Kirchenburg Braller
Kirchenburg Braller

Kirchenburg Braller

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Braller / Bruiu

Die im 13. Jh. errichtete romanische Basilika wurde vorwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jh. stark verändert, vor allem durch den Abriss der Seitenschiffe und Neubau mit Emporengeschoss sowie den Anbau einer Apsis. Nur an der südlichen Fassade hat sich eine romanische Türeinfassung mit Rundbogen erhalten. Die Kirche war von einer ringförmigen Mauer umgeben, die direkt an den Westturm anschloss. Dessen Wehrgang wurde gleichfalls im 19. Jh. abgetragen. Um die innere Mauer wurde ein weiterer polygonaler Mauerring mit 4 Basteien und 3 Wehrgängen erbaut, was an den 3 übereinanderliegenden Reihen von Schießscharten im Norden der Kirchenburg zu erkennen ist. Ein langgestrecktes, dreigeschossiges Gebäude an der südöstlichen Seite der Kirche wurde als Vorratslager, aber auch als Wohnung genutzt, war aber als Kampfhaus auch mit Wehranlagen ausgerüstet.

Ort und Umgebung

Eine Sage aus Braller erzählt von einem Totengräber, der auf dem Friedhof auf Gebeine stieß. Höhnisch lachend lud der Mann das Skelett zum Essen ein. Später am Abend, als der Totengräber gemütlich am Tisch saß, klopfte es plötzlich an der Tür: Das Skelett hatte die Einladung ernst genommen. Der unerwünschte Besucher entführte seinen Gastgeber auf eine wundersame Reise, von der dieser zwar in derselben Nacht zurückkehrte, jedoch um hundert Jahre gealtert war. Der Mann soll auf der Reise das Paradies gesehen haben. Vielleicht war es aber auch nur sein Heimatdorf, das in der Morgensonne inmitten der sattgrünen Landschaft durchaus etwas paradieshaftes an sich hat.Braller liegt einige Kilometer südwestlich von Großschenk (Cincu) abseits der üblichen Touristenrouten im sogenannten „Krautwinkel“. Die Kirchenburg, deren Entstehungsgeschichte bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück reicht, ist ein typisches Beispiel für siebenbürgische Wehrarchitektur.

Schlüssel sind bei:
Herrn Michael Ehrmann
Tel.: +40/269/586 515

Einrichtungen

Orgel Parkplatz

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5.0 1 review
Hamruden / Homorod Einer der mächtigsten Wehrtürme Siebenbürgens erhebt sich mit acht Geschossen über dem ehemaligen Chor der romanischen Kirche von Hamruden, die gegen Ende des 13. Jh. erbaut wurde. Der Turm wurde während des Ausbaus zur Wehrkirche um 1500 errichtet. Im Zuge dieser Arbeiten erfolgte auch eine Abtrennung des Chores vom Schiff und der kleinere Westturm wurde in Verlängerung der Seitenschiffe ummantelt. Zusätzlich entstanden zwei Ringmauern um die Kirche. Die äußere turmlose Mauer schloss einen Zwinger ab, während die innere mit vier Ecktürmen gesichert war. 1784 kam es zu einer Vergrößerung des Kirchenschiffs durch den Anbau eines Chores auf der Südseite. Nach einem Brand erhielt die Kirche 1792 ihre bemerkenswerte spätbarocke Ausstattung mit einer bemalten Flachdecke und dekorierten Emporen. Besonders sehenswert ist der reich verzierte Orgelaltar. Die bedeutenden Fragmente der Wandmalereien im ehemaligen Chor zeigen Darstellungen aus verschiedenen Epochen von 1270 bis ins späte Mittelalter. Ort und Umgebung Das Dorf Hamruden im östlichen Siebenbürgen ist bekannt für seine Mineralwasserquellen: Die verfallenen Kurbadanlagen erzählen noch heute vom Charme längst vergangener Tage. Vor Ort kursieren Geschichten über eine außergewöhnliche Quelle, die es einst hier gegeben haben soll. Ihr Wasser soll den armen Menschen vom Schicksal geschenkt worden sein. Es konnte beim Backen Milch, Hefe und Salz zugleich ersetzen. Wenn man dieses Wunderwasser mit Mehl anrührte, wuchs der Teig im Backofen auf das Drei- bis Vierfache seiner ursprünglichen Größe an.Weniger mysteriös, aber dennoch ganz einzigartig sind die Wandmalereien in der Kirche von Hamruden, die als die ältesten erhaltenen in Siebenbürgen gelten. Sie befinden sich auf den Wänden des einstigen Chores und wurden nie übertüncht, da dieser Raum nach der Wehrbarmachung der Kirche vom Schiff abgetrennt und durch einen neuen Chor ersetzt wurde. Die Malereien werden drei verschiedenen Phasen, unter anderem der Spätgotik, zugeordnet. Schlüssel sind bei: Familie Marton Tel.: +40/268/286 609 Gasthaus: Pfarrhaus 3 DZ, 1 3-Bett- und 1 5-Bett-Zimmer Bad, Küche, Aufenthaltsraum, W-LAN Frühstück, Halb- oder Vollpension auf Wunsch Fahrradverleih Auskunft und Buchung: Horst Bretz (Augsburg) Tel.: (0049-821) 741246 oder Familie Marton (Hamruden) Tel.: (0040-268) 286609
DJ132 403, Homorod 507105, Rumänien
In der heutigen Kirche lassen sich noch die Grundzüge der romanischen dreischiffigen Basilika erkennen, die schon zur Zeit ihrer Errichtung einen sechsgeschossigen Westturm besaß. Die Anlage war bereits früh durch einen Bering gesichert, der mit Beginn der osmanischen Angriffe ab 1430 durch Wehrtürme, eine zweite Mauer und einen Wassergraben weiter ausgebaut wurde. Im Zuge dessen wurde auch die Kirche befestigt: Über dem Chor, der Apsis und den beiden Seiteneingängen wurden Verteidigungstürme errichtet, die bis auf die Traufhöhe des Mittelschiffes reichen. An der Westseite findet sich das romanische Portal mit der typischen Flechtbandornamentik. Der Turm erhielt seinen charakteristischen Helm mit vier Ecktürmchen bereits 1591. Im Innenraum sind verschiedene kostbare Altäre aus anderen Dorfkirchen aufgestellt. Diese sind aus Sicherheitsgründen hierher gebracht worden. Ort Von der Heltauer Kirchenburg erzählt man sich, dass in ihr einst ein sagenhafter Schatz versteckt worden sei. Nach zahlreichen osmanischen Überfällen richtete die Gemeinde im 15. Jh. innerhalb der Burgmauern eine verborgene Kammer ein. Der Zugang wurde mit einer massiven Eichenholztür gesichert, die sich nur durch die Betätigung einer versteckten Feder öffnen ließ. Nur wenige Eingeweihte wussten, wo sich der gut getarnte Eingang befand; selbst den Pfarrern von Heltau blieb die Kammer verborgen. Über die Jahrhunderte ging das Wissen über den verborgenen Zugang verloren. Erst zu Beginn des 20. Jh. wurde er wiederentdeckt und kann heute besichtigt werden.Nicht im Verborgenen, sondern weithin sichtbar, findet man am Kirchturm die erste Turmuhr Siebenbürgens, die ab 1425 betrieben wurde.Der Glöckner von Heltau bietet sachkundige Führungen durch die Kirchenburg sowie das angegliederte Museum an und kann zahlreiche weitere Anekdoten und Sagen berichten. Gottesdienste und Veranstaltungen In Heltau findet jeden Sonntag um 10 Gottesdienst in der evangelischen Kirche statt. In den Sommermonaten gibt es im Anschluss meist noch die Möglichkeit eines gemütlichen Beisammenseins bei dem an den Gottesdienst anschließenden Burgcafé. Auch sonst finden zu den großen kirchlichen Feier- und Festtagen zahlreiche Veranstaltungen innerhalb der Burgmauern statt, die von der sehr aktiven Heltauer Kirchengemeinde organisiert werden. Genauere Informationen unter www.ekh.ro Besichtigung: Schlüssel sind im Pfarramt Heltau, Tel: +40/269/564 597, Str. Cetăţii, Nr.1, www.ekh.ro Öffnungszeiten: Montag-Samstag 10:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr; Sonntag 11:00-13:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr, sowie auf Anfrage Übernachtungsmöglichkeiten: Gästezimmer im Pfarrhaus: 12 Betten Ansprechpartner: Pfarramt Heltau, Tel: +40/269/564 597, Internet: www.ekh.ro Gästezimmer im Elimheim: 20 Betten in 10 Zimmern Ansprechperson: Frau Marianne Banciu, Tel: +40/729/109 586, Adresse: Michelsberg, Haus Nr. 281, E-mail: elimheim@yahoo.com
Heltau 555300, Rumänien
5.0 2 reviews
Die romanische dreischiffige Basilika, die bereits durch eine Ringmauer gesichert war, erhielt 1290 einen Glockenturm auf der Westseite. Im 15. Jh. wurden Turm und Schiff gotisch überformt sowie ein zweiter Bering zugefügt. Die Ringmauer wurde auf 12 m erhöht und mit sieben Verteidigungstürmen und Zwinger aufgerüstet. Eine dritte, heute verschwundene Mauer umgab den 1814 zugeschütteten Wassergraben. Auf der Innenseite des ersten Berings wurde ein zum Teil noch erhaltener Wehrgang mit Gaden angebaut. Ungewöhnlich sind die Wohn- und Vorratskammern, die sich auf der Südseite direkt an die Kirche gebaut wurden. Der Westturm, der höchste im Burzenland, wurde 1794 mit einer neuen Spitze versehen. Die Ausstattung des Innenraums datiert überwiegend aus dem 18. Jh. Im östlichen Wehrturm sind in einer vorreformatorischen Kapelle hervorragende Fresken mit Darstellungen u.a. des Jüngsten Gerichtes und der Verdammung der Sünder zu finden, die einer Restaurierung harren. Ort Wie lief das Leben im ausgehenden Mittelalter in einer belagerten Kirchenburg ab? In Honigberg kann man dies an den zahlreichen restaurierten Bauteilen noch heute plastisch nachvollziehen. Die Kirchenburg wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach belagert und angegriffen, konnte aber nicht eingenommen werden. Im Jahr 1612 gelang es den Dorfbewohnern sogar, die Burg gegen ein 7.000 Mann starkes Heer des ungarischen Fürst Bathori zu verteidigen.Zu der Zeit war die Anlage mit drei Ringmauern, einem Wassergraben und zahlreichen Wehrtürmen gesichert. Die dritte Burgmauer war an der Innenseite komplett mit Lagerräumen bebaut. Die Versorgung mit Wasser erfolgte über Brunnen, die sich innerhalb der Befestigungen befanden. In die Kirche integriert waren Wohnzellen, die im Belagerungsfall dem Bürgermeister, dem Pfarrer und weiteren wichtigen Gemeindevertretern als Wohnraum zur Verfügung standen.Sehr gut erhalten geblieben sind bis heute die mächtige innere Ringmauer, die Wehrtürme sowie Wohn- und Lagerräume im Burginnenhof. Besichtigung: Dan Ioan Ilica-Popescu Tel.: +40/729/745 210 Öffnungszeiten: Sommer: Montag-Samstag 9-18 Uhr / Sonntag 10-18 Uhr Winter: täglich 10-16 Uhr (es ist möglich dass der Besuch während gewissen Veranstaltungen nicht erlaubt ist) Gasthaus: Pfarrhaus 4 Gästezimmer mit 11 Betten Gemeinschafts-Wohnküche, Bäder, Waschmaschine, große Terrasse Predigerhaus 4 Gästezimmer Bad, geräumige Wohnküche, Waschmaschine Obstgarten mit Campingplatz (8 Stellplätze) 5 Nasszellen, Strom und Wasser, W-LAN, Waschmaschine, Geschirrspüler, Entleerungsmöglichkeit für chem. Toiletten Auskunft und Buchung: Dan Ilica-Popescu Adresse: Str. Pieţii 2 – Kirchenburg Tel.: (0040-723) 608646 Internet: https://eng.harmaninfo.com/camping
Honigberg 507085, Rumänien
Die Gräfenburg von Kelling wurde um 1270 als befestigte Anlage mit Wohnturm, Ringmauer und dem durch einen Turm mit Zugbrücke über den umgebenden Wassergraben geschützten Zugang errichtet. Nach der Übernahme der Burg durch die sächsische Gemeinde wurde sie weiter mit einem zweiten Bering und einem Südturm ausgebaut. Für den Belagerungsfall wurden auf der Innenseite Wohn- und Vorratskammern an den Bering gebaut, von denen sich nichts erhalten hat. Ergänzt wurde die Anlage Ende des 15.Jh. durch eine kleine Saalkirche mit halbrunder Apsis. Beim Bau des zweiten Berings wurde der Wassergraben zugeschüttet und die Zugbrücke durch einen mit einem Fallgatter gesicherten Torbau ersetzt. Heute wird die Anlage von einem Verein der Universität Klausenburg verwaltet. Ort In Kelling ist eine der letzten Gräfenburgen Siebenbürgens erhalten geblieben. Wegen ihrer außergewöhnlichen Bedeutung ist sie Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes.Im 13. Jahrhundert ließ Graf Chyl zu Kelling im Dorf einen Wohnturm für sich errichten. Auf Grund der häufigen Angriffe aus osmanischen Gebieten wurde der Turm mit einer Wehrplattform ausgestattet und von einer mächtigen Ringmauer umgeben.Das Verhältnis zwischen der Familie Chyl und dem überwiegend sächsischen Dorf war aber von Anfang an nicht das Beste. Um 1430 zog sich daher der letzte Erbgraf aus dem Ort zurück und verkaufte die Wohnburg an die Dorfbewohner. Diese nutzen die Anlage als Fluchtburg bei Angriffen aus osmanischen Gebieten und statteten sie mit weiteren Wehranlagen und Lagerräumen aus. Im Jahr 1658 griffen türkische Truppen das Dorf an und verwüsteten es. Die Burg konnte dabei jedoch nicht eingenommen werden. Im Innern des Wohnturms gibt es heute ein Museum, das einen Eindruck über das Leben und die lokalen Traditionen der Siebenbürger Sachsen vermittelt. Besichtigung: Öffnungszeiten: Sommer täglich 09.00–19.00 Uhr, Winter täglich 10.00–17.00 Uhr Museum und Burgladen vorhanden – Evangelische Dorfkirche direkt neben der Gräfenburg kann auf Anfrage ebenfalls besichtigt werden Tel: +40/258/747 220 Email: marpoacd@yahoo.com Übernachtungsmöglichkeiten: In der Gräfenburg und dem evangelischen Pfarrhaus Tel: +40/258/747 220 Email: marpoacd@yahoo.com
In dem Kirchenbau von Großscheuern haben sich große Teile der romanischen Basilika aus dem frühen 13. Jh. erhalten. Mit der Befestigung der Kirche im 15. Jh. wurde diese gotisch überformt. Dabei erhielt sie ihr heutiges Erscheinungsbild: neben dem auf der romanischen Apsis errichteten Chorabschluss ein Netzgewölbe im Langhaus und ein Rippengewölbe im Chor. Über dem Chor wurden zwei Wehrgeschosse errichtet. Zur Befestigung des Westturmes wurden an dessen Flanken die Seitenschiffe durch später abgebrochene Türmchen ersetzt. 1854 wurde an die Stelle eines Wehrgeschosses der jetzige Turmhelm gebaut. Der Innenraum der Kirche wird durch die farbenfroh bemalten Emporen bestimmt. In den Seitenschiffen sind ebenfalls bemalte Gestühle untergebracht, die aus der seit Jahren in Restaurierung befindlichen Kirche in Draas (Drăuşeni) zur Sicherung hierher verbracht wurden. Von den Befestigungen der Burg sind heute nur noch sehr wenige Reste erhalten. Ort Großscheuern gehört zu einer der ältesten Gemeinden in der Umgebung von Hermannstadt (Sibiu). Die Ortschaft entstand zwischen 1142 und 1162 auf dem einstigen freien Königsboden im sogenannten Alten Land. Im Zentrum des Dorfes trägt neben der Kirche auch das Pfarrhaus, welches ursprünglich vermutlich Teil eines Klosters war, Spuren aus der Stilepoche der Romanik. In der langen Geschichte des Dorfes haben eine ganze Reihe von Persönlichkeiten, die bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung Siebenbürgens und Rumäniens hatten, in Großscheuern gelebt und gewirkt. So war zum Beispiel Friedrich Teutsch zwischen 1896 und 1903 hier Pfarrer, ehe er drei Jahre später Bischof der Siebenbürger Sachsen und ab 1927 Bischof der Evangelischen Kirche in Rumänien wurde. Im 17. Jh. war Johann Haupt sieben Jahre Bürgermeister in Großscheuern. Einst als armer Bauernsohn in Großschenk (Cincu) geboren, schaffte er es, höchste sächsische Ämter wie das des Hermannstädter Stuhlrichters und das des Königsrichters zu bekleiden. Besichtigung: Schlüssel sind bei Herrn Hans Roth, Tel: +40/757/587 775, Hausnr. 256
Șura Mare 557265, Rumänien
Schon früh wurde die Ende des 13. Jh. errichtete spätromanische Pfeilerbasilika für die Verteidigung des Dorfes umgebaut. Dies geschah durch Abbruch der Seitenschiffe sowie Verstärkung des Kirchenschiffes und des Turms mit zwei Wehrgeschossen. Der Chor erhielt um 1500 ein eigenes Wehrgeschoss mit einem hervorragenden Maschikuli-Kranz (Gußscharten). Das heutige Erscheinungsbild der Kirche ist geprägt von dem 1847 errichteten Turm. Der Innenraum beeindruckt durch seine schmale Proportion, die durch die auf der Nordseite doppelgeschossigen Seitenemporen aus der Zeit von 1680 bis 1775 unterstrichen wird. Die Bemalung der Brüstungen wurde von der Familie Rössler, Großvater und Enkel, ausgeführt. Die Ausstattung mit Orgelaltar, Kanzel und Gestühl stammt aus dem Jahr 1805. Der ab dem 14. Jh. erbaute Bering hat sich mit vier Türmen und den zur Unterbringung der Kornkästen auf der Innenseite angebrachten Gaden (überdachte Kammern) erhalten. Ort In der siebenbürgischen Hymne „Siebenbürgen, süße Heimat“ wird ein Meer erwähnt, das im Erdmittalter diese Region bedeckte. So erklärt es sich, dass die Bodendorfer Kirchenburg aus Meeressedimentgesteinen mit fossilen Einschlüssen erbaut wurde. Die Wohnhäuser Bodendorfs hingegen waren früher aus Holz gefertigt. Wenn das Dorf angegriffen wurde, flüchteten seine Bewohner vor den plündernden und brandstiftenden Gegnern in die feuerfeste Kirchenburg; der große Turm diente in Kriegszeiten den Pfarrern als Aufenthaltsraum. Die mit Trostworten verzierten Wände des Turms zeugen noch heute von dieser Schreckenszeit. So schrieb Pfarrer Johannes Nösner, während er sich in dem Raum versteckte, voller Zuversicht: „Hör! Hast vor eine gute Sach, aber`s geht Von statt gemach, fahre getrost fort, nicht Verzag, es fällt kein alt eich auf ein Schlag.“ Die hervorgehoben Buchstaben sind als römische Ziffern gestaltet. Ihre Summe ergibt die Jahreszahl 1680. Aktivitäten EU-Projekt „18 Kirchenburgen“ Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirchen A. B. in Rumänien Baukosten: 510.000 EUR Zeitraum: 2010-2014 Besichtigung: Schlüssel sind bei Familie Wagner erhältlich Tel: +40/268/248 702 Frau Ella Wagner Tel.: +40/727/344 718 Haus Nr. 14
Bunești 507035, Rumänien
In der Mitte des Dorfes, auf einer leichten Anhöhe, errichtete man in der zweiten Hälfte des 15. Jds. eine zunächst turmlose Saalkirche errichtet. Am Anfang des 16. Jhs. wurde die Kirche wehrhaft ausgebaut und erhielt ein hölzernes Wehrgeschoss. An der Westseite baute man zur gleichen Zeit einen schlanken gotischen Glockenturm und an der Nordwand des Chores eine Sakristei. Die Wehrmauer befestigte man bis 1677 mit einem sechseckigen Turm sowie drei einfachen Türmen. Der Triumphbogen stürzte 1702 in Folge eines Erdbebens ein. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die hölzernen Emporen im Westen, Norden und Süden eingebaut. Ihre bäuerlichen Malereien zeigen eine naiv-religiöse Vorstellungswelt mit einer Vielzahl an Allegorien und Symbolen. Im Jahr 1822 erhielt der Kirchensaal seine jetzigen Gewölbe, die mit klassizistischen Ornamenten versehenen sind. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. trug man zwei der einfachen Türme sowie das Wehrgeschoss und den Westturm ab. Der heutige Glockenturm entstand 1892. Der Südwestturm und Teile der Mauer mussten 1900 dem Bau einer Schule weichen. 1909 stürzte der östliche Teil der Ringmauer ein. Erhalten sind der im Nordwesten gelegene sechseckige Turm und der Südostturm neben dem früheren Pfarrhaus. Der vorreformatorische gotische Flügelaltar steht seit 2005 in der Bergkirche in Schäßburg. Kontakt Schlüssel sind bei Herrn Wilhelm Roth Tel.: +40/767/738 175 Haus Nr. 98
Die Rothberger Kirchenburg trägt zwar die Spuren der Veränderungen, denen sie im Laufe der Jahrhunderte ausgesetzt war – darüber hinaus findet man in ihr jedoch noch viele Elemente des im 13. Jh. errichteten romanischen Vorgängergebäudes: den Chor, den Triumphbogen, die Pfeiler zwischen Haupt- und Seitenschiffen, die Gewände des Nordportals sowie die Obergadenfenster. Im 16. Jh. wurde die Kirche wehrhaft umgebaut, und zwei Jahrhunderte später entstanden die meisten Fenster und die Vorhalle im Westen der Kirche. Im 19. Jh. wurde das Mittelschiff mit einem auf Pfeilern mit Kapitellen gestützten Gewölbe überspannt. Der Innenraum wird von einem bemerkenswerten Bild im Biedermeierstil dominiert, das sich oberhalb des Triumphbogens befindet. Außerordentlich dekorativ wirken der auf 1782 datierte Barockaltar mit seinen sechs korinthischen Säulen, die einen Baldachin mit Kuppel tragen, sowie der 1781 angefertigte Kanzelaufsatz. Ort Obwohl sich Rothberg nur einige Kilometer östlich von Hermannstadt (Sibiu) befindet, meint man, hier sei die Zeit seit mindestens einigen Jahrzehnten stehen geblieben. Inmitten des Dorfes findet man eine romanische Basilika, die weitgehend in ihrem Ursprungszustand erhalten werden konnte. Sie ist von den Resten einer Wehranlage umgeben. Die Kirchenburg überstand im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche Angriffe, so zum Beispiel im Jahr 1600, als Truppen von Michael dem Tapferen (Mihai Viteazul) das gesamte Dorf niederbrannten. Östlich von Rothberg befindet sich die Bergkuppe „Auf der Burg“, auf der tatsächlich Reste eines Walles erkennbar sind. Dessen Entstehungsgeschichte ist bisher ungeklärt. In der heutigen Zeit ist Rothberg untrennbar mit dem Namen Eginald Schlattner verbunden. Schlattner war hier bis zu seiner Pensionierung Pfarrer und ist heute noch als Gefängnisseelsorger tätig. Berühmtheit erlangte er durch seine drei Romane, die zwischen 1998 und 2005 erschienen sind. Sie weisen starke autobiografische Züge auf und thematisieren die Entwicklung in Rumänien seit den 1930er Jahren. Besichtigung: Schlüssel sind bei Herrn Pfr. Eginald Schlattner Tel.: +40/751 561 948 und bei Frau Ioana Maria Bradescu Tel.: +40/743/494 140
Roșia 557210, Rumänien
Die im 15. Jh. errichtete Saalkirche wurde zu Beginn des 16. Jh. wehrhaft umgebaut sowie mit einem ovalen Bering mit fünf Wehrtürmen und später auch mit einem Zwinger ausgestattet. Zu derselben Zeit entstanden zwei Wehrgeschosse auf dem Chor, die jedoch im 19. Jh. abgetragen und durch ein Walmdach ersetzt wurden. Den mittelalterlichen Torturm ersetzte man 1862 durch den mit einem barocken Turmhelm überdeckten Glockenturm. Im Innenraum befinden sich die von Samuel Maetz 1825 gebaute Orgel sowie ein Gestühl, das Sakramentshaus und das Taufbecken aus dem 16. Jh. Der besonders wertvolle spätgotische Altar aus dem 16. Jh. wurde 1998 gestohlen, später wieder aufgefunden und zur Sicherheit in die Johanniskirche nach Hermannstadt (Sibiu) gebracht. Im 19. Jh. war die mit bäuerlicher Blumendekoration verzierte Empore aus dem 17. Jh. nicht mehr ausreichend für die stark anwachsende Gemeinde. Folglich legte man darüber einen Glater an, der sich bis zum Chor zieht und dort noch durch eine untere Etage ergänzt wurde. Ort Glockengeläut unter der Erde, eine schwebende Feuerschlange im Nachthimmel, ein weißes Fohlen gleitet durch die nächtlichen Dorfstraßen und auf den finsteren Feldern das Stampfen einer unsichtbaren Viehherde: All dieses und noch vieles mehr soll in Schweischer gesehen und gehört worden sein. Besonders fesselnd ist die Geschichte des Kaufladens im Berg. Gesehen wurde er der Erzählung nach von einem Bauern aus Schweischer, der gerade sein Feld bearbeitete, als sich ein Berg plötzlich öffnete. In der Dunkelheit des Ladens fand er auf den Regalen unbeschreibliche Schätze, von denen er mitnahm, was er nur tragen konnte. Als der Berg sich schloss, waren seine Ochsen und sein Pflug verschwunden. Zu Hause angekommen staunte der Mann darüber, Fremde an seinem Tisch zu sehen. Er erfuhr von ihnen, dass einst ein Mann an der Stelle des Ladens gewohnt habe, der vor einhundert Jahren spurlos verschwunden war. Dessen Name soll auch der Name des Bauern aus Schweischer gewesen sein. Dem heutigen Reisenden öffnet sich dieser Berg wahrscheinlich nicht, jedoch wird er in Schweischer auch eine andere Welt betreten: eine Welt voller Mythen und Legenden. Besichtigung: Schlüssel sind bei Frau Ortrun Morgen Tel.: +40/268/260 136 und +40/753/922 466 Haus Nr. 75
Fișer 505501, Rumänien