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Felldorf / Filitelnic
Im 13. Jh. wurde eine gotische Hallenkirche mit Spitzbogenfenstern und Glockenturm errichtet. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach repariert und verändert. Die bedeutendste Veränderung erfuhr das Turmdach 1787. Kirche, Bering und Bastion mit Eingangsportal wurden 1580 sowie 1655 umfassend renoviert. Die letzten großen Sanierungsmaßnahmen fanden 1972 statt. Hierbei wurden die Kirche und der Glockenturm repariert, Bering, Torturm und Nordturm stabilisiert.
Bereits 1980 konnte der Gottesdienst wegen der großen Schäden nur noch im Pfarrhaus stattfinden. Seit dieser Zeit verfiel die Kirchenburg mehr und mehr. Zuerst kollabierte das Dach des Chores, später auch das Kirchenschiffdach.
Im Jahr 2010 nahm ein Nachfahre von einem ehemaligen Felldorfer (Hr. Georg Fritsch jun.) zusammen mit dem Arcus-Verein (Hr. Lòrànd Kiss und sein Team) die Kirche in ihre Obhut, die seitdem behutsam wiederhergestellt wird. Das Dach konnte 2012 vollendet werden.
Ort und Umgebung
Wenn man siebenbürgische Pfarrer fragt, wo sich Felldorf befindet, erhält man mitunter Mesopotamien als Antwort. Gemeint ist dabei nicht das Zweistromland im Alten Orient, sondern das Gebiet zwischen Großer und Kleiner Kokel im Herzen Siebenbürgens.
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes geht auf das Jahr 1347 zurück. Im ausgehenden Mittelalter kam es zu lang andauernden Konflikten zwischen den ortsansässigen Bauern und Grundherren um Landbesitz und Frondienste. Die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts zogen große Einschnitte nach sich: Als im Jahr 1944 die meisten Deutschen aus Nordsiebenbürgen flüchteten, schlossen sich auch viele Felldorfer den Trecks an. Hinzu kamen die Abwanderung im Kommunismus sowie der Exodus der sächsischen Gemeinde nach 1989/90, sodass die Kirchenburg um das Jahr 2000 so gut wie aufgegeben war.
Seit 2010 baut der Verein Arcus aus Neumarkt am Mieresch mit Unterstützung des Initiators Georg Fritsch jun. aus Österreich, ein Ausbildungszentrum für Restauratoren in der Kirchenburg auf. In zahlreichen Freiwilligeneinsätzen konnten viele Reparaturen an der Anlage durchgeführt werden.
Schlüssel sind bei:
Herrn Jakob Elek
Tel.: +40/746/177 490
Schlüssel sind bei:
Herrn Jakob Elek
Tel.: +40/746/177 490
Einrichtungen
Muzeum
Parkplatz
Video
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Reußdorf / Cund
Die im 15. Jh. entstandene Saalkirche erhielt erst 1804 einen Glockenturm an der Westfassade. Die Pilastergliederung des Turmes weist spätbarocke Merkmale auf. Von der einstigen Befestigungsanlage hat sich nahezu nichts erhalten, lediglich die Form der Ringmauer lässt sich anhand der heutigen Begrenzungsmauer nachvollziehen. Der Chor hat noch sein spätgotisches Rippengewölbe, wohingegen die Kassettendecke des Kirchensaales Anfang des 20. Jh. durch eine flache geputzte Decke ersetzt wurde. Wertvollstes Ausstattungsstück war der vorreformatorische Flügelaltar mit der Darstellung der Passion Christi. Heute ist er in der Bergkirche in Schäßburg (Sighişoara) aufgestellt. Im Chor der Kirche befindet sich ein spätgotisches Gestühl von 1532.
Ort und Umgebung
In abgelegener Lage zwischen den Flüssen Große Kokel und Kleine Kokel (Târnava Mare und Târnava Mică) findet man den 1323 erstmals urkundlich erwähnten Ort Reußdorf. Etwa 50 Jahre später wurde ein Großteil des Dorfes von einer adligen Familie an eine andere weitergegeben. Lediglich acht Hofstellen unterstanden nicht der Verwaltung adliger Familien. Um 1790 werden freie Bauern, die sogenannten „Libertinis“ erwähnt, die, nicht unter dem Einfluss von Feudalherren stehend, auf 16 Hofstellen in Reußdorf lebten. Im Laufe der Jahrhunderte flammten zwischen unterschiedlichen Adligen immer wieder Streitigkeiten um Besitzansprüche in Reußdorf auf. Der überwiegende Teil der zuletzt rund 700 sächsischen Bewohner verließ Reußdorf in den 1990er Jahren. Die siebenbürgisch-sächsischen Höfe wurden vor allem von Rumänen und Ungarn übernommen, aber auch von einer kleinen Zahl von Zuwanderern aus Deutschland. Mehrere ehemalige Bauernhöfe wurden in den letzten Jahren restauriert und zu Ferienwohnungen umgebaut.
Tourismus
Das Resort „Valea Verde“ bietet neben Übernachtungsmöglichkeiten mit hohem Standard auch eine köstliche Küche, die aus saisonalen und regionalen Erzeugnissen hergestellt wird. Das Resort eignet sich sowohl für Geschäftsreisende als auch für Erholungsurlauber und bietet Räumlichkeiten und Ausstattung für große Feierlichkeiten und Events.
Schlüssel sind bei:
Herr Jonas Schäfer
Tel.: +40/265/714 399
Unterkunft:
Rund 40 Gästebetten sind in verschiedenen Ferienhäusern im Dorf verfügbar, Vermittlung durch Valea Verde:
Tel.: +40/265/714 399
Fax: +40/265/714 395
E-Mail: info@cund.de
Internet: www.cund.de
Adresse: Cund, Hausnr. 119
House Nr. 119, Cund 547647, Romania
Reps / Rupea
Im 15. Jahrhundert wurde in Reps eine gotische Hallenkirche erbaut. Das gotische Gewölbe im Saal ersetzte man 200 Jahre später durch eine Kassettendecke. Entsprechend einer lateinischen Inschrift wurde diese Kassettendecke 1713 renoviert. Dachstuhlarbeiten müssen 1665 stattgefunden haben, denn auf einem der Balken findet sich das Datum 1. Mai 1665. Darüber hinaus wurde 1727 die Orgelempore bemalt. Um die Reparaturarbeiten 1930/31 zu finanzieren, verkaufte die Gemeinde 16 Perserteppiche. Bis heute ist ein Teil des Maßwerks auf der Westempore erhalten. Die Kirchenfenster haben noch ihre Steinfassung, lediglich das nordwestliche Fenster ist mit Maßwerk versehen. Darüber hinaus sind an der Südwand über der Empore Reste von vorreformatorischen Fresken festzustellen, die Ähnlichkeiten zu orientalischen Malereien aufweisen. Erhalten geblieben ist außerdem eine spätgotische Sakramentsnische, deren Holztürchen im sächsischen Bauernbarock bemalt ist. Im Innern der Kirche sind heute 17 orientalische Teppiche zu sehen.
Schlüssel sind bei:
Familie Wagner
Tel.: +40/268/260 417
Strada Republicii 139, Rupea 505500, Romania
Sächsisch-Regen / Reghin
Die wunderschöne Kirche in Sächsisch-Regen gehört zu den beudeutensten Baudenkmälern der Stadt und wurde im Jahre 1330 zunächst als katholische Kirche errichtet und der Heiligen Maria geweiht. Die Inschrift, die diese Tatsache belegt, ist die älteste erhaltene Majuskel-Inschrift auf dem gesamten Gebiet Siebenbürgens. Im Jahr 1551 wird sie im Zuge der Lutherischen Reformation evangelisch.
In den Folgejahren treffen die Stadt immer wieder harte Schicksalsschläge: Während eines Kuruzzenaufstandes im Jahre 1708 zerstört ein Großbrand die ganze Kirche, das Pfarrhaus und die Kirchenburg. Siebzig Jahre lang bleibt die Kirche unbedeckt, bevor die Gemeinde Ende des Jahrhunderts mit dem Wiederaufbau beginnt. Doch sie sollte nicht lange verschont bleiben. Schon weitere 70 Jahre später wird die ganze Ortschaft geplündert und die Kirche erneut in Brand gesetzt. Erst in den darauffolgenden Jahren kann sie nach und nach aufgebaut und renoviert werden.
Dank der Unterstützung der ausgewanderten Reener (so werden die sächsischen Bewohner des Ortes genannt) sowie dem Engagement und dem Fleiß der Gemeindemitglieder, steht die Kirche nun in ihrer vollen Pracht für Besucher und Interessierte offen – sie ein wahres Schmuckstück für das Stadtbild und erfreut sich eines aktiven Gemeindelebens.
Schlüssel sind bei:
Frau Erika Bencze
Tel.: +40/754/580 824
Gasthaus:
"Das Bogerhaus"
1 Zimmer mit 2 Betten und ausziehbarer Sitzecke
Bad, Küche, Parkplatz im Hof
Auskunft und Buchung: Ev. Pfarramt Sächsisch-Regen
Tel.: (0040-265) 511025
E-mail: pfarramt.reen@gmail.com
Strada Călăraşilor, Reghin 545300, Romania
Rauthal / Roandola
Seit dem 15. Jahrhundert steht in Rauthal eine kleine gotische Saalkirche. Der polygonale Chor hat Netz- und Kreuzgewölbe und wird von Strebepfeilern abgestützt. Im Süden befindet sich ein Eingang mit Spitzbogensteineinfassung. Der Saal, der durch drei Rundbogenfenster erleuchtet wird, muss zu späterer Zeit noch umgebaut worden sein. An der Nordwand des Chores sind zwei übereinanderliegende Holzemporen eingebaut, im Westen eine Orgelempore. Die Orgel wurde 1857 von Samuel Binder hergestellt. Ihr Gehäuse weist klassizistische Merkmale auf. Der klassizistische Altar aus dem 19. Jahrhundert hat einen gemauerten Altartisch, über dem sich der hölzerne Altar erhebt. Seit 1792 wird die Kirche von einem niedrigen Glockenturm flankiert.
Schlüssel sind bei:
Familie Decker
Tel.: +40/269/428 218
Gasthaus:
Familie Baak
EZ, DZ, Mehrbettzimmer
Bad, Frühstück und Abendessen auf Wunsch
bei rechtzeitiger Anmeldung auch ein kostenloses Willkommensessen
Fischteich, Kutschfahrten
Auskunft und Buchung:
Tel.: (0040-269) 428017
oder (0040-768) 514050
und (0049-152) 10637266
House Nr. 111, Roandola, Romania
Radeln / Roadeș
In der Kirchenburg von Radeln steht eine vermutlich als Saalkirche mit polygonalem Chor und Glockenturm errichtete Kirche aus dem 14. Jh. Diese wurde im 15. Jh. befestigt, dabei wurde der Turm mit einer mächtigen Mauer ummantelt, die die ehemals offene Vorhalle verschloss. Chor und Schiff erhielten auskragende Wehrgeschosse auf Strebepfeilern mit dahinter liegenden Gussscharten. Seitlich wurde eine zweigeschossige Sakristei angebaut und der Turm auf fünf Geschosse mit Wehrplattform erhöht. Die Wehranlagen von Chor, Schiff und Turm wurden im 19.Jh. weitgehend abgetragen. Umgeben war die Kirche von einer Ringmauer mit vier Wehrtürmen und einem vorgelagerten Zwinger. Drei der Wehrtürme haben sich bis heute erhalten. Im Innenraum finden sich das spätgotische Chorgewölbe, zum Teil zweigeschossige bemalte Emporen mit einer Darstellung der Radelner Kirchenburg vor Abbruch der Wehrgeschosse aus der Zeit des Barock sowie eine Orgel von 1838. Der bedeutende 1533 geschaffene Flügelaltar steht heute in der Johanniskirche in Hermannstadt (Biserica Sf. Johannis, Sibiu).
Im Februar 2016 kam es zu einem Teileinsturz des Kirchturms.
Ort und Umgebung
Die Geschichte meinte es nicht immer gut mit Radeln: Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes fällt auf das Jahr 1356. Die Bewohner des Dorfes werden darin angeklagt, gemeinsam mit Siedlern aus benachbarten Dörfern in die Besitzungen des Gräfen Jakobus eingebrochen zu sein. In den folgenden Jahrhunderten taucht der Ortsname immer wieder im Zusammenhang mit Steuernachlässen infolge schwerer Brände auf. Demnach verwüsteten Feuersbrünste 1496 und 1523 das Dorf, Gleiches passierte zwischen 1552 und 1557 zwei weitere Male. Auch im 19. Jh. hatte es schwere Brände gegeben. Trotz all dieser Rückschläge verloren die Bewohner nicht den Mut und bauten ihre Siedlung immer wieder auf. Bereits seit dem 13./14. Jh. errichteten sie zudem eine imposante Kirchenburg. Sie ist heute in einem idyllischen Tal gelegen, das kaum noch etwas von den Bedrohungen des ausgehenden Mittelalters erahnen lässt. An dessen Fuße baut die Peter-Maffay-Stiftung seit einigen Jahren ein Ferienheim für traumatisierte Kinder und Jugendliche auf.
Schlüssel sind bei:
Frau Katharina Fritsch
Tel.: +40/757/224 815
Gästehaus:
Gästehaus Tabaluga
6 Appartements
Sat-TV, Mini-Bar
Auskunft und Buchung: online
E-mail: rezervari@casa-kraus.ro
Tel.: (0040-743) 255553
Internet: www.gaestehaus-tabaluga.com
Experience Fortified Churches, Romania
Bußd bei Mühlbach / Boz
In dem kleinen Örtchen Bussd bei Mühlbach findet sich eine spätgotische Saalkirche, die umgeben von einer niedrigen Mauer auf dem Dorfanger steht. In der laut Inschrift 1523 errichteten Kirche gehen Saal und Chor in gleicher Breite ineinander über. Das Stichkappengewölbe des Saales ist dekorativ mit Rippen aus Tonziegeln gegliedert. Die Fassaden sind durch Strebepfeiler unterteilt, auf denen sowie auf dazwischen angeordneten Konsolen zwei Wehrgeschosse ruhen. Über das untere Geschoss waren die Gußscharten zwischen den Konsolen zugänglich, während im darüber liegenden zweiten Geschoss Schießscharten der Verteidigung dienten. Die beiden Geschosse sind über eine auf der Nordostseite angeordnete Wendeltreppe zu erreichen. Ähnliche Kirchbauten sind in Klosdorf und Tobsdorf zu sehen. Für die Klosdorfer Kirche ist der Baumeister Stephan Ungar bekannt und man kann ihn auch als Urheber der beiden anderen Kirchen vermuten.
Auf der Nordseite findet sich noch ein Torturm mit Wehrgang. Im Inneren findet sich neben einem frühbarocken Altar die Ausstattung des 19.Jh.
Aktivitäten
Mitte der 1990iger Jahren hat Daniel Schuster, Siebenbürger Sachse aus Bußd bei Mühlbach, begonnen die turmlose Wehrkirche seines Heimatdorfes vor dem Verfall zu retten. Er gründete eine Stiftung und sammelte Spenden. 1998 konnten somit größerer Reparaturarbeiten an den Dächern und der Ringmauer durchgeführt werden.
Mittlerweile sind fast 20 Jahre vergangen. Durch das ehrenamtliche und kontinuierliche Engagement von Herr Schuster hat sich das Kirchenburgenensemble bis heute erhalten. Der Zahn der Zeit nagt trotzdem an der Substanz und es müssen weitere Denkmalpflegearbeiten durchgeführt werden.
Die Stiftung Kirchenburgen ist sehr von dem unermüdlichen Engagement von Herrn Schuster beeindruckt und möchte seine Arbeit an der Wehrkirche in Bußd mittels dem Dächer- und Denkmalpflegeprogramm unterstützen. Ein Kurzgutachten zum Zustand der Anlage und die Vorbereitungen für erste Sicherungsmaßnahmen sind in Arbeit.
Unsere Partner
Daniel Schuster, stiftung_agenda2023@yahoo.de
Bezirkskonsistorium Mühlbach
Schlüssel sind bei:
Familie Crișan
Tel.: +40/258/764 334
Boz 517276, Romania
Bußd bei Mediasch / Buzd
Wann genau die Kirche von Bußd bei Mediasch erbaut wurde, ist nicht bekannt. Der aus dem späten 14. Jh. stammende Chor wurde im Zuge der Befestigung zur Sicherung der Kirche gegen den Berghang mit drei Wehrgeschossen überbaut. Damit überragt er das Kirchenschiff weit sichtbar. Über einen kleinen Wendelstein erreicht man die Verteidigungsanlagen, die sich oberhalb des Rippengewölbes befinden. Der einst mehr als 6 Meter hohe Bering ist zurückgebaut worden und der Torturm wurde zur Burghüterwohnung umgebaut. Das gotische Trichterportal in der Westfassade zeigt die für die Gegend um Mediasch üblichen Stilmerkmale. Der Innenraum des Kirchenschiffes wird von den klassizistischen Seitenemporen geprägt, während der Chor durch den hochbarocken Altar dominiert wird. Hier findet sich neben der gotischen Sakramentsnische ein aus derselben Zeit stammendes Schulterportal als Eingang in die Sakristei. Bemerkenswert ist auch der überdachte hölzerne Treppenaufgang zur Burg.
Ort und Umgebung
Mit dem hoch aufragenden Wehrchor wirkt die an einem steilen Hang errichtete Kirchenburg von Bußd außergewöhnlich pittoresk.Es scheint, als habe die Burg versucht, den Berg hinaufzusteigen. Von aller Kraft verlassen, musste sie sich dann aber auf halbem Wege an der heutigen Stelle niederlassen. Tatsächlich sind für das Aussehen der Kirchenburg jedoch verschiedene Bauphasen verantwortlich. So wurden etwa Chor und Saal nicht zur selben Zeit erbaut. Darüber hinaus ist die ungewöhnliche Höhe des Wehrchors auf die Erfordernisse einer guten Verteidigung zurückzuführen: Er wurde so errichtet, dass von seinen Ausguckposten über eine nahe Bergkuppe hinweg Einblick in das angrenzende Seitental der Großen Kokel (Târnava Mare) genommen werden kann. So konnten einst Feinde rechtzeitig bemerkt werden.
Aktivitäten
Dächerprogramm
Träger: Bezirkskonsitorium Mediasch
Baukosten: 5.000 EUR
Zeitraum: Juni-September 2009
Schlüssel sind bei Burghüter Nicolae Rafa, der in der Kirchenburg lebt.
Buzd 557056, Romania
Burgberg / Vurpăr
Von der in der ersten Hälfte des 13. Jh. errichteten romanischen Basilika lässt sich bis heute die Grundstruktur deutlich ablesen. Es haben sich außerdem viele Details aus der Bauzeit erhalten. Die ursprünglich turmlose Kirche erhielt später einen Glockenturm, der 1602 bereits wieder einstürzte und erst 1750 ersetzt wurde. Der dreischiffige Kirchenraum mit Chorquadrat und Apsis zeigt heute eine Flachdecke aus dem 19. Jh., während der Chor im 18. Jh. ein böhmisches Kappengewölbe erhielt. Zu dieser Zeit wurden auch die Seitenemporen eingezogen. Die romanischen Obergadenfenster liegen durch die neue Decke im Dachraum, doch kann man auf der Nordseite noch das bauzeitliche Portal mit der Darstellung von Fabelwesen im Tympanon finden. Von den die Kirche seit dem 14. Jh. umgebenden Befestigungsanlagen hat sich nur der Bering erhalten. An der Westseite wurden 1720 das Burghüterhaus und 1845 die alte Schule errichtet.
Ort und Umgebung
Im Zentrum von Siebenbürgen gelegen war die Region Hermannstadt (Sibiu) schon immer ein Treffpunkt unterschiedlicher Kulturen und Völker. Burgberg liegt einige Kilometer nördlich von Hermannstadt am Ende eines ruhigen Seitentals. Über dem Dorf wacht eine der ältesten Kirchen Siebenbürgens. Bemerkenswert daran ist unter anderem ein außergewöhnliches Relief auf dem Tympanonfeld des nördlichen Portals. Es stellt zwei Fabelwesen dar – ein löwenartiges Tier und eine Gestalt mit Katzenkopf, Fischkörper und Raubtierpfoten –, die eine Pflanze flankieren, welche als Lilie oder Lebensbaum gedeutet wird. Die Lilie ist ein Zeichen der Marienverehrung. Der Baum des Lebens erscheint in der Mitte des Paradieses und wird oft als Symbol Jesu Christi selbst gedeutet. In der Mythologie steht der Lebensbaum als Achse im Weltzentrum. Seine Äste ragen zum Himmel und die Wurzeln reichen tief in den Boden, wodurch er zur Brücke zwischen den drei Welten – Himmel, Erde, Unterwelt – wird. Gleich diesem Mythenbaum sind auch die Burgberger Steinpflanze und das Gotteshaus Vermittler zwischen Heiligtum und Laien, Kultur und Moderne, Vergangenheit und Gegenwart.
Schlüssel sind bei:
Herrn Daniel Lederer
Tel.: +40/269/544 325
House Nr. 677, Vurpăr 557295, Romania
Bulkesch / Bălcaciu
Auf unregelmäßigem polygonalem Grundriss erhebt sich der aus dem 14. Jh. stammende Chor der Kirche von Bulkesch, der im 16. Jh. durch drei Wehrgeschosse erhöht wurde. Über ihm hat sich ein seltenes Beispiel für ein hölzernes Chor-Wehrgeschoss erhalten. Auf der Nordseite befindet sich die zeitgleich erbaute zweigeschossige Sakristei. Aus dem Material der abgetragenen alten Kirche und der inneren Verteidigungsmauer wurde von 1807 bis 1810 die heutige Kirche als dreischiffige Hallenkirche mit vier profilierten Pfeilerpaaren und einem Tonnengewölbe errichtet. Erst 1856 erhielt die Kirche den heutigen Turm mit spitzem Turmhelm. Der ringförmig angelegte äußere Bering weist noch fünf kleine Wehrtürme auf, von denen der südliche als Tor ausgebildet ist. Der klassizistische Innenraum der Kirche besticht durch seine einheitliche Gestaltung in Weiß und Gold mit sparsamem Stuck. Dies gilt auch für die Maetz-Orgel von 1820 und die reich verzierte Kanzel.
Ort und Umgebung
Bulkesch liegt zwischen den Flüssen Große und Kleine Kokel (Târnava Mare und Mică). Eine Legende erklärt deren Nebeneinander, wie folgt: An ihrem gemeinsamen Quellort im Gurghiu-Gebirge in den Ostkarpaten wetteten die Flüsse einst darum, wer zuerst bei Blasendorf (Blaj) ankommen würde. Die weise Große Kokel floss nur bei Tag, um allen Hindernissen ausweichen zu können. Die Kleine Kokel dagegen, von dampfendem Ehrgeiz erfüllt, floss auch bei finsterer Nacht und musste daher manchmal große Umwege machen oder sogar zurückfließen. Deshalb verlor sie die Wette.
So soll das malerische Zwischenkokelgebiet entstanden sein, das von manchen auch scherzhaft Mesopotamien (Zweistromland) genannt wird. Mitten in diesem Gebiet befindet sich Bulkesch, ein Dorf der Sagen und Märchen, aber auch der Tradition und der Tapferkeit. Vor Ort erzählt man sich hinter vorgehaltener Hand von den geheimen Tunneln, die es einst gegeben haben soll, und von verwunschenen Schätzen, die auf Ländereien der Umgebung gefunden wurden.
Schlüssel sind bei:
Herrn Kurator Friedrich Zikeli
Tel.: +40/258/881 985
House Nr. 116, Bălcaciu, Romania