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Großprobstdorf / Târnava
Die gotische Saalkirche von Großprobstdorf wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie um 1500. Der Chor ist mit einem Tonrippengewölbe mit sieben Stichkappen überführt. Die Fenster sind einteilige Spitzbogenfenster und auch die Steinfassung des Sakristeiportals hat einen Spitzbogenabschluss. Ein ebenfalls spitzbogiger Triumphbogen mit abgeflachten Kanten trennt den Chor vom Saal, der mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt und von zehn Strebepfeilern gestützt wird. In das Westportal hat man im 16. Jahrhundert zwei Holzflügeltüren mit Schnitzarbeiten eingesetzt. Das Südportal, durch welches der Zugang erfolgt, hat eine einfache Profilierung, bestehend aus Birnstab, Hohlkehlen und Rechteckstäben. Die Empore im Westen stützt auf drei Spitzbogenarkaden und hat ein Tonrippengewölbe. Bei der Renovierung 1869 hat man das Süd- und Westportal um Vorhallen ergänzt sowie den Giebel der Westfront teilweise abgetragen und durch ein Krüppelwalmdach ersetzt. In kurzer Entfernung zur Kirche steht der Glockenturm, dessen Dachstuhl und Wehrgang 1897 abgetragen wurden. Bei einer Überschwemmung zwanzig Jahre zuvor haben sich rund um die Kirche Erdmassen angelagert, sodass die Kirche heute rund zwei Meter hoch eingeschüttet ist. Mit dem Ziel, einen Gemeindesaal zu bauen, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts große Teile der Wehrmauern entfernt. Reste der Ringmauer sind noch im Süden erhalten.
Die gotische Saalkirche von Großprobstdorf wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie um 1500. Der Chor ist mit einem Tonrippengewölbe mit sieben Stichkappen überführt. Die Fenster sind einteilige Spitzbogenfenster und auch die Steinfassung des Sakristeiportals hat einen Spitzbogenabschluss. Ein ebenfalls spitzbogiger Triumphbogen mit abgeflachten Kanten trennt den Chor vom Saal, der mit einem Kreuzrippengewölbe überspannt und von zehn Strebepfeilern gestützt wird. In das Westportal hat man im 16. Jahrhundert zwei Holzflügeltüren mit Schnitzarbeiten eingesetzt. Das Südportal, durch welches der Zugang erfolgt, hat eine einfache Profilierung, bestehend aus Birnstab, Hohlkehlen und Rechteckstäben. Die Empore im Westen stützt auf drei Spitzbogenarkaden und hat ein Tonrippengewölbe. Bei der Renovierung 1869 hat man das Süd- und Westportal um Vorhallen ergänzt sowie den Giebel der Westfront teilweise abgetragen und durch ein Krüppelwalmdach ersetzt. In kurzer Entfernung zur Kirche steht der Glockenturm, dessen Dachstuhl und Wehrgang 1897 abgetragen wurden. Bei einer Überschwemmung zwanzig Jahre zuvor haben sich rund um die Kirche Erdmassen angelagert, sodass die Kirche heute rund zwei Meter hoch eingeschüttet ist. Mit dem Ziel, einen Gemeindesaal zu bauen, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts große Teile der Wehrmauern entfernt. Reste der Ringmauer sind noch im Süden erhalten.
Schlüssel sind bei:
Herrn Mihai Feisan
Tel.: +40/758/891 496
Herrn Mihai Feisan
Tel.: +40/758/891 496
Einrichtungen
Parkplatz
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Martinsdorf / Metiș
Die ursprüngliche mittelalterliche Kirche von Martinsdorf ist im 19. Jh. abgetragen und durch ein im neugotischen Stil errichtetes Gotteshaus ersetzt worden, das zu den sogenannten Gustav-Adolf-Kirchen zählt. Das evangelische Gustav-Adolf-Werk, das älteste evangelische Hilfswerk, spendete im 19. Jh. etlichen Gemeinden in der Diaspora neue Kirchbauten. In Martinsdorf blieb vom Vorgängerbauwerk der aus dem 14. Jh. stammende Westturm erhalten. Von dem ehemaligen mit drei Türmen und einem Zwinger gesicherten Bering steht heute nur noch der Nordturm, der mit einem Fachwerkwehrgang ausgestattet ist. Später wurde das Pfarrhaus an ihn angebaut. Auf einer der Martinsdorfer Glocken, die auf das 14. Jh. datiert wird, sind noch gotische Majuskeln zu erkennen.
Ort und Umgebung
Martinsdorf ist paradiesisch an einem bewaldeten Berghang gelegen, inmitten des ruhigen Kaltbachtals (Valea Râului Calva). Wer hätte gedacht, dass hier in den stillen Straßen, zwischen verschwiegenen alten Häusern rund um die würdevolle Kirchenburg einst scherzhafte und humorvolle Geschehnisse das Leben prägten? So erzählt man sich zum Beispiel eine Anekdote von einem Tatarenangriff. Als die Bewohner in der Kirchenburg Zuflucht gefunden hatten, liefen einige Ferkel aus der Burg davon. Ihre Besitzerin, eine verbitterte und mürrische alte Frau, verließ schimpfend die schützende Festung, um diese wieder einzufangen. Aus einem Gebüsch sprang ein Tatar, packte und entführte sie. Ihr Ehemann, der die Burg nicht verlassen hatte, schaute ihnen mit offenem Mund nach. Sein altes Gesicht mit den feuchten Augen drückte herzzerbrechendes Mitleid aus. Mit zitternder, dumpfer Stimme soll er betroffen geflüstert haben: „Oh mein Gott … Du armer Tatar!“
Die Schlüssel sind bei:
Frau Johanna Hartmann
Tel.: +40/269/587 122
House Nr. 11, Metiș, Romania
Mardisch / Moardăș
Die Mardischer Kirche entstand Anfang des 15. Jh. als gotische Saalkirche. Besonders erwähnenswert ist die Bauplastik im Chor. Die Gewölberippen ruhen auf Konsolen, die sehr reichhaltig und fein dekoriert sind. Hinzu kommen die drei Chorfenster in Maßwerk, die seit dem Jahr 2010 schrittweise repariert werden. Diese Arbeiten sind Teil eines Projektes zur Instandsetzung der Kirchenburg, das seit dem Jahr 2008 auf Initiative der Leitstelle Kirchenburgen mit verschiedenen Kooperationspartnern organisiert wird. Reparaturen wurden bisher vor allem am Dachstuhl, den Wänden und Fassaden sowie der Decke durchgeführt. In weiteren Bauabschnitten ist unter anderem die Ausbesserung und Wiederherstellung des Fußbodens im Langhaus und im Chor geplant. Ziel des Vorhabens ist es, die Kirche so weit zu reparieren, dass der Innenraum wieder genutzt werden kann.
Ort und Umgebung
„Totgesagte leben länger“, könnte man meinen, wenn man sich mit der Geschichte des Dorfes Mardisch beschäftigt. Der kleine Ort hatte es wegen seiner Lage abseits bedeutender Handelswege schon immer etwas schwerer. Und nach wechselvoller 500-jähriger Geschichte schien nach 1860 das Ende nahe. Der Pfarrer beschwerte sich über den schlechten Zustand der Kirchenburg: Die Sakristei musste bereits 1874 abgetragen werden und erst 1880 entschloss sich die Gemeinde endlich zu Reparaturen. Doch während die Männer im Wald Holz schlugen, um den beschädigten Glockenturm zu stützen, brach dieser in sich zusammen. Von den folgenden Jahrzehnten berichtet ein Ortschronist, dass Sittenverfall und Misswirtschaft viele Bewohner zur Auswanderung nach Amerika trieben. Knapp 100 Jahre später verließen die vorerst letzten Deutschen das Dorf. Damit schien das Schicksal ihrer Kirchenburg erneut besiegelt zu sein. Seit dem Jahr 2008 wird die Kirchenburg jedoch schrittweise wieder instand gesetzt.
Aktivitäten
Im Jahr 2009 entwickelte die Leitstelle Kirchenburgen mit der Städtischen Fachschule für Bautechnik München, der HOG Mardisch und dem Bezirkskonsistorium Mediasch die Idee für ein einmaliges internationales Gemeinschaftsprojekt zur Rettung und Revitalisierung der Kirchenburg. Die Burganlage sollte schrittweise repariert und die Kirche wieder nutzbar gemacht werden. Seit dem Jahr 2010 entsendet die Fachschule München dazu ein bis zweimal jährlich größere Gruppen von angehenden Handwerksmeistern verschiedener Gewerke, die gemeinsam mit Bewohnern aus Mardisch und der Umgebung an der Kirchenburg arbeiten. Inzwischen ist auch die Malerinnung München als weiterer Partner an dem Vorhaben beteiligt. In zahlreichen Einsätzen wurde viel erreicht und die Aktivitäten konnten auch auf das benachbarte Martinsdorf ausgeweitet werden. Ein Teil der benötigten Baumaterialien hat der US-amerikanischen Ambassadors Fund für Cultural Preservation finanziert, weshalb auch der ehemalige US-Botschafter Mark Gitenstein mit seiner Frau im Jahr 2011 zu einem Besuch nach Mardisch kam.
Die Schlüssel sind bei:
Herrn Alexandru Stanila
Tel.: +40/269/254 682
Moardăș 557157, Romania
Kleinschelken / Șeica Mică
Die einstige Bedeutung der Gemeinde Kleinschelken spiegelt sich in der Größe der Mitte des 14. Jh. errichteten dreischiffigen Pfeilerbasilika wieder. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese zu einer großen Kirchenburg ausgebaut. Die gotisch überformte Kirche erhielt einen Westturm, der wie der Chor später mit zwei Wehrgeschossen aufgestockt worden ist. Erhalten haben sich zwei kleinere Verteidigungstürme, die beiden Ringmauern sind teilweise abgetragen. Auf der Westseite war der innere Bering mit einem Torturm gesichert. Um den für die Versorgung der Belagerten wichtigen Brunnen zu schützen, wurden der Turm der Kirche sowie der Westturm mit 14 Metern hohen Mauern verbunden, wodurch der sogenannte Brunnenhof entstand. Seine Umfassungsmauern erhielten umlaufend einen Wehrgang mit Wachtürmchen. Der Innenraum der Kirche wurde im 18. Jh. durch Einbau von Emporen über den Seitenschiffen erweitert. Zeitgleich wurden die Schiffe mit Flachdecken überdeckt. Der Chor dagegen zeigt bis heute sein gotisches Kreuzrippengewölbe.
Ort und Umgebung
Obwohl die Ortschaft Kleinschelken „klein“ im Namen trägt, galt sie schon Ende des 15. Jh. als größte Gemeinde des Schelker Stuhls (Verwaltungsgebiet von Schelken/Jeica).
Den Legenden nach haben große Persönlichkeiten in dem Dorf verweilt. Vor langer Zeit, so heißt es, reisten die Apostel Paul und Lukas durch das Land. Eines Abends kehrten sie bei einer Bäuerin in Kleinschelken ein. Die begeisterte Frau bot den hohen Gästen natürlich das Beste aus ihrer Küche an: Maisbrei und Rahm. Verzaubert vom köstlichen Geschmack fragten die Jünger, wie dieses Gericht heiße. Die Bäuerin teilte ihnen mit, dass es noch keinen Namen habe. Entzückt schlugen Paul und Lukas vor, dass von nun an der Maisbrei „Paul-Lukas“ heißen solle. Ob sich diese Geschichte tatsächlich so zugetragen hat? Was mit Sicherheit gesagt werden kann ist, dass der goldene Maisbrei, das rumänische Nationalgericht (rum. mămăligă), im Sächsischen tatsächlich „Palukes“ genannt wird.
Die Schlüssel sind bei:
Frau Maria Pop
Tel.: +40/269/514 738
oder bei Frau Maria Nan
Tel.: +40/269/514 555
Gasthaus:
Gästehaus im Pfarrhaus wird renoviert und empfängt ab 2023 wieder Gäste.
Șeica Mică 557255, Romania
Kerz / Carța
Eine Kirchenburg war das einstige Kloster, das als die östlichste Gründung der Zisterzienser gilt, nicht im eigentlichen Sinne. Bis heute beeindrucken die Ruinen der nach den Ordensregeln angelegten Anlage, die ab 1202 zunächst im romanischen Stil errichtet, aber erst nach Zerstörungen im 14. Jh. vollendet wurde. Da das Kloster unbefestigt blieb, war es den Angriffen der Osmanen schutzlos ausgeliefert. Mitte des 15. Jh. brannte es aus und wurde nach einer letzten Instandsetzung Ende des 15. Jh. aufgelöst. Die Siedlung, die um das Kloster entstanden war, wurde der Stadt Hermannstadt unterstellt. Ab dem 17. Jh. verfielen Klausurgebäude und Langhaus der Kirche weitgehend. An den Mauern der Kirchenruine lässt sich noch die dreischiffige Basilika mit Querschiff erkennen, von den Klostergebäuden hat sich nur die Ostwand des Konventsgebäudes erhalten. Heute werden der Chor und die Vierung für Gottesdienste genutzt.
Ort und Umgebung
Eine besondere Kerzer Sehenswürdigkeit sind die Ruinen des Zisterzienserklosters aus dem 13. Jh. Die Mönche waren aktiv an der Kolonialisierung des schwach besiedelten Gebietes beteiligt. Doch sie brachten den Menschen, die in der Nähe siedelten, wenig Glück: Das Kloster wurde häufig von Mongolen und Türken angegriffen. Aus dieser Zeit stammen viele Volksgeschichten, von denen eine besagt, dass die Kerzer einst vor einfallenden Türken in den Wald flüchteten. Sie nahmen „Boflisch“, wie in Siebenbürgen der Speck genannt wurde, als Notproviant mit. Ein Verräter berichtete den Türken von dem Versteck. Als die Feinde nahten, bauten die Kerzer eilig einen Wall aus gefällten Bäumen und legten in ihrer Verzweiflung auch das „Boflisch” darauf. Wenig beeindruckt zündeten die Türken den Wall einfach an. Als der Speck zu brennen begann, verbreitete das sengende Fett einen widerlichen Geruch. Die Türken, für die Schweinefleisch unrein ist, verließen angeekelt den Kampfplatz. So wurden die Kerzer durch ihre Lieblingsspeise gerettet. Seither wird jener Ort im Wald „Boflischgraben“ genannt.
Die Schlüssel sind bei:
Herrn Michael Reger
Tel.: +40/787/650 365
House Nr. 110, Kerz 557070, Romania
Hahnbach / Hamba
Nur das Turmmauerwerk der Saalkirche von Hahnbach stammt noch aus der romanischen Bauzeit der Kirchenburg. Er wurde vermutlich nach der Zerstörung der Kirche 1493 repariert und mit einem Wehrgeschoss befestigt, während die Kirche nicht wieder aufgebaut, sondern nur mit einer Ringmauer umgeben wurde. Der 1749 errichtete Neubau überdauerte nur bis 1830, dann wurde er durch das heutige Gebäude ersetzt. Die Ringmauer wurde im Zuge dessen abgetragen. Die kleine klassizistische Kirche mit ausgewogenen Proportionen steht heute leer und bis auf die Emporen, Kanzel und das Gestühl wurde alles Inventar ausgeräumt.
Ort und Umgebung
Die erste urkundliche Erwähnung Hahnbachs stammt von 1337. Knapp 200 Jahre später wurde das Dorf durch einen Türkenangriff so stark verwüstet, dass der Fortbestand Hahnbachs bedroht war. Auch die Kirchenburg wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Von der massiv beschädigten romanischen Kirche konnte nur der Turm repariert werden, neben dem ein neuer Saal entstand.Trotz aller Bedrohungen durch Kriege und Feuer wurden in Hahnbach – wie auch in anderen sächsischen Orten – über Jahrhunderte zahlreiche Bräuche gepflegt und weitergegeben. Dazu gehörte auch das Aufstellen des „Lichterts“ zum Weihnachtsfest. Hierbei handelte es sich um ein ovales Holzgerüst, auf das Kerzen gesteckt wurden und das man mit reichlich Weihnachtsschmuck und Engelshaar verzierte. Wenn in der abgedunkelten Kirche die Kerzen entzündet wurden, sangen die Gemeinde oder der Chor Weihnachtslieder. In Hahnbach hatte sich dieser Brauch bis zur Auswanderung der Siebenbürger Sachsen erhalten. Bis heute erhalten geblieben ist die Kirche des Dorfes, deren Baugeschichte zahlreiche interessante Spuren hinterlassen hat.
Aktivitäten/Partner
Seit Frühjahr 2015 baut der Verein „Melikoleg“ im Schulgebäude neben der Kirche eine Imkerschule auf. Hier werden verschiedene Kurse angeboten, die sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Imker geeignet sind. Es gibt ein vielseitiges Angebot, das von Grundkenntnissen der Bienenzucht und Honigherstellung bis hin zu Marketingschulungen, Schädlingsbekämpfung und den Einsatz von Honig und Bienenprodukten zu medizinischen Zwecken reicht. Außerdem können diverse Sorten biologisch hergestellten Honigs aus eigener Produktion direkt vom Wilhelm Tartler innerhalb der Kirchenburganlage erworben werden.
Weitere Informationen und Termine finden Sie unter www.miereecologica.ro
Seit Frühjahr 2018 können Sie die Fotografieausstellung „SAȘI – Porträts einer Minderheit“ des Hamburger Fotografen Thomas Duffé in den Hahnbacher Kirchenburg besuchen.
Hier finden Sie weitere Informationen dazu.
Die Schlüssel sind bei:
Herrn Wilhelm Tartler
Tel.: +40/269/543 609
oder: +40/749/417 077
Wilhelm Tartler verkauft verschiedene Sorten biologisch hergestellten Honigs aus eigener Produktion
Internet: www.miereecologica.ro
House Nr. 50, Hamba 557266, Romania
Alzen / Alțâna
Die im 13. Jh. errichtete romanische Basilika erfuhr im Verlauf der Geschichte mehrere Umbauten: Die ehemalige Apsis wurde durch den gegenwärtigen gotischen, polygonal abgeschlossenen Chor ersetzt und das südliche Seitenschiff bekam ein barockes Gewölbe. Im 15. Jh. wurde das Mittelschiff mit einem spätgotischen Netzgewölbe überspannt und im 19. Jh. wurde der zusammen mit der Sakristei errichtete Glockenturm mit Wehrgang durch den heutigen Turm im neugotischen Stil ersetzt. Die Anlage wurde mit einem ovalen Bering verstärkt, versehen mit Zwinger und Wehrtürmen in den vier Himmelsrichtungen. Der Nordturm stürzte jedoch im 20. Jh. ein und die Vorratskammern im Innern der Kirchenburg wurde abgetragen.
Ort und Umgebung
Das Dorf Alzen hat eine lange Geschichte, die sich auch in der pittoresken Kirchenburg widerspiegelt. Die Burg liegt auf einem Hügel inmitten des Dorfes. Während es an diesem Bauwerk noch heute Spuren aus der vorreformatorischen Zeit zu entdecken gibt, scheint ein anderer Zeuge der Vergangenheit spurlos verschwunden zu sein: Der Bach, welcher in der Nähe des Dorfes fließt, murmelt Geschichten über eine geheimnisvolle Mühle, die vor langer Zeit an seinem Ufer gestanden haben soll. Die Legende sagt, dass in der Neujahrsnacht unheilvolles Geläut von dem Dachboden der Mühle und auch aus dem dunklen Wasser zu hören gewesen sein soll. Der letzte Müller pachtete die Mühle, ohne von diesem Spuk zu wissen und flüchtete in seiner ersten Neujahrsnacht von Entsetzen gepackt. Am nächsten Morgen war die Mühle spurlos verschwunden, nur ihren Namen hat sie dem Bach hinterlassen. Dieser heißt auch heute noch „Alt-Mühlgraben“. Auch das Feld hinter dem Bach, „Bei der alten Mühle” genannt, erinnert an frühere Zeiten.
Tourismus
In Alzen befindet sich ein interethnisches Museum der ganz besonderen Art: eine sehr umfangreiche und daher sehenswerte Sammlung rumänischer, sächsischer und ungarischer Kulturobjekte ist hier ausgestellt und lädt die Besucher zu einem informativen Rundgang ein. Bei einer Fahrt durch das Harbachtal sollte man etwas mehr Zeit einplanen und dem Museum einen Besuch abstatten.
Schlüssel sind bei:
Frau Rosemarie Müller
Tel.: +40/744/105 620
Achtung: Die Kirchenburg ist auf Grund eines eingestürzten Kirchendaches derzeit leider nicht begehbar.
Gării Nr. 54, Alţâna 557005, Rumänien
Eibesdorf / Ighişu Nou
Die Wehrkirche von Eibesdorf entstand aus einer turmlosen gotischen Saalkirche mit einem schmalen Chor aus dem 14./15. Jh. Der Chor wurde Ende des 15. Jh. durch ein Wehrgeschoss erhöht. In den vorderen Saal wurde ein Turm eingezogen, in dessen Mauern die Treppenaufgänge verliefen. Der kleine oktogonale Treppenturm auf der Nordseite wurde erst später angefügt. Wie in vielen Kirchen im Raum Mediasch (Mediaş) finden sich an und in der Kirche hochwertige Steinmetzarbeiten: aufblühenden Rosen im Kämpfer an den Maßwerkfenstern des Chores und an dem Westportal mit reich gegliederter Profilierung. Der mächtige Wehrturm auf der Westseite besitzt noch sein ursprüngliches Walmdach und das hölzerne Kampfgeschoss. Die Kirche ist umgeben von einem vollständigen Bering mit den Ruinen eines befestigten Wehrspeichers auf der Nordseite sowie einer hufeisenförmigen Bastei im Süden als Abschluss des schmalen Zwingers.
Ort und Umgebung
Eibesdorf befindet sich in einem Seitental der Großen Kokel (Târnava Mare). Eine Wasserscheide bildet hier die Grenze zu dem zu Meschen (Moşna) gehörenden Tal. An einer Stelle wird die natürliche Flurgrenze jedoch ungewöhnlich unterbrochen. Die Überlieferung besagt, dass hier einst das Pferd eines kaiserlichen Reiters auf einer schlecht gepflegten Brücke stürzte und sich ein Bein brach. Die Bewohner von Meschen wollten sich aus der Verantwortung ziehen und behaupteten, dass die Brücke sich auf Eibesdorfer Gebiet befände: So erhielt Eibesdorf diesen Talgrund.Über Jahrhunderte lebten die Bewohner vom Wein- und Ackerbau sowie der Stierzucht und Obstanbau. Dem Dorf ging es gut, daher konnte man es sich leisten, die Kirche mit allerhand Bauplastiken sowie Verzierungen zu versehen und sie mit einer mächtigen Ringmauer zu umgeben.Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden aus den Bauern Fabrikarbeiter im nahen Mediasch (Mediaş). Die zahlreichen Eibesdorfer Gehöfte erinnern heute an die Zeit, als die Landwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle war und man das Dorf nur selten verließ.
Aktivitäten
EU-Projekt „18 Kirchenburgen“
Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien
Baukosten: 190.000 EUR
Zeitraum: 2010-2014
Schlüssel sind bei:
Frau Aldea Monica
Tel: +40/765/038 408
Übernachtungsmöglichkeiten:
Gästezimmer im alten Pfarrhaus, neben der Kirchenburg: 27 Betten in 6 Zimmern
Frau Monica Aldea
Tel: +40/765/038 408
Gasthaus:
Pfarrhaus
28 Betten in 6 Zimmern
2 Gemeinschaftsräume, Küche, 3 Bäder, Pkw-Abstellplatz, Fußballplatz, Schaukeln, gemütliche Gartenecke
Auskunft und Buchung: Christi Buhazi
E-mail: cristianbuhazi@yahoo.ro
Tel.: (0040-767) 279717
oder (0040-730) 651820
Școlii Nr. 41, Ighișu Nou 551001, Romania
Arkeden / Archita
Von der einstigen romanischen, dreischiffigen Basilika haben sich nur die Außenmauern erhalten. Die Kirche wurde zunächst gotisch überformt und mit einem Turm erweitert, bevor sie Anfang des 16. Jh. durch Abbruch der Seitenschiffe und durch Aufstockung mit einem Wehrgeschoss wehrbar gemacht wurde. Der Turm wurde hierbei verstärkt und mit einer Kampfplattform ausgerüstet. Schon Ende des 15. Jh. waren die umfassenden Wehranlagen der beiden Ringmauern mit Verteidigungstürmen an den Ecken entstanden. Nach einem Brand 1748, der auch das Dorf zerstörte, erhielt die Kirche ihre heutige Form mit einem Tonnengewölbe und einem neuen Dach. Aus dieser Zeit stammt auch die barocke Innenausstattung mit Seitenemporen und einer doppelstöckigen Westempore, auf der die Orgel des bedeutenden Orgelbauers Samuel Maetz von 1824 steht. Der hochbarocke Altar wurde bereits 1752 von Meister Philippi aus Schässburg (Sighi?oara) geschaffen, der auch elf Jahre später die Kanzel schuf.
Ort und Umgebung
Wie haben sich die siebenbürgischen Dörfer im Mittelalter vor osmanischen Angriffen geschützt? In der Kirchenburg von Arkeden lässt sich dies anschaulich nachvollziehen: Die Kirche ist von zwei Ringmauern umgeben. Die mit sieben Türmen verstärkten Mauern sowie Teile eines hölzernen Wehrgangs sind bis heute erhalten geblieben. Vom massiven Glockenturm hat man einen weiten Blick über die Umgebung. Doch zwischen den hohen Ringmauern und der Kirche kann man immer noch die Enge spüren, in die sich die Dorfbewohner bei Gefahr flüchteten. An der inneren Mauer sind die Pechnasen zu erkennen, aus denen in höchster Not siedendes Pech auf Angreifer geschüttet wurde. Es konnte im Fall der Belagerung in einem speziellen Raum im Glockenturm erhitzt werden.Die hügelige Umgebung von Arkeden lädt zu Erkundungen ein, um die Überreste des Dorfes Wordt zu suchen. Dieses ging den Überlieferungen zu Folge einst an der Pest zu Grunde. Heute ist auch das Wissen um die genaue Lage der Ruinen in Vergessenheit geraten.
Aktivitäten
EU-Projekt „18 Kirchenburgen“
Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien
Baukosten: 200.000 EUR
Zeitraum: 2010-2014
Schlüssel sind bei:
Frau Garofiţa Tutu
Tel: +40/762/976 400
Archita 547636, Romania