe Hann der Sache annahm. Er gründete den rumänischen Verein Asociatia Sapte Brazi, der in Partnerschaft mit dem schon älteren deutschen Verein Bona Fide International e.V., die historischen Gebäude vom Bezirkskonsistorium vertraglich übernahm. Ziel ist es, das architektonisch einzigartige Ensemble zu schützen, zugänglich zu machen und kulturell neu zu nutzen.
So konnten bisher Reparaturen am Dach und an den Fußböden des Glockenturmes und die Restaurierung der Turmuhr finanziert werden.
Die Stiftung Kirchenburgen möchte diese Initiative unterstützen: wir beraten in der Denkmalpflege, bringen interessierte Menschen in das abgeschiedene Dorf und machen auf die gefährdete Situation aufmerksam. Ein Kurzgutachten zum Zustand der Kirche wurde bereits erstellt und wir sind zuversichtlich, dass es in Denndorf in nächster Zeit vowärts gehen wird.
Zu unserer großen Freude konnten wir Denndorf in ein 2-jähriges Restaurationsprojekt des Amerikanischen Ambassadors Fund for Cultural Preservation (AFCP) integrieren. Der AFCP unterstützt bei der Erhaltung kultureller und historischer Monumente, wie es die Kirchenburgen sind. Die aktive Phase des Projektes beginnt 2017 und wir werden über Entwicklungen hier auf unserer Seite berichten.
Dächerprogramm
Träger: Leitstelle Kirchenburgen
Baukosten: 1.200 EUR
Zeitraum: Herbst 2007
Beschreibung: Dach des südlichen Kirchenschiffes gedeckt, Nachstecken von sämtlichen Ziegeln auch am Dach des benachtbarten Glockenturms.
Unsere Partner
Verein Asociatia Sapte Brazi und Bona Fide International e.V.
Ambassadors Fund for Cultural Preservation (AFCP)
Schlüssel sind bei:
Herrn Uwe Hann
ehemaliges Pfarrhaus
Tel.: +40/722/551 746
e-mail: office@bona-fide-ev.de
Daia, Romania
Thalheim / Daia (SB)
Im 13. Jahrhundert wurde in Thalheim eine dreischiffige romanische turmlose Basilika errichtet. Erhalten geblieben sind die Umfassungsmauer, die Rundbogenarkaden und das zugemauerte Westportal. Um 1500 erhielt der Chor seinen polygonalen Abschluss und ein Kreuzgratgewölbe mit Stichkappen. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die einfache Sakramentsnische, die Seitenschiffe sowie die Strebepfeiler am Chor. Der Barockaltar ist auf 1797 datiert, das Mittelbild zeigt den Gekreuzigten mit Maria und Johannes. Die mechanische Orgel erbaute um 1800 Johannes Hahn jun. Umgeben ist die Kirche von einer einfachen Ringmauer mit ovalem Grundriss.
Schlüssel sind bei:
Herrn Johann Hopprich
Tel.: +40/269/584 325
DJ106S, Daia, Romania
Dunesdorf / Daneş
1506 wurde die kleine spätgotische Saalkirche von Dunesdorf turmlos errichtet. Der Turm und ein Wehrgeschoss an der Westseite der Kirche wurden erst 1927 gebaut. Durch den Bezug auf die 800-jährige Geschichte der Siebenbürger Sachsen sollte wohl ein Zeichen der Selbstbehauptung gegenüber des seit 1918 existierenden großrumänischen Staates gesetzt werden. Von dem historischen Bering haben sich nur Reste auf der Südseite sowie ein kleiner Torturm mit einem Wachtürmchen erhalten. Die Innenausstattung der Kirche stammt aus verschiedenen architektonischen Phasen: das Taufbecken und die Kanzel aus dem Barock, der Altar aus dem Jahr 1878 und die Orgel von 1920. Der Kirchensaal erhielt sein heutiges Gewölbe 1868.
Ort und Umgebung
Dunesdorf, einige Kilometer westlich von Schäßburg (Sighişoara) gelegen, wird erstmals Mitte des 14. Jh. urkundlich erwähnt. Die Berichte aus der Folgezeit sind voll von Not und Elend. So ist ein Steuernachlass für 1503 und 1507 wegen großer Armut des Ortes dokumentiert. Um 1507 brannte das Dorf vollständig nieder. Keine 50 Jahre später (1555) geschah dies erneut. Zu Beginn des 17. Jh. lag der Ort größtenteils brach, infolge von Bürgerkriegen war die Zahl der ansässigen Landwirte innerhalb von nur 15 Jahren von 90 auf 7 gefallen. Aufgrund der schleppenden Entwicklung des Dorfes in der Folgezeit wurden ab 1656 jedem Ansiedlungswilligen Steuerfreiheit und weitere Vergünstigungen angeboten, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. 1658 kam es zur erneuten Zerstörung des Ortes durch angreifende türkische Truppen. Erst ab 1665 konnte Dunesdorf von Schäßburg aus neu besiedelt werden. Trotz der beschriebenen Probleme vor Ort geht die Entstehungsgeschichte der Kirchenburg, in der bis heute regelmäßig Gottesdienste stattfinden, auf den Beginn des 16. Jh. zurück.
Anmeldung über das Pfarramt Dunesdorf
Tel.: +40/265/773 804
Herr Pfr. Martin Türk-König
Daneș 547200, Romania
Durles / Dârlos
Die kleine turmlose Saalkirche aus dem 15. Jh. ist nahezu unverändert erhalten geblieben. Um 1500 wurde der Chor erneuert und die Decke über dem Saal stammt aus einer Umbauphase im 19. Jh. Von der einstigen Ringmauer sind keine Reste erhalten geblieben. Ihre Bedeutung erlangt die Kirche durch Baudetails und die Ausmalung: An dem dreifach gestaffelten Trichterportal in der Westfassade mit dem fein gearbeiteten Kämpfer sind noch Reste der Bemalung zu erkennen. In Stein gehauen finden sich im Chor an den Konsolen der Rippen figürliche Darstellungen. Maßwerke, Sakristeiportal, Sakramentsnische und Sedilien sind ebenso kunstvoll verziert. Im Chor werden zurzeit großflächige Malereien freigelegt, die neben einer Vorhangdekoration noch nicht näher bestimmte biblische Szenen zeigen. Auf den Außenwänden des Chores hat sich mit den Fragmenten von Fresken ein einmaliges Zeugnis erhalten. Die Darstellungen aus der Passion Christi ähneln den Malereien an moldauischen Klöstern aus der ersten Hälfte des 16. Jh.
Ort und Umgebung
Von besonderer Bedeutung ist der Name des Dorfes Durles. Es wird angenommen, dass Durles „Sehnsuchtsland“ bedeutet. Der Ortsname lässt sich aber auch aus dem sächsischen “duer los” ableiten, was mit “lass sie dort leben” übersetzt werden kann. Für beide Varianten gibt es eine gemeinsame geschichtliche Parallele: In der Dorfmonografie wird über den rumänischen Adligen Simion berichtet, der Durles im 14. Jh. mit solch fürsorglicher Hand regiert haben soll, dass viele Leibeigene aus der Umgebung hierher zogen. Demnach verschmelzen im Ortsnamen die zwei Herleitungen “Land, nach dem man sich sehnt” und “lass sie dort leben”.Das Kirchenbauwerk vereint Elemente verschiedener geschichtlicher Epochen: Die Kirche stammt zwar aus dem 15. Jh., sie enthält aber Spolien aus der Zeit des Römischen Reiches (ca. 2. Jh. n. Chr.). Bemerkenswert ist ein Relief an einem Strebepfeifer, das einen Büffelkopf mit Schlangenkörper darstellt. Man vermutet, dass dieser Pfeiler einst als Teil eines unterirdischen Tempels dem Gott Mithras gewidmet war. Der Mithraskult war eine Mysterienreligion nicht christlicher Römer.
Schlüssel sind bei:
Herrn Gabra Alexandru
Tel.: +40/756/551 324
Dârlos, nr. 269, in churchyard on the right side, Romania
Schönberg / Dealu Frumos
Die romanische dreischiffige Basilika aus dem 13. Jh. wurde durch Befestigungsanlagen um 1500 stark überformt. Die ursprünglich turmlose Kirche erhielt durch Überbauung der beiden westlichen Joche des Mittelschiffes einen Wehrturm mit Kampfplattform und der quadratische Chor wurde durch Mauern so verstärkt, dass hier ein weiterer Wehrturm errichtet werden konnte. Gleichzeitig wurden die beiden Seitenschiffe erhöht und die Kirche so zu einer Hallenkirche umgebaut. Mittel- und Seitenschiffe erhielten ein feines Netzrippengewölbe. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der rechteckige Bering mit den vier Ecktürmen errichtet, möglicherweise als Ersatz für eine ältere Anlage. Die im 16. Jh. und 17. Jh. errichteten Wehrgebäude dienten zum Teil auch als Wohnraum. Auf der Südseite wurde das Ensemble 1914 durch den Neubau des Gemeindehauses ergänzt. Aus vorreformatorischer Zeit hat sich über dem Triumphbogen ein um 1425 entstandenes Kruzifix erhalten.
Ort und Umgebung
Über die bewaldeten Hügel am Rande des Harbachtals (Valea Hârtibaciului) erreicht man Schönberg. Schon von Weitem ist die gut erhaltene Kirchenburg mit ihren weißen Mauern und roten, ziegelgedeckten Türmen zu erkennen. Die Burg wurde in der Mitte des Dorfes angelegt, damit sie bei Angriffen von allen Bewohnern schnell erreicht werden konnte. Wenn die Zeit reichte, wurde auch das Vieh hinter die Mauern getrieben, um es nicht den Feinden zu überlassen. Innerhalb der mächtigen Burgmauern wurden in den sogenannten Fruchthäusern Lebensmittel, Getreide und Speck gelagert. In der ersten Hälfte des 16. Jh. musste der Burghof wegen der angewachsenen Bevölkerung erweitert werden. 100 Jahre später wurde noch einmal ein Teil der Ringmauer nach außen verlegt, um Platz für ein weiteres Fruchthaus zu schaffen. Aus- und Umbauten erfolgten in gemeinschaftlicher Arbeit der Dorfbevölkerung. Die laufende Pflege einzelner Abschnitte wurde den verschiedenen Zünften des Dorfes übertragen.
Schlüssel sind bei:
Herrn Martin Maurer
Tel.: +40/749/519 312
Dealu Frumos, Romania
Deutsch-Zepling / Dedrad
Die alte Kirche von Deutsch Zepling wurde 1873 abgetragen, schon zuvor war sie wegen Einsturzgefahr geschlossen. Die zwischen 1876 und 1884 erbaute Saalkirche mit Glockenturm und Sakristei wurde von Michael Seyfried entworfen. Ihr Bau musste zwischenzeitlich aus Geldmangel unterbrochen werden. Baumeister war Johann Müller aus Reen. Die Kirche wird durch jeweils vier große Fenster auf der Nord- sowie auf der Südwand beleuchtet. Unter den Fenstern befinden sich Emporen, die Orgelempore im Westen liegt auf zwei Holzsäulen. Ein spitzer Triumphbogen trennt den Chor vom Schiff. Eingeweiht wurde die Kirche 1884 von Bischof Georg Daniel Teutsch. Der neugotische Altar mit reicher Verzierung zeigt im Mittelbild Jesus, der auf dem Meer wandelt. Die Orgel von der Firma Wegenstein aus dem Jahr 1928 wurde im zweiten Weltkrieg zerstört.
Dorf
Schätzungen gehen davon aus, dass im 1. Weltkrieg im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn insgesamt 43.000 Kirchenglocken beschlagnahmt wurden, um den ungeheuren Bedarf an Buntmetallen für Granaten und Munition zu decken. Wie viele sächsische Gemeinden, verlor auch Zepling auf diese Weise zwei ihrer drei Glocken. Im Jahr 1923 beschloss die Gemeindevertretung, zwei neue Glocken zu erwerben, um den Dreiklang wieder herzustellen. Beauftragt wurde die Firma Schilling & Lattermann aus dem thüringischen Apolda. Am 20. Juli 1924 konnten die Zeplinger ihre beiden neuen Glocken, die eine wog 400 kg, die andere 1.600 kg, am Reener Bahnhof feierlich in Empfang nehmen. Die kirchlichen Blätter halten dazu fest: „Deutsch-Zepling, die größte, die best disziplinierte und tüchtigste, aber auch die sächsischste der Gemeinden im Reener Kirchenbezirk, ist auch die erste, die den feierlich erhebenden, jahrelang verstummten Glockendreiklang wieder vernimmt, auch ein Ergebnis ihrer Tüchtigkeit. Denn 200.000 Lei neben den bekannten sonstigen Lasten in so kurzer Zeit aufzubringen, wie in Zepling, das ist eine Leistung und ein guter Beweis für den Geist, der dort herrscht…“
Schlüssel sind bei:
Herrn Johann Göttfert
Tel.: +40/743/304 704
House Nr. 205, Dedrad 547086, Romania
Draas / Drăușeni
Mitte des 13. Jh. wurde die romanische Pfeilerbasilika mit Westturm, Chor und Apsis als Ersatz für eine frühe Kirche des 12. Jh. vollendet. 1494, beim Ausbau zur Wehrkirche, erhielten Turm, Schiff und Chor Wehrgeschosse. Die Mauern des Chores wurden dazu verstärkt und bis zur Traufe des Schiffes erhöht, die Seitenschiffe wurden abgebrochen und vermauert. Im Zuge dessen wurde das Areal mit einer bis heute erhaltenen 8 Meter hohen Ringmauer mit fünf Basteien umgeben. Das romanische Westportal zählt zu den bedeutendsten Steinmetzarbeiten Siebenbürgens. Vom romanischen Bau haben sich außerdem die heute als Fenster genutzten Zwillings-Blendarkaden und die vermauerten runden Obergadenfenster erhalten. Seit langer Zeit finden hier Restaurierungsarbeiten statt, dabei wurden auch großflächige Fresken freigelegt. Die ebenso kostbare Innenausstattung von 1638, für die Bauarbeiten zunächst ausgelagert, wurde später zur Sicherung auf andere Kirchen verteilt.
Ort und Umgebung
Die mächtigen Steinmauern der Kirchenburg von Draas bergen eine der bedeutungsvollsten Legenden Siebenbürgens. Es heißt, dass die ersten deutschen Siedler dem ungarischen König ewige Treue schworen, indem sie zwei Schwerter in das Erdreich steckten und dadurch das Zeichen eines Kreuzes bildeten. Solange die zwei Schwerter existierten, würden die Siedler den Königsboden beschützen. Doch nach dem Verlust der Schwerter, so warnt die Legende, würden auch die Siebenbürger Sachsen aus Siebenbürgen verschwinden. Die Waffen wurden nach dem Schwur an die Grenzen des Königsbodens geschickt – ein Schwert nach Broos (Orăştie), das andere nach Draas. Als Sinnbild der sächsischen Tapferkeit und Treue sowie als Beispiel für die Entwickelung der Waffentechnik der Siedler wurde ein aus dem 16. Jh. stammendes Schwert bis zum Beginn des II. Weltkrieges in der Kirche von Draas aufbewahrt. 1944 ging es in den Kriegswirren verloren. Bis heute sind die beiden Schwerter Teil des Wappens von Hermannstadt (Sibiu).
Schlüssel sind bei:
Frau Ella Kosa
Tel.: +40/724/456 899
House Nr. 87, DJ132B, Drăușeni 507042, Romania
Tobsdorf / Dupuș
Der Bau der kleinen Tobsdorfer Saalkirche wurde vermutlich 1524 beendet – diese Jahreszahl zumindest steht an der Westwand hinter der Orgel. Die Kirche ist dem Schutzpatron des Dorfes, dem Heiligen Tobias, gewidmet. Über Saal und Chor erhebt sich das Wehrgeschoss, bedeckt von einem stabilen Walmdach. An der Basis des Wehrgeschosses ist ein bemaltes Gesims zu sehen. Der Zugang erfolgt über ein Treppentürmchen mit Wendeltreppe in der Nordwestecke der Kirche. Nach einer grundlegenden Renovierung im Jahr 1741, folgten 1904/05 weiter Reparaturarbeiten und 1969 schwierige Konsolidierungsarbeiten am Gewölbe der Kirche. Ursprünglich war die Kirche mit einer etwa sieben Meter hohen Wehrmauer umgeben, welche die Tobsdorfer jedoch 1901 teilweise abtrugen, um damit eine neue Schule zu bauen. Die verbliebene Umfassungsmauer wurde 1957 gründlich renoviert. Den 1725 eingestürzten Glockenturm ersetzte man 1902 durch einen kleineren Turm, welcher drei vorreformatorische Glocken trägt. Die mittlere Glocke aus dem Jahr 1491 hat Medaillons mit Drachen- und Greifdarstellungen. Der vorreformatorische Flügelaltar ist auf 1522 datiert. Die barocken Seitenteile stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert.
Schlüssel sind bei:
Herrn Taropa Dan
Tel.: +40/726/178 955
Gasthaus:
ehemalige deutsche Schule
Adresse: Haus Nr. 121
2 Zimmer für 2-4 Personen
Küche, Bad
Auskunft und Buchung in Deutschland: Heike Mai-Lehni
Tel.: (0221) 45356682
oder (0170) 2972742
E-mail: zuckerstern2@gmx.de
Auskunft und Buchung in Trappold: Daniel Taropa
Tel.: (0040-726) 178955
Dupuș 557022, Romania
Marienburg / Feldioara
Die evangelische Kirche und die Ruinen der Deutschen Ordensritterburg, getrennt nur durch einen Graben, sind der Stolz Marienburgs. Die im 13. Jh. errichtete dreischiffige, romanische Kirche mit Glockenturm weist eine interessante Besonderheit auf: Am zweiten Geschoss des Turmes ist eine gewölbte Empore eingebaut, die dem Kirchenstifter gewidmet ist. Im 18. Jh. wurde der Turm mit einem neuen Dach versehen, das nach dem Modell der Schwarzen Kirche in Kronstadt (Braşov) gestaltet wurde. Der Innenraum ist mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt, dessen Rippen in Halbsäulen übergehen. Die Kapitelle der Halbsäulen im Chor sind mit pflanzlichen, anthropomorphischen und biblischen Motiven geschmückt. Von dem vorreformatorischen Altar haben sich nur wenige Tafeln erhalten, die in die Schwarze Kirche verbracht wurden. Der Bering ist nur noch als gemauerte Einfriedung vorhanden, während die nah gelegenen, aus Flussstein gebauten Mauern der Ritterburg noch als Ruine stehen. Die Wehrmauer der Ritterburg war vier Meter dick und mit vier Türmen ausgestattet. In der Festung kann man noch die Reste einer Kapelle erkennen.
Ort und Umgebung
Bei Marienburg sind bis heute die Reste einer Burg erhalten geblieben, die vor 800 Jahren von deutschen Ordensrittern erbaut wurde. Die Ritter kamen Anfang des 13. Jh. auf Einladung des ungarischen Königs Andreas II., um die Ostgrenze seines wachsenden Königreiches zu sichern. Neben zahlreichen Privilegien wie Immunität und dem Recht auf Selbstverwaltung wurde ihnen gestattet, eine steinerne Festung zur Sicherung der Umgebung zu errichten. Papst Honorius III. genehmigte sogar die Bildung eines eigenen Staates.
Im Jahr 1211 begann auf einem Hügel inmitten der sumpfigen und bewaldeten Umgebung der Bau der Burg. Nach anhaltendem Streit mit ungarischen Adligen wurde der Ritterorden aber bereits im Jahr 1225 wieder aus der Gegend vertrieben. Das Patronat über den Ort erhielten die Zisterziensermönche, die zusammen mit der Gemeinde Marienburg noch im selben Jahrhundert mit dem Bau einer Kirchenburg begannen. Diese befindet sich unweit der Überreste der Ritterburg mitten im Dorf und bildete über Jahrhunderte das religiöse und kulturelle Zentrum der im Ort lebenden Siebenbürger Sachsen.
Schlüssel sind bei:
Herrn Friedrich Taus
Tel.: +40/722/506 613
und bei Herrn Attila Tartler
Tel.: +40/755/403 740
Strada Octavian Goga, Feldioara 507065, Romania
Felmern / Felmer
Von der ursprünglichen im 13.Jh. an einem Hang in den abgelegenen Hügeln östlich von Fogarasch errichteten dreischiffigen Basilika haben sich der Chor mit seiner halbrunden Apsis und das Mittelschiff erhalten. Um 1500 wurde die Kirche für Verteidigungszwecke ertüchtigt, die Seitenschiffe abgebrochen du ein Wehrgeschoss auf Chor und Langhaus aufgesetzt. Die Kirche ist von einer Ringmauer umgeben, die anfangs drei Wehrtürme besaß, von denen zwei erhalten sind. 1795 erhält die Kirche einen Turm an der Westseite, dazu wird die Ringmauer nach Westen verschoben. Das Wehrgeschoss wird um 1800 wieder abgetragen und das Langhaus mit böhmischen Kappen eingewölbt, die auf kräftigen Wandvorlagen ruhen. Auf der Südseite der Ringmauer entstand die heute vollständig zerstörte Schule.
Im Inneren sind Teile der klassizistischen Ausstattung wie die Kanzel und der Altar ohne Altarbild erhalten. Die als erstes Werk des Orgelbauers J.Prause bedeutende Orgel von 1780 wurde in die Kirche nach Fogarasch verbracht und ist dort zu besichtigen.
Projekte im Dorf
Der Verein „Renascendis“, mit Sitz in Felmern, ist im Jahre 2012 als rumänische NGO gegründet worden, welche die Zielsetzung hat das Kulturerbe (materiell und immateriell, beweglich und unbeweglich) in Siebenbürgen zu schützen, zu erhalten, zu restaurieren, zu entdecken, zu vermarkten und neu nutzbar zu machen. Somit soll unterentwickelten ländlichen und städtischen Gemeinschaften in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung geholfen werden, sowie Studenten und junge Wissenschaftler in ihrem Bestreben der beruflichen Spezialisierung unterstützt werden.
Schlüssel sind bei:
Radu Barla und Alina Patru
Tel.: +40/268/255 558
E-Mail: contact@renascendis.org
Gasthaus:
ehemaliges Pfarrhaus
Auskunft und Buchung: Radu Bârla
Tel.: (0040-721) 320452
oder (0040-268) 255558
Felmer 507217, Romania
Felldorf / Filitelnic
Im 13. Jh. wurde eine gotische Hallenkirche mit Spitzbogenfenstern und Glockenturm errichtet. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach repariert und verändert. Die bedeutendste Veränderung erfuhr das Turmdach 1787. Kirche, Bering und Bastion mit Eingangsportal wurden 1580 sowie 1655 umfassend renoviert. Die letzten großen Sanierungsmaßnahmen fanden 1972 statt. Hierbei wurden die Kirche und der Glockenturm repariert, Bering, Torturm und Nordturm stabilisiert.
Bereits 1980 konnte der Gottesdienst wegen der großen Schäden nur noch im Pfarrhaus stattfinden. Seit dieser Zeit verfiel die Kirchenburg mehr und mehr. Zuerst kollabierte das Dach des Chores, später auch das Kirchenschiffdach.
Im Jahr 2010 nahm ein Nachfahre von einem ehemaligen Felldorfer (Hr. Georg Fritsch jun.) zusammen mit dem Arcus-Verein (Hr. Lòrànd Kiss und sein Team) die Kirche in ihre Obhut, die seitdem behutsam wiederhergestellt wird. Das Dach konnte 2012 vollendet werden.
Ort und Umgebung
Wenn man siebenbürgische Pfarrer fragt, wo sich Felldorf befindet, erhält man mitunter Mesopotamien als Antwort. Gemeint ist dabei nicht das Zweistromland im Alten Orient, sondern das Gebiet zwischen Großer und Kleiner Kokel im Herzen Siebenbürgens.
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes geht auf das Jahr 1347 zurück. Im ausgehenden Mittelalter kam es zu lang andauernden Konflikten zwischen den ortsansässigen Bauern und Grundherren um Landbesitz und Frondienste. Die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts zogen große Einschnitte nach sich: Als im Jahr 1944 die meisten Deutschen aus Nordsiebenbürgen flüchteten, schlossen sich auch viele Felldorfer den Trecks an. Hinzu kamen die Abwanderung im Kommunismus sowie der Exodus der sächsischen Gemeinde nach 1989/90, sodass die Kirchenburg um das Jahr 2000 so gut wie aufgegeben war.
Seit 2010 baut der Verein Arcus aus Neumarkt am Mieresch mit Unterstützung des Initiators Georg Fritsch jun. aus Österreich, ein Ausbildungszentrum für Restauratoren in der Kirchenburg auf. In zahlreichen Freiwilligeneinsätzen konnten viele Reparaturen an der Anlage durchgeführt werden.
Schlüssel sind bei:
Herrn Jakob Elek
Tel.: +40/746/177 490
DC62 98, Filitelnic 547104, Romania
Die im 15. Jh. errichtete Saalkirche wurde zu Beginn des 16. Jh. wehrhaft umgebaut sowie mit einem ovalen Bering mit fünf Wehrtürmen und später auch mit einem Zwinger ausgestattet. Zu derselben Zeit entstanden zwei Wehrgeschosse auf dem Chor, die jedoch im 19. Jh. abgetragen und durch ein Walmdach ersetzt wurden. Den mittelalterlichen Torturm ersetzte man 1862 durch den mit einem barocken Turmhelm überdeckten Glockenturm. Im Innenraum befinden sich die von Samuel Maetz 1825 gebaute Orgel sowie ein Gestühl, das Sakramentshaus und das Taufbecken aus dem 16. Jh. Der besonders wertvolle spätgotische Altar aus dem 16. Jh. wurde 1998 gestohlen, später wieder aufgefunden und zur Sicherheit in die Johanniskirche nach Hermannstadt (Sibiu) gebracht. Im 19. Jh. war die mit bäuerlicher Blumendekoration verzierte Empore aus dem 17. Jh. nicht mehr ausreichend für die stark anwachsende Gemeinde. Folglich legte man darüber einen Glater an, der sich bis zum Chor zieht und dort noch durch eine untere Etage ergänzt wurde.
Ort
Glockengeläut unter der Erde, eine schwebende Feuerschlange im Nachthimmel, ein weißes Fohlen gleitet durch die nächtlichen Dorfstraßen und auf den finsteren Feldern das Stampfen einer unsichtbaren Viehherde: All dieses und noch vieles mehr soll in Schweischer gesehen und gehört worden sein. Besonders fesselnd ist die Geschichte des Kaufladens im Berg. Gesehen wurde er der Erzählung nach von einem Bauern aus Schweischer, der gerade sein Feld bearbeitete, als sich ein Berg plötzlich öffnete. In der Dunkelheit des Ladens fand er auf den Regalen unbeschreibliche Schätze, von denen er mitnahm, was er nur tragen konnte. Als der Berg sich schloss, waren seine Ochsen und sein Pflug verschwunden. Zu Hause angekommen staunte der Mann darüber, Fremde an seinem Tisch zu sehen. Er erfuhr von ihnen, dass einst ein Mann an der Stelle des Ladens gewohnt habe, der vor einhundert Jahren spurlos verschwunden war. Dessen Name soll auch der Name des Bauern aus Schweischer gewesen sein.
Dem heutigen Reisenden öffnet sich dieser Berg wahrscheinlich nicht, jedoch wird er in Schweischer auch eine andere Welt betreten: eine Welt voller Mythen und Legenden.
Besichtigung:
Schlüssel sind bei Frau Ortrun Morgen
Tel.: +40/268/260 136 und
+40/753/922 466
Haus Nr. 75
Fișer 505501, Rumänien
Gürteln / Gherdeal
Die Kirchenburg von Gürteln, im sogenannten „Krautwinkel“ gelegen, hat einen vollständig erhaltenen Bering mit vier Ecktürmen, von denen der Südliche Mitte des 19. Jh. als Tor- und Burghüterhaus ausgebaut wurde. Die mittelalterliche Kirche dagegen ist spurlos verschwunden, als sie wegen Einsturzgefahr um 1850 gänzlich abgetragen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Mit der zurückhaltenden Fassadengliederung des Turmes und der Gestaltung des Innenraumes orientierte man sich bei der Errichtung der Saalkirche mit Westturm an zeitgenössischen Bauten. Aus der Vorgängerkirche konnte der barocke Altar geborgen und wieder aufgestellt werden. Auch die Orgel entstammt dem Zeitalter des Barock. Ursprünglich für die Kirche von Neustadt (Cristian) gebaut, wurde sie 1842 hierher versetzt.
Ort und Umgebung
Ein Besuch in Gürteln ähnelt einer Zeitreise, denn die kleine und abgelegene Ortschaft ist als „Geisterdorf Siebenbürgens” bekannt. Die Benennung weist nicht unbedingt darauf hin, dass auf den verstaubten Schotterstraßen und in den düsteren, leeren Häusern friedlose Wesen lauern würden. Es ist eher so, dass Gürteln nur noch ein Abglanz dessen ist, was einst ein strahlend munterer Ort gewesen sein muss. Die wenigen übrig gebliebenen Bewohner lassen sich an ein paar Händen abzählen. Nur selten wird die stille Waldeinsamkeit von einem dumpfen Motorknurren gestört. Das Echo des Dorfnamens ist bis nach Deutschland geklungen, nachdem 2002/2003 Martin Nudow und Thomas Beckmann den preisgekrönten Dokumentarfilm Gherdeal über den Ort und seine letzten Bewohner gedreht haben. Die orthodoxe Kirche und die im 16. Jh. errichtete Kirchenburg stehen treulich im Dorf, wie um einen Beweis dafür zu liefern, dass Gürteln kein gottverlassener Ort ist.
Schlüssel sind bei:
Herrn Johann Ongherth
Tel.: +40/788/635 771
Gherdeal 557066, Romania
Weidenbach / Ghimbav
In der bereits im 13. Jh. vom Deutschen Orden gegründeten Siedlung entstand im 15. Jh. durch Umbau eines romanischen Vorgängerbaus eine gotische Basilika. Während der Befestigung mit einem Bering und fünf Wehrtürmen wurden wenig später auch ein Zwinger sowie ein später zugeschütteter Wassergraben angelegt und der Kirchturm wurde mit Schießscharten ausgerüstet. Nach Zerstörungen 1658 wurde die Kirche in ihrer alten Form wieder aufgebaut. Das Gewölbe im Schiff entstand allerdings erst 1775. Aus der gotischen Bauphase haben sich neben der Grundrisskomposition der Kirche die Maßwerkfenster und das Kreuzrippengewölbe im Chor mit dem Kappengewölbe der Apsis erhalten. Aus der Wiederaufbauphase stammt der markante Turmhelm in Form eines Pyramidenstumpfes mit Glockengeschoss und spitzem Helm. Die Ausstattung der Kirche wurde im 18. und 19. Jh. geschaffen. Einmalig in Siebenbürgen ist die flächendeckende ornamentale und florale Ausmalung von 1902, mit der der gotische Raum farbenfroh dekoriert ist.
Ort und Umgebung
Weidenbach liegt einige Kilometer westlich von Kronstadt (Braşov) inmitten des sogenannten Burzenlandes (Ţara Bârsei). Die Region war wegen der Nähe zur natürlichen Grenze des Karpatenbogens zwischen dem 15. und 17. Jh. oft von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen. Wegen der ständigen Bedrohungslage wurde die Weidenbacher Kirchenburg ebenso wie viele Burgen in der Umgebung besonders stark ausgebaut. Neben dem Ausbau ihrer eigenen Burg mussten die Bewohner des Dorfes wiederholt an der Befestigung Kronstadts mitarbeiten.
Zwischen 1599 und 1611 wurde Weidenbach zwei Mal von Angreifern niedergebrannt und zwei weitere Male geplündert. 1612 musste die Kirchenburg sogar kampflos übergeben werden. Und im Jahr 1658 belagerten Krimtataren erneut die Burg. Nach Verhandlungen versprach man den über 900 Dorfbewohnern, die in der Burg ausharrten, freien Abzug. Diese Zusage wurde aber nicht eingehalten und die Bewohner nach Verlassen der schützenden Burgmauern entweder getötet oder vor die Tore Kronstadts verschleppt. Von den dort zum Freikauf angeboten Weidenbachern wurden 155 von Bewohnern Kronstadts freigekauft.
Schlüssel sind bei:
Herrn Mihaly Francisc
Tel.: +40/268/258 176
Übernachtungsmöglichkeiten:
Gästezimmer im ehemaligen Pfarrhaus
Frau Monika Rausch
Tel.: +40/268/258 773
Strada Școlii, Ghimbav 507075, Romania
Hammersdorf / Guşteriţa
Der Kirchenbau zeigt typische Merkmale der romanischen Basiliken in der Umgebung von Hermannstadt (Sibiu). Aus dem 13. Jh. erhalten haben sich ein gedrungenes Langhaus, Kreuzgratgewölbe in den Seitenschiffen, Rundbogenarkaden auf quadratischen Pfeilern zum Mittelschiff und Rundbogenfenster im Obergaden. Auch die Apsidiole des südlichen Seitenschiffes ist bauzeitlich. Im 15. Jh. erfuhr der Chor Veränderungen durch den Einbau von Spitzbogenfenstern sowie eines Rippengewölbes. Gleichzeitig wurde der Chor mit einem Wehrgeschoss befestigt und die Ringmauer wurde errichtet, an deren Ostseite eine kleine, heute profanisierte Kapelle steht. Das Tonnengewölbe mit Stichkappen im Langhaus wurde im 18. Jh. auf die den Arkadenpfeilern vorgelagerten Pilaster gesetzt. Im Innenraum befindet sich ein Gestühl aus dem 18. und 19. Jh. mit Malereien, die 1988 bei Restaurierungsarbeiten freigelegt wurden.
Ort und Umgebung
Hammersdorf gehört zu den ältesten siebenbürgisch-sächsischen Ansiedlungen im Raum Hermannstadt (Sibiu). Auch wenn der Ort um 1940 nach Hermannstadt eingemeindet wurde, hat sich bis heute eine dörfliche Struktur erhalten, die von der Kirchenburg im Zentrum geprägt wird. Die Nähe zur Stadt hatte einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Geschichte des Ortes. Einerseits beeinträchtigen die häufigen Angriffe auf Hermannstadt das Dorf ganz entscheidend, wie am Beispiel des 17. Jh. gezeigt werden kann: Sowohl 1600 als auch 1602 wurde das Dorf bei Kämpfen niedergebrannt, 1658 belagert und beschädigt, 1661 erneut angegriffen und verwüstet, 1690 und 1698 niedergebrannt sowie 1705 geplündert, ehe dann auch noch die Pest wütete. Die Nähe zu Hermannstadt wirkte sich aber auch positiv auf die lokale Wirtschaft aus: Hammersdorf entwickelte sich zu einem wichtigen Ziegellieferanten für die zahlreichen Bauten der Stadt. Bereits im 15. Jh. wird in Chroniken von Lehmexporten berichtet. In einem Teil der modernen Brennereien, die einige Jahrhunderte später entstanden, wird bis heute produziert.
Aktivitäten
Innerhalb des Kirchenburgenensembles hat die für Hammersdorf zuständige Kirchengemeinde Hermannstadt ein „grünes Projekt“ ins Leben gerufen. Unter dem Namen „Hammersdorf – Kirche für Umwelt und Bildung“ werden hier verschiede Aktivitäten für Kindergruppen, Schulklassen, Jugendliche und sonstige Interessenten geboten. Ein tolles Team von Freiwilligen und Mitarbeitern versucht somit die leergewordenen Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Das ehemalige Schulgebäude wird für Vorträge, Projekte und Workshops mit grünem Inhalt genutzt und im Pfarrgarten wird ökologischer Gartenbau anschaulich dargestellt. Ausgearbeitete Fahrrad- und Wanderwege laden Besucher ein, die wunderschöne Gegend zu erkunden.
Weiter Informationen finden Sie unter beim Evangelischen Stadtpfarramt.
Seit September 2016 beherbergt das Schulgebäude die „Charlotte-Dietrich-Schule„, eine private Grundschule mit deutscher Unterrichtssprache.
Stadtpfarramt Hermannstadt
Piaţa Huet nr. 1
550182 SIBIU
JUD. SIBIU
Tel.: +40 (0) 269 211203
E-mail: hermannstadt@evang.ro
Gasthaus:
Acknerhäuschen
2-4 Personen
Auskunft und Buchung: Küsterin Monika Tibori
(deutsch, rumänisch, englisch)
Tel.: (0040-727) 852262
Anmeldung von Montag - Freitag, 8:00-15:00 Uhr (rumänischer Zeit)
auch bei: Anca Budái
(deutsch, rumänisch, englisch)
Tel.: (0040-269) 213141
E-mail: gast@evang.ro
Str. Mr. Octavian Niță 36, Sibiu 550270, Romania
Hahnbach / Hamba
Nur das Turmmauerwerk der Saalkirche von Hahnbach stammt noch aus der romanischen Bauzeit der Kirchenburg. Er wurde vermutlich nach der Zerstörung der Kirche 1493 repariert und mit einem Wehrgeschoss befestigt, während die Kirche nicht wieder aufgebaut, sondern nur mit einer Ringmauer umgeben wurde. Der 1749 errichtete Neubau überdauerte nur bis 1830, dann wurde er durch das heutige Gebäude ersetzt. Die Ringmauer wurde im Zuge dessen abgetragen. Die kleine klassizistische Kirche mit ausgewogenen Proportionen steht heute leer und bis auf die Emporen, Kanzel und das Gestühl wurde alles Inventar ausgeräumt.
Ort und Umgebung
Die erste urkundliche Erwähnung Hahnbachs stammt von 1337. Knapp 200 Jahre später wurde das Dorf durch einen Türkenangriff so stark verwüstet, dass der Fortbestand Hahnbachs bedroht war. Auch die Kirchenburg wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Von der massiv beschädigten romanischen Kirche konnte nur der Turm repariert werden, neben dem ein neuer Saal entstand.Trotz aller Bedrohungen durch Kriege und Feuer wurden in Hahnbach – wie auch in anderen sächsischen Orten – über Jahrhunderte zahlreiche Bräuche gepflegt und weitergegeben. Dazu gehörte auch das Aufstellen des „Lichterts“ zum Weihnachtsfest. Hierbei handelte es sich um ein ovales Holzgerüst, auf das Kerzen gesteckt wurden und das man mit reichlich Weihnachtsschmuck und Engelshaar verzierte. Wenn in der abgedunkelten Kirche die Kerzen entzündet wurden, sangen die Gemeinde oder der Chor Weihnachtslieder. In Hahnbach hatte sich dieser Brauch bis zur Auswanderung der Siebenbürger Sachsen erhalten. Bis heute erhalten geblieben ist die Kirche des Dorfes, deren Baugeschichte zahlreiche interessante Spuren hinterlassen hat.
Aktivitäten/Partner
Seit Frühjahr 2015 baut der Verein „Melikoleg“ im Schulgebäude neben der Kirche eine Imkerschule auf. Hier werden verschiedene Kurse angeboten, die sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Imker geeignet sind. Es gibt ein vielseitiges Angebot, das von Grundkenntnissen der Bienenzucht und Honigherstellung bis hin zu Marketingschulungen, Schädlingsbekämpfung und den Einsatz von Honig und Bienenprodukten zu medizinischen Zwecken reicht. Außerdem können diverse Sorten biologisch hergestellten Honigs aus eigener Produktion direkt vom Wilhelm Tartler innerhalb der Kirchenburganlage erworben werden.
Weitere Informationen und Termine finden Sie unter www.miereecologica.ro
Seit Frühjahr 2018 können Sie die Fotografieausstellung „SAȘI – Porträts einer Minderheit“ des Hamburger Fotografen Thomas Duffé in den Hahnbacher Kirchenburg besuchen.
Hier finden Sie weitere Informationen dazu.
Die Schlüssel sind bei:
Herrn Wilhelm Tartler
Tel.: +40/269/543 609
oder: +40/749/417 077
Wilhelm Tartler verkauft verschiedene Sorten biologisch hergestellten Honigs aus eigener Produktion
Internet: www.miereecologica.ro
House Nr. 50, Hamba 557266, Romania
Heldsdorf / Hălchiu
Im 13. Jahrhundert errichtete man in Heldsdorf eine frühgotische Kirche und weihte sie dem Hl. Andreas. Davon ist bis heute ein spätromanisches Westportal erhalten. Im 15. Jahrhundert baute man ihrer statt eine gotische Hallenkirche. Nach einem Erdbeben im Jahr 1802 wurde sie durch eine größere Hallenkirche ersetzt, wobei man stellenweise die alten Grundmauern wiederverwendete. 1894/95 trug man die Wehranlage ab. Die Innenmauer war neun Meter und die Außenmauer sechs Meter hoch gewesen. Eine Zeichnung von Andreas Altomonte zeigt die Kirchenburg 1727 mit einer inneren Ringmauer und zwei Befestigungstürmen sowie die äußere Ringmauer mit vier Türmen. Drei Glocken aus dem Kirchturm sind aus Klangstahl und wurden 1923 geweiht. Sie ersetzten drei ältere Glocken, die das ungarische Militär 1916 für Kriegszwecke beschlagnahmt hatte. Die vierte Glocke stammt aus dem Jahre 1434 und ist die älteste Glocke des Burzenlandes. Der Doppelflügelaltar wurde 1528 aufgestellt und 1975/76 von Gisela Richter aus Kronstadt restauriert. Die heutige Orgel aus dem Jahr 1808 ist von Johann Theiss in Rosenau, welcher einzelne Teile der beim Erdbeben vernichteten Orgel verwendete. 1839 wurde die Orgel erneut umgebaut.
Schlüssel sind bei:
Frau Elfriede Beders
Tel.: +40/747/842 936
Strada Feldioarei 471, Hălchiu 507080, Romania
Closed
Die romanische dreischiffige Basilika, die bereits durch eine Ringmauer gesichert war, erhielt 1290 einen Glockenturm auf der Westseite. Im 15. Jh. wurden Turm und Schiff gotisch überformt sowie ein zweiter Bering zugefügt. Die Ringmauer wurde auf 12 m erhöht und mit sieben Verteidigungstürmen und Zwinger aufgerüstet. Eine dritte, heute verschwundene Mauer umgab den 1814 zugeschütteten Wassergraben. Auf der Innenseite des ersten Berings wurde ein zum Teil noch erhaltener Wehrgang mit Gaden angebaut. Ungewöhnlich sind die Wohn- und Vorratskammern, die sich auf der Südseite direkt an die Kirche gebaut wurden. Der Westturm, der höchste im Burzenland, wurde 1794 mit einer neuen Spitze versehen. Die Ausstattung des Innenraums datiert überwiegend aus dem 18. Jh. Im östlichen Wehrturm sind in einer vorreformatorischen Kapelle hervorragende Fresken mit Darstellungen u.a. des Jüngsten Gerichtes und der Verdammung der Sünder zu finden, die einer Restaurierung harren.
Ort
Wie lief das Leben im ausgehenden Mittelalter in einer belagerten Kirchenburg ab? In Honigberg kann man dies an den zahlreichen restaurierten Bauteilen noch heute plastisch nachvollziehen. Die Kirchenburg wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach belagert und angegriffen, konnte aber nicht eingenommen werden. Im Jahr 1612 gelang es den Dorfbewohnern sogar, die Burg gegen ein 7.000 Mann starkes Heer des ungarischen Fürst Bathori zu verteidigen.Zu der Zeit war die Anlage mit drei Ringmauern, einem Wassergraben und zahlreichen Wehrtürmen gesichert. Die dritte Burgmauer war an der Innenseite komplett mit Lagerräumen bebaut. Die Versorgung mit Wasser erfolgte über Brunnen, die sich innerhalb der Befestigungen befanden. In die Kirche integriert waren Wohnzellen, die im Belagerungsfall dem Bürgermeister, dem Pfarrer und weiteren wichtigen Gemeindevertretern als Wohnraum zur Verfügung standen.Sehr gut erhalten geblieben sind bis heute die mächtige innere Ringmauer, die Wehrtürme sowie Wohn- und Lagerräume im Burginnenhof.
Besichtigung: Dan Ioan Ilica-Popescu
Tel.: +40/729/745 210
Öffnungszeiten:
Sommer: Montag-Samstag 9-18 Uhr / Sonntag 10-18 Uhr
Winter: täglich 10-16 Uhr
(es ist möglich dass der Besuch während gewissen Veranstaltungen nicht erlaubt ist)
Gasthaus:
Pfarrhaus
4 Gästezimmer mit 11 Betten
Gemeinschafts-Wohnküche, Bäder, Waschmaschine, große Terrasse
Predigerhaus
4 Gästezimmer
Bad, geräumige Wohnküche, Waschmaschine
Obstgarten mit Campingplatz (8 Stellplätze)
5 Nasszellen, Strom und Wasser, W-LAN, Waschmaschine, Geschirrspüler, Entleerungsmöglichkeit für chem. Toiletten
Auskunft und Buchung: Dan Ilica-Popescu
Adresse: Str. Pieţii 2 – Kirchenburg
Tel.: (0040-723) 608646
Internet: https://eng.harmaninfo.com/camping
Honigberg 507085, Rumänien
Mönchsdorf / Herina
Ein Besuch in Mönchsdorf mit seinen rund 500 Einwohnern und seiner dreischiffigen romanischen Pfeilerbasilika sollte auf keiner Reise in Nordsiebenbürgen fehlen. Die evangelische Kirche mit zwei Westtürmen und einer Westempore wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut und vor wenigen Jahren restauriert. Sie steht solitär auf einer kleinen Erhebung im Ort und ist wegen ihrer Lage und ihrer Architektur ein beliebtes Fotomotiv.
Das wunderschöne Nösnerland ist eine sehr geschichtsträchtige Region, da es dank seiner günstigen geografischen Lage, seiner guten Bodenbeschaffenheit, seiner üppigen Wälder und Mineralienvorkommen ein stark umkämpftes Gebiet war. Die Spuren der in frühen Zeiten hier angesiedelten Handwerks- und Handelszünfte sind bis heute sichtbar. Für Besucher gibt es eine Vielzahl von Attraktionen, insbesondere sind Ausflüge in die Natur durch die zahlreichen Nationalparks der Region zu empfehlen. Die sehr intensiv und häufig gefeierten traditionellen Feste stellen echte Publikumsmagneten dar.
Schlüssel sind bei:
Frau Brigitte Budacan
Tel.: +40/766/432 729
Herina 427088, Romania
Marienburg / Hetiur
In der kleinen, vor langer Zeit von Leibeigenen bewohnten Ortschaft Marienburg wurde im 15. Jh. eine Saalkirche mit polygonal abschließendem Chor errichtet. Das heutige spätgotische Gebäude wurde im 18. Jh. mit einem Westturm mit Wehrplattform und Spitzdach ausgestattet. Wie die Strebepfeiler, die die Kirchenmauern stützen, beweisen, war der Innenraum ursprünglich mit Gewölben überspannt, die später durch eine Flachdecke ersetzt wurden. Von der Wehrmauer haben sich keine Überreste erhalten. Im Inneren befinden sich zwei wertvolle Werke, die von zwei bekannten Einwohnern Schäßburgs (Sighişoara) gebaut wurden: der Barockaltar von 1789, eine Arbeit von Johannes Folberth, und die 1850 von Samuel Binder erstellte Orgel mit spätbarockem Prospekt.
Ort und Umgebung
In der Nähe von Schäßburg (Sighişoara) gelegen, können in der Marienburger Kirche, die sich auf einem Bergrücken befindet, einige historisch besonders wertvolle Objekte besichtigt werden. Die dicken Mauern schützen unter anderem einen hochwertigen Barockaltar aus dem Jahre 1789.
Die Wurzeln des Altars als Verehrungsstätte ragen allerdings viel tiefer in die Vergangenheit. Die Benennung kommt wahrscheinlich vom lateinischen Begriff „alta ara“, was „Erhöhung“ bedeutet. Neueren Untersuchungen zufolge könnte sich das Wort auch von „adolere“ („verbrennen“) ableiten. Damit würde auf die ursprüngliche Rolle als Stätte zur Verbrennung von Opfergaben hingewiesen werden.
Der Altar symbolisiert die Fläche der Begegnung mit Gott und hat in den meisten Kulturen die Bedeutung eines Tisches, wo Mensch und Schöpfer zusammensitzen. Zuerst war im Christentum ein einfacher Holztisch üblich, später wurde er aus Stein gefertigt und anschließend über einem Märtyrergraben in Block- oder Sarkophagform errichtet. Mit der Zeit wurden diese einfachen Bauten zu wahrhaften Kunstwerken, wobei als wichtigste Altarformen der Ziboriumsaltar (mit baldachinartiger Überdeckung), der Flügelaltar und der Altar mit Predella (kunstvoll bemalter oder geschnitzter Sockel) gelten.
Schlüssel sind bei:
Frau Maria Theiss
Tel.: +40/265/711 155
Leider ist die Kirche derzeit nicht begehbar.
E60, Hetiur 545403, Romania
Hamruden / Homorod
Einer der mächtigsten Wehrtürme Siebenbürgens erhebt sich mit acht Geschossen über dem ehemaligen Chor der romanischen Kirche von Hamruden, die gegen Ende des 13. Jh. erbaut wurde. Der Turm wurde während des Ausbaus zur Wehrkirche um 1500 errichtet. Im Zuge dieser Arbeiten erfolgte auch eine Abtrennung des Chores vom Schiff und der kleinere Westturm wurde in Verlängerung der Seitenschiffe ummantelt. Zusätzlich entstanden zwei Ringmauern um die Kirche. Die äußere turmlose Mauer schloss einen Zwinger ab, während die innere mit vier Ecktürmen gesichert war. 1784 kam es zu einer Vergrößerung des Kirchenschiffs durch den Anbau eines Chores auf der Südseite. Nach einem Brand erhielt die Kirche 1792 ihre bemerkenswerte spätbarocke Ausstattung mit einer bemalten Flachdecke und dekorierten Emporen. Besonders sehenswert ist der reich verzierte Orgelaltar. Die bedeutenden Fragmente der Wandmalereien im ehemaligen Chor zeigen Darstellungen aus verschiedenen Epochen von 1270 bis ins späte Mittelalter.
Ort und Umgebung
Das Dorf Hamruden im östlichen Siebenbürgen ist bekannt für seine Mineralwasserquellen: Die verfallenen Kurbadanlagen erzählen noch heute vom Charme längst vergangener Tage. Vor Ort kursieren Geschichten über eine außergewöhnliche Quelle, die es einst hier gegeben haben soll. Ihr Wasser soll den armen Menschen vom Schicksal geschenkt worden sein. Es konnte beim Backen Milch, Hefe und Salz zugleich ersetzen. Wenn man dieses Wunderwasser mit Mehl anrührte, wuchs der Teig im Backofen auf das Drei- bis Vierfache seiner ursprünglichen Größe an.Weniger mysteriös, aber dennoch ganz einzigartig sind die Wandmalereien in der Kirche von Hamruden, die als die ältesten erhaltenen in Siebenbürgen gelten. Sie befinden sich auf den Wänden des einstigen Chores und wurden nie übertüncht, da dieser Raum nach der Wehrbarmachung der Kirche vom Schiff abgetrennt und durch einen neuen Chor ersetzt wurde. Die Malereien werden drei verschiedenen Phasen, unter anderem der Spätgotik, zugeordnet.
Schlüssel sind bei:
Familie Marton
Tel.: +40/268/286 609
Gasthaus:
Pfarrhaus
3 DZ, 1 3-Bett- und 1 5-Bett-Zimmer
Bad, Küche, Aufenthaltsraum, W-LAN
Frühstück, Halb- oder Vollpension auf Wunsch
Fahrradverleih
Auskunft und Buchung: Horst Bretz (Augsburg)
Tel.: (0049-821) 741246
oder Familie Marton (Hamruden)
Tel.: (0040-268) 286609
DJ132 403, Homorod 507105, Rumänien
Holzmengen / Hosman
Von der im 13. Jh. erbauten Basilika haben sich nur das Westportal sowie die Pfeiler mit den Arkaden, die das Hauptschiff von den Seitenschiffen trennten, erhalten. Bei dem Westportal handelt es sich um ein wertvolles Zeugnis der romanischen Bauplastik Siebenbürgens mit zahlreichen Relieffriesen. Wer aufmerksam den Turm über dem Portal betrachtet, wird ein eingemauertes Relief, das zwei Gestalten darstellt, bemerken. Manche behaupten, es handle sich um die Taufe Jesu im Jordan, andere wiederum vermuten eine Darstellung von Adam und Eva. Der Betrachter kann eine eigene Deutung des Rätsels versuchen. Um 1500 wurde der Glockenturm der Kirche von Holzmengen erhöht und mit einem – von Konsolen gestützten – Wehrgang ausgestattet. Im Zuge dessen wurden die Seitenschiffe der Kirche abgetragen. Die zwei im 15. Jh. errichteten Mauern der Festung sind durch den Torturm verbunden und weisen heute noch Spuren des ehemaligen Wehrgangs und der Schießscharten auf.
Ort und Umgebung
Inmitten des pittoresken Harbachtals (Valea Hârtibaciului) liegt das Dorf Holzmengen. Die Kirchenburg im Zentrum des Ortes ist eines der beliebtesten Fotomotive Siebenbürgens. Bei klarem Wetter hat man von hier einen eindrucksvollen Blick auf das häufig schneebedeckte Fogarascher Gebirge (Munţii Făgăraş), das einst die Grenze des ungarischen bzw. österreichischen Einflussgebietes bildete. Als Teil der Südkarpaten erreicht das Gebirge Höhen von über 2.500 Metern.
Heute ist Holzmengen einer der Ausgangspunkte des Brukenthal-Kulturweges, auf dem man in bis zu neun Tagesetappen die Umgebung erkunden kann. Vor Ort in Holzmengen fördert der Verein „Nachhaltiges Holzmengen“ (Asociaţia Hosman Durabil) die Dorfentwicklung. Schwerpunkte der Arbeit sind der Erhalt des kulturellen und baulichen Erbes sowie die Verbesserung der Lebensqualität. Als Teil der Arbeit wurde die sogenannte Alte Mühle (Moara Veche) zum Kultur- und Veranstaltungsort entwickelt. Hier kann man an Führungen teilnehmen und Brot kaufen, das nach traditionellen Rezepten gebacken wird.
Der Verein „Europäisches Jugendbegegnungszentrum Kirchenburg Holzmengen“ (CEPIT Hosman), veranstaltet interethnische und ökumenische Jugendveranstaltungen und engagiert sich für den Erhalt des mittelalterlichen Ensembles der Kirchenburg.
Aktivitäten
Die Kirchenburg von Holzmengen wurde Ende der 1990iger Jahren umfangreich saniert. Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen und die so wichtige stetige Pflege und Wartung der Anlage unterlief wechselhafte Phasen.
Anfang der 2000er Jahre hat sich die Familie Cotaru (Hosman Durabil) intensiv um die Kirchenburg gekümmert und neben Öffnen und Zugänglichmachen der Kirchenburg auch Hand angelegt. So konnte neben der ständigen Pflege auch die Turmuhr restauriert werden.
Ab 2010 wurden einige Maßnahmen vom Verein Jugendburg Holzmengen, dem Bezirk Hermannstadt und anderen Initiativen durchgeführt. Der Verein Jugendburg Holzmengen kümmert sich schon seit vielen Jahren um das Alte Pfarrhaus.
Um das vielseitige Engagement der Gemeinde und der beiden Vereine vor Ort zu unterstützen, haben wir Holzmengen in unser Denkmalpflegeprogramm aufgenommen.
Schlüssel sind bei:
Frau Maria Nicula
Tel.: +40/746/131 088
Gasthaus:
Jugendbegegnungszentrum im Pfarrhaus
3 Zimmer mit 25 Plätzen
Büro, Aufenthaltsraum, Speisesaal, Küche, Bad, Scheune im Hof
Garten eignet sich für Zelte und Lagerfeuer
Gruppen, die bei Reparaturarbeiten am Pfarrhaus helfen, sind gerne gesehen.
Auskunft und Buchung: Ruth István
Tel.: (0040-769) 668634
E-mail: jzholzmengen@gmail.com
Internet: www.holzmengen.ro
Facebook: https://www.facebook.com/jugendburgh/
DC45, Hosman 557168, Rumänien
Jakobsdorf bei Agnetheln / Iacobeni
Im 14. Jahrhundert wurde die gotische, dem Hl. Jakobus geweihte Saalkirche errichtet.
Ende des 15. Jahrhunderts wurde ein spätgotisches Netzgewölbe in den Saal eingezogen. Der Ausbau zur Wehrkirche erfolgte um 1500, als im Westen der massive Turm mit Holzwehrgang angebaut wurde. Über der Sakristei verfügt die Kirche über einen weiteren, fünfstöckigen Wehrturm. Über der Kirche befindet sich ein vorgekragtes und auf 15 Bögen ruhendes Wehrgeschoß.
In den 1990er-Jahren wurde die Kirche von Jakobsdorf vorübergehend einer anderen Glaubensgemeinschaft zur Nutzung überlassen. In dieser Zeit wurden vor allem im Innenbereich bauliche Maßnahmen durchgeführt, die nicht dem Denkmalschutz entsprechen. Von dem ursprünglichen Inventar sind jedoch unter anderem noch ein Epithaph des Pfarrers Michael Schullerus (1748) und die Täfelung der Emporen mit Malereien aus dem 18. Jahrhundert erhalten.
Schlüssel sind bei:
Herrn Achim Vintea
Tel.: +40/746/707 799
oder +40/741/928 545
Iacobeni 557109, Romania
Niedereidisch / Ideciu de Jos
Ein Brand zerstörte 1868 die alte Kirche von Niedereidisch. Mit ihrem Wiederaufbau wurde 1870 begonnen, doch noch bis 1874 feierte man die Gottesdienste unter freiem Himmel. Dabei saß die Gemeinde im großen Kreis auf Floßhölzern, die später das Turmdach tragen sollten. Die neu errichtete Saalkirche weist keine besonderen stilistischen Merkmale auf: Der Raum ist in drei Gewölbejoche unterteilt, die durch Gurtbögen getrennt sind, der Chor hat ein Stichkappengewölbe und zwischen Chor und Schiff befindet sich ein runder Triumphbogen. Der Glockenturm im Westen stürzte 1875 kurz vor seiner Fertigstellung ein, da die alten Fundamente den schweren Neubau nicht tragen konnten. Im daraufhin komplett neu gebauten Turm hängen heute zwei bereits sehr alte Glocken, die eine mit der Aufschrift „Verbum Domini Manet in Aeternum“ (aus dem Jahr 1597), die andere mit der Inschrift „Anno Domini 1664“. In der Zeit des Totalitarismus nutzten sowohl Reformierte, Katholiken, Orthodoxe als auch Evangelischen die Kirche – eine Art Ökumene aus der Not heraus.
Schlüssel sind bei:
Frau Gerda Lassel
Tel.: +40/757/628 710
House Nr. 129, DJ154A, Ideciu de Jos 547360, Romania
Belleschdorf / Idiciu
Die kleine Saalkirche wurde im 15. Jahrhundert auf einem Bergrücken im Westen der Gemeinde Belleschdorf erbaut. In Folge eines Sturmes im Jahre 1690 stürzte das Gewölbe ein. Zwischen 1825 und 1827 trat durch Umbauarbeiten des Mediascher Baumeister Conrad ein größerer Chor an die Stelle des mittelalterlichen. Größere Renovierungsarbeiten wurden 1904 durchgeführt; dabei wurde auch ein neuer Dachstuhl eingesetzt. 1927 hat man den alten, abseitsstehenden hölzernen Glockenstuhl abgetragen und an der Westseite einen neuen Glockenturm errichtet. Als im Jahre 1870 die alte Kirche von Zendersch abgerissen wurde, verkauften die Zenderscher ihre Orgel weit unter Wert an die vergleichsweise arme Gemeinde in Belleschdorf. Diese war 1753 in Hermannstadt gefertigt worden und wurde 1991 an die römisch-katholische St. Michaelskirche in Klausenburg weiterverkauft. Zum Wertvollsten, was die Kirche einst beherbergte, gehörte die Renaissance-Kassettendecke von 1690. Die 98 Felder enthielten Tafeln mit geometrischer und pflanzlicher Dekoration. Im Frühjahr 2016 stürzte das Dach der Kirche ein und hinterließ eine Ruine. Ein Altarbild befindet sich in der Kapelle des Altenheims von Drabenderhöhe.
Die Kirche von Belleschdorf ist eine Ruine.
Idiciu, Romania