Kirchenburg Reußmarkt
Kirchenburg Reußmarkt

Kirchenburg Reußmarkt

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Reußmarkt / Miercurea Sibiului

Aus der um 1260 erbauten romanischen Pfeilerbasilika ging ab 1496 durch Erhöhung der Seitenschiffe eine Hallenkirche hervor. Von dem ursprünglichen Gebäude sind noch der Turm, der heute in das Dach integriert ist, und die Kirchenmauern erhalten. Im Dachraum der Seitenschiffe sind noch die romanischen runden Obergadenfenster erkennbar, die 1783 durch Einbau des Gewölbes im Mittelschiff verdeckt wurden. In dieser Zeit wurde auch der Chor verlängert und der Innenraum mit toskanischen Säulenpaaren am Triumphbogen und an den Wandvorlagen dekoriert. Auch die Ausstattung stammt aus dem 18. Jh. Der Bering, der einen Torturm besitzt, wurde vom 13. bis 15. Jh. erbaut. Seine Innenseite ist fast vollständig mit massiven zweigeschossigen Wohn- und Vorratskammern bebaut, hinter denen der Wehrgang verläuft. Das Pultdach der Kammern ist weit vorgezogen, um den bis heute hier aufgestellten Kornkästen der Dorfbewohner Schutz zu bieten.

Ort und Umgebung

In der hellen Morgensonne erweckt das gepflegte Dorf Reußmarkt nicht den Anschein eines mythischen Ortes. Jedoch könnte die Kirche, an deren Bering sich einige der am besten erhaltenen Vorratskammern Siebenbürgens befinden, sprechen, wüsste sie zahlreiche Sagen und Legenden über Reußmarkt zu berichten. So heißt es, dass hier vor langer Zeit ein hässliches Mädchen lebte. Als es zum ersten Mal sein Gesicht im Wasserspiegel sah, fing es bitterlich zu weinen an. Von diesem Schmerz tief gerührt, soll sich Gott erbarmt haben und schuf für sie die weiße Lilie. Die Blüten umhüllten das Mädchen mit atemberaubendem Duft: Es vergaß seine Sorgen und blickte von nun an glücklich in den Wasserspiegel. Ein Wunder war geschehen: Zwar hatten sich die Gesichtszüge des Mädchens nicht verändert, aber durch ihre Herzensfreude war sie so schön wie kaum eine andere. Gott hatte die Lilie mit Liebe gesegnet und ihr Heilkraft verliehen.

Schlüssel sind bei:
Familie Nicoara in der Burghüterwohnung
Tel.: +40/751/525 350
oder +40/749/512 284

Unterkunft:
Übernachtungsmöglichkeiten im ehemaligen Pfarrhaus.

Einrichtungen

Unterkunft Behindertenfreundliche Einrichtungen Mauerwerk Orgel Parkplatz Sanitäre Einrichtungen / Toilette

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Leschkirch / Nocrich Die im 13. Jh. erbaute romanische Basilika wurde Anfang des 19. Jh. abgetragen und durch ein etwas südlicher gelegenes neues Gotteshaus ersetzt. Entgegen der gemeinhin üblichen Ausrichtung von Osten nach Westen weist die Kirche eine Nord-Süd-Orientierung auf. Der Chor befindet sich dabei an der Nordseite, der Glockenturm an der Südseite. Die im 15. Jh. um die Kirche errichtete Befestigungsmauer war mit fünf Wehrtürmen und einem Zwinger ausgestattet. Bis Ende des 18. Jh. hatte die Anlage sieben Türme. Danach wurden zwei Türme sowie die gesamte Ringmauer abgetragen, das Baumaterial verwendete man für eine Reihe administrativer Gebäude. Die Innenausstattung der Kirche ist einheitlich in klassizistischem Stil gehalten. Im Kircheninnern befindet sich zudem eine originelle Emporenverkleidung in Form eines gerafften Vorhangs. Ort und Umgebung Leschkirch, am Rande der Hauptstraßen gelegen, wurde 1150 gegründet und 1263 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirchenburg des Dorfes war einst von einem Sumpf umgeben. Direkt gegenüber der Burg steht ein etwas verwittertes Gebäude. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, welche besondere Geschichte es birgt: Es ist das Geburtshaus des bekannten Barons Samuel von Brukenthal: 1721 in Leschkirch geboren und 1803 in Hermannstadt (Sibiu) gestorben, war er der einzige Siebenbürger Sachse, der je als Gouverneur von Siebenbürgen eingesetzt war. In Deutschland studierte er Verwaltungs- und Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie. Sein Aufstieg begann nach der Heirat der Tochter des Bürgermeisters von Hermannstadt. 1753 lernte er Kaiserin Maria Theresia von Österreich kennen, die ihn später zum Gouverneur ernannte. Als leidenschaftlicher Sammler interessierte er sich für Kunst, Münzen und Pflanzen, die er samt einer großen Bibliothek im Hermannstädter „Brukenthal-Palais“ aufbewahrte. 1817 wurde das Palais als Museum geöffnet und war damit eine der ersten Institutionen dieser Art in Europa. Schlüssel sind beim: Pfadfinder-Verein im ev. Pfarrhaus neben der Kirchenburg Nadia Codreanu Tel.: +40/757/260 087
Nocrich 557005, Romania
Schönberg / Dealu Frumos Die romanische dreischiffige Basilika aus dem 13. Jh. wurde durch Befestigungsanlagen um 1500 stark überformt. Die ursprünglich turmlose Kirche erhielt durch Überbauung der beiden westlichen Joche des Mittelschiffes einen Wehrturm mit Kampfplattform und der quadratische Chor wurde durch Mauern so verstärkt, dass hier ein weiterer Wehrturm errichtet werden konnte. Gleichzeitig wurden die beiden Seitenschiffe erhöht und die Kirche so zu einer Hallenkirche umgebaut. Mittel- und Seitenschiffe erhielten ein feines Netzrippengewölbe. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der rechteckige Bering mit den vier Ecktürmen errichtet, möglicherweise als Ersatz für eine ältere Anlage. Die im 16. Jh. und 17. Jh. errichteten Wehrgebäude dienten zum Teil auch als Wohnraum. Auf der Südseite wurde das Ensemble 1914 durch den Neubau des Gemeindehauses ergänzt. Aus vorreformatorischer Zeit hat sich über dem Triumphbogen ein um 1425 entstandenes Kruzifix erhalten. Ort und Umgebung Über die bewaldeten Hügel am Rande des Harbachtals (Valea Hârtibaciului) erreicht man Schönberg. Schon von Weitem ist die gut erhaltene Kirchenburg mit ihren weißen Mauern und roten, ziegelgedeckten Türmen zu erkennen. Die Burg wurde in der Mitte des Dorfes angelegt, damit sie bei Angriffen von allen Bewohnern schnell erreicht werden konnte. Wenn die Zeit reichte, wurde auch das Vieh hinter die Mauern getrieben, um es nicht den Feinden zu überlassen. Innerhalb der mächtigen Burgmauern wurden in den sogenannten Fruchthäusern Lebensmittel, Getreide und Speck gelagert. In der ersten Hälfte des 16. Jh. musste der Burghof wegen der angewachsenen Bevölkerung erweitert werden. 100 Jahre später wurde noch einmal ein Teil der Ringmauer nach außen verlegt, um Platz für ein weiteres Fruchthaus zu schaffen. Aus- und Umbauten erfolgten in gemeinschaftlicher Arbeit der Dorfbevölkerung. Die laufende Pflege einzelner Abschnitte wurde den verschiedenen Zünften des Dorfes übertragen. Schlüssel sind bei: Herrn Martin Maurer Tel.: +40/749/519 312
Dealu Frumos, Romania
Michelsberg / Cisnădioara Die heute im kommunalen Besitz befindliche Bergkirche von Michelsberg ist eines der wenigen nahezu unverändert erhaltenen Zeugnisse der Romanik in Siebenbürgen. Die kleine dreischiffige Basilika wurde vermutlich vor 1223 erbaut. Das vielfach gestaffelte Westportal weist besonders schöne Steinmetzarbeiten auf. Der Innenraum, der heute nichts als eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkrieges enthält, beeindruckt durch seine kontemplative Stille. Von der ursprünglichen Befestigungsanlage haben sich nur Reste des Berings mit seinen Wehrtürmen erhalten. Gleichfalls erwähnenswert ist die Pfarrkirche im Dorf unterhalb der Bergkirche, deren Befestigungsanlagen bis auf den Westturm mit seinem Wehrgeschoss verschwunden sind. Die Kirche wurde 1764 auf den Grundmauern eines gotischen Vorgängerbaus als barocke Saalkirche errichtet. Auf den aus verschiedenen Phasen der Barockzeit stammenden Ausstattungsstücken wie Gestühl und Empore finden sich bäuerlich-florale Malereien. Ort und Umgebung In Michelsberg mussten der Sage nach heiratswillige Männer vor der Hochzeit einen mächtigen Felsstein auf die Kirchenburg hinauf rollen. Dies war keine ganz einfache Aufgabe, denn die Anlage befindet sich auf einem steilen Hügel über dem Dorf. Die so auf die Burg gekommenen Steine sollten im Belagerungsfall auf die Angreifer hinab gerollt werden. Dieser Brauch wird in Teilen bis heute fortgeführt. Immer wieder berichten junge Ehemänner, dass sie während der Hochzeitsfeier mächtige Felssteine auf die Burg schleppen mussten, um ihre – ebenfalls alten Traditionen folgend – während der Feierlichkeiten entführten Bräute freikaufen zu können.In der Burg oberhalb des Dorfes findet man eine der ältesten Kirchen des Landes, die zwischen 1200 und 1250 entstanden ist. Vom Kirchenschiff aus führen zwei Treppenstollen innerhalb der mächtigen Außenmauern in die Stümpfe der niemals vollendeten Türme. Michelsberg war eines der wenigen Dörfer Siebenbürgens, das bis nach 1989 fast ausschließlich von Sachsen bewohnt war. Tourismus Gästehaus Elimheim: Das Michelsberger Elimheim ist eine ideale Adresse für Urlaub, Seminare oder Rüstzeiten nahe Hermannstadt. – 38 Plätze in Doppelzimmern mit Bad im traditionsreichen Hauptgebäude, vier Zimmer im Neubau, jeweils mit Bad, und drei Zimmer im Gartenhaus, geeignet für Jugendgruppen und Familien. Kontakt: www.evang.ro/einrichtungen-werke/kirchliche-einrichtungen/elimheim-michelsberg/ Auch sonst bietet Michelsberg zahlreiche Hotels, Pensionen und einen schönen und empfehlenswerten Campingplatz. Weitere Informationen unter: www.ananas7b.de Michelsberger Spaziergänge: Die Michelsberger Spaziergänge bilden ein Angebot im Kultursommer der Hermannstädter Umgebung. Von Ende Juni bis Ende August findet an jedem Sonntag um 17 Uhr in der barocken Dorfkirche von Michelsberg ein Ensemblekonzert statt. Was im Sommer 2007 als kleine Konzertreihe in der barocken Dorfkirche begann, wurde in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagneten. Wenn Anfangs noch Einladungen an renommierte Musik-Ensembles oder Künstler ausgesprochen wurden, hat sich diese Konzertreihe mittlerweile zu einer Top-Adresse in Südsiebenbürgen entwickelt – es ist eine Ehre für einen Künstler im Rahmen der Michelsberger Spaziergänge aufzutreten. Im Anschluss an jedes Konzert lädt die Michelsberger evangelische Gemeinde in einer einmaligen Geste der Gastfreundschaft alle Anwesenden zu Kaffee und Hanklich in den Pfarrgarten ein. Kontakt: www.evang.ro/michelsberger-spaziergaenge/ Schlüssel für die Kirche sind bei: Frau Marion Henning Tel:+40/727/111 575 Schlüssel für die Burg sind bei: Frau Carmen Schäßburger Tel:+40/726/877 782 Das landeskirchliche Elimheim steht zurzeit Ukraine-Flüchtlingen zur Verfügung. Gäste werden deswegen nicht empfangen.
House Nr.61, Cisnădioara 555301, Romania
Frauendorf / Axente Sever Die Kirche von Frauendorf ist ein gewichtiger Zeuge der schweren Zeiten, die die Region erlitten hat. Denn nicht nur der Bering verfügt über Wehrsysteme, sondern das ganze Kirchengebäude ist befestigt. Der massive Turm zwischen Saal und Chor ist aus dem 14. Jh. Er besitzt als letztes Geschoss einen Wehrgang und im ersten und zweiten Obergeschoss einfache, längliche Schießscharten, die innen als Nischen ausgebildet sind. Sowohl der Chor als auch das Schiff wurden mit zwei übereinander liegenden, mit Schießscharten versehenen Wehrgeschossen befestigt. Auf den verstärkten Strebepfeilern der Westfassade wurde ein mit Wurfscharten ausgestattetes Wehrgeschoss errichtet. Das Westportal war mit einem Fallgitter geschützt, dessen Gleitrinnen auch heute noch zu sehen sind. Entlang der erhaltenen Ringmauer finden sich die teilweise rekonstruierten, heute als Gästezimmer genutzten ehemaligen Vorratskammern. Ort und Umgebung Die Kirchenburg von Frauendorf war über Jahrhunderte nicht nur das religiöse Zentrum des Ortes, sondern auch sicherer Lagerplatz für wertvolle Waren. In zahlreichen Speichergebäuden, die an der Innenseite der Burgmauer errichtet wurden, waren jeder Familie Räume für Getreide, Fleisch und andere Lebensmittel zugewiesen. So wurde das Korn nach der Ernte nicht auf den Höfen gelagert, sondern direkt in die Burg gebracht, um es vor möglichen Angreifern zu schützen. Eine besondere Prozedur war die Einlagerung des Specks im sogenannten Speckturm: Dieser war nur an Sonntagen nach dem Gottesdienst geöffnet. Um sicherzugehen, dass sich niemand an fremdem Speck bediente, ritzten die Familien spezielle Zeichen an den frischen Schnittkanten ein. Die Lagerräume wurden in den letzten Jahren zu Gästezimmern umgewandelt, so dass Besucher heute innerhalb der mächtigen Burgmauern wohnen können. Außerdem wurde ein Museum eingerichtet, das über die Geschichte der Kirchenburg und des Dorfes berichtet. Schlüssel sind bei:  Herrn Ladislau Ciocan Tel.: +40/749/680 770 und Frau Ilse Constantin Tel.: +40/269/847 328 Übernachtungsmöglichkeiten in der Kirchenburganlage: 4 Appartements, 16 Betten Gasthaus: In den Alten Kornkammern Appartements mit je 2 Zimmern und 4 Betten Bad Auskunft und Buchung: Ladislau Ciocan Tel.: (0040-749) 680770 E-mail: ladislau.ciocan@turistintransilvania.com
Principala 316, Axente Sever 557025, Romania
Reußen / Ruși Das Gebiet, auf dem heute die Reußener Kirchenburg steht, war dem in der katholischen Zeit errichteten Vorgängergebäude nicht gnädig. Es stürzte 1636 ein und wurde durch eine neue Kirche ersetzt, die ihrerseits 1780 einstürzte. Dennoch trägt dieser unsichere Boden seinen Teil zur Berühmtheit des heutigen, 1782 errichteten Gotteshauses bei. Der Kirchturm, ähnlich dem wohlbekannten Turm von Pisa, neigt sich fast 1,50 m aus der Vertikalen. Die Saalkirche verfügt über einen polygonal abschließenden, quadratischen Chor. Die Innenausstattung entstammt unterschiedlichen Zeiten, vom Barock bis zum Klassizismus: Der Altar ist von 1641, der Kanzelbaldachin von 1764 und die Orgel aus dem Jahr 1805. 1783 bemalte Daniel Knobloch die Tafeln der Emporen mit Heiligenbildern und der Darstellung des Ortswappens, das von zwei in traditioneller Reußener Tracht gekleideten Männern gehalten wird. Ort und Umgebung Dorfes schiefer steht als der bekannte Turm von Pisa. Dass der Turm von Reußen in Zukunft umfällt, ist nicht zu erwarten, obwohl er sich bereits seit Mitte des 19. Jh. in Schräglage befindet. Im Jahr 1858 war ein Erdrutsch der Grund für die Neigung. Dank seiner festen Basis und des starken Mauerwerks fiel der Turm nicht ein und verharrt seitdem weitestgehend in seiner Lage. 1968 wurden Konsolidierungsarbeiten durchgeführt, die den Turm langfristig absichern sollen. Heute beträgt die Neigung 1,45 Meter aus der Vertikalen. Der im 18. Jh. errichtete Reußener Kirchturm hat eine vergleichsweise junge Geschichte, wenn man an das älteste Haus im Dorf denkt. Es wurde im Jahr 1585 erbaut und widerstand seitdem Durchzügen von Tataren, Angriffen von Kosaken und Invasionen von Türken. Es wird sogar angenommen, dass der Ort während der Kuruzenkriege sieben Jahre lang wüst stand. Der Legende nach wurde er zu dieser Zeit nur von einem treuen Hund bewacht. Schlüssel sind bei Herrn Andreas Hihn Tel.: +40/754/300 464  oder Frau Katharina Bucur Tel.: +40/747/304 184
House Nr. 73, Ruși, Romania
Reichesdorf / Richiș Die evangelische Kirche in Reichesdorf hat einige bemerkenswerte Besonderheiten, durch die sie sich von anderen in der siebenbürgischen  Kirchenburglandschaft abhebt. Über eine lange Zeit wurde die Kirche von einem Mönchsorden genutzt. Zur Zeit der Reformation wurden die Mönche von den Dorfbewohnern vertrieben und die Kirche ging in den Besitz der Gemeinde über. Die im 14. Jh. errichtete dreischiffige Basilika ohne Turm war ursprünglich von einem Bering mit zwei Wehrtürmen samt Wehrgang umgeben. Was sie heutzutage von anderen Dorfkirchen unterscheidet, ist die reiche Ornamentik und Bauplastik: das Trichterportal im Westen, die von Säulen und Pilastern mit Kapitellen getragenen Rippen der Gewölbe, die mit Masken versehenen Gewölbescheitel und die verschiedenartig dekorierten Maßwerkfenster. Der doppelte Triumphbogen ist ein Anzeichen dafür, dass hier ursprünglich der Bau eines Turms geplant war. Ort und Umgebung Bevor Reichesdorf zu einer der wohlhabendsten Gemeinden des Mediascher Stuhls wurde, war die Gegend rund um die Siedlung naturbelassen und sumpfig. Zwischen Schilf und Weidengestrüpp hatten wilde Tiere die Oberhand. In Erinnerung an diese Zeiten wurde das Ortswappen gestaltet, welches eines der elegantesten von Siebenbürgen ist. Es zeigt einen graziösen Reiher in einem unendlichen See. Über dem See öffnet sich ein roter Himmel, der vom Morgenstern dominiert wird. Schreitvögel erscheinen oft auf europäischen Ortswappen, was auf die Allegorie des Pelikans zurückzuführen ist. Als Sinnbild Jesu ist dieser Vogel Teil der christlichen Ikonografie und wird schon in dem Physiologus, einer frühchristlichen Naturlehre, beschrieben. Auch in der Reichesdorfer Kirche wird ihm ein Ehrenplatz zuteil: Die beiden Schlusssteine auf dem Hauptchorgewölbe tragen das Abbild Christi sowie einen Pelikan. Neben diesen Kunstwerken ist die Kirche mit zahlreichen weiteren Skulpturen verziert, welche vom Kurator Johann Schaas in seinen Führungen neben anderen Besonderheiten sehr lebendig beschrieben werden. Schlüssel sind bei: Frau Anna Gherghely Tel.: +40/745/280 146 oder Frau Toni Timmermann Tel.: +40/741/183 404 Übernachtungsmöglichkeiten: Gästezimmer im ehemaligen Pfarrhaus La Curtea Richivini: 10 Betten Toni Timmerman Tel.: +40/741/183 404 Gasthaus: "La Curtea Richivini" Pfarrhaus 3 DZ, Bad, Küche, Gemeinschaftsraum, Garten Burghüterwohnung 3 DZ, Bad, Küche, Aufenthaltsraum, Garten Frühstück, warmes Essen, Picknick auf Wunsch Auskunft und Buchung: Tony Timmerman Tel.: (0040-269) 258475 oder (0040-741) 183404 Casa Noah Adresse: Str. Principală 92 3 Bauernhäuser 12 Zimmer für 25 Gäste Terrassen, Sommerküchen, Bäder, Gärten Menüs bei Bauern, Kulturausflüge, Wanderungen, Fahrten mit Pferdekarren auf Wunsch Auskunft und Buchung: Paul Tel.:  (0040-742) 980250 oder Catrinel Tel.: (0040-758) 059859 E-mail: casa_noah@slowlyplanet.com Internet: www.slowlyplanet.org/casa-noah/ Casa Arthur 3 DZ, 1 EZ, 2 Badezimmer Küche, Innenhof, Garten, Terrasse, W-Lan Auskunft und Buchung: Gergely Anna Tel.:  (0040-269) 258402 oder (0040-745) 280146 E-mail: angergely@yahoo.fr Gästehaus der Mihai Eminescu Stiftung Nr. 119 4 DZ, 1 EZ, Bad Bibliothek, Wohnküche Auskunft und Buchung: Mihai Eminescu Trust Tel.: (0040-724) 000350 E-mail: booking@experiencetransylvania.ro Internet: www.experiencetransylvania.ro
Richiș 557047, Romania
Probstdorf / Stejărișu In Probstdorf befindet sich eine kleine, gut erhaltene Kirchenburg. Im 14. Jh. wurde mit ihrem Bau begonnen, nachdem das ursprüngliche Gotteshaus einige Kilometer weiter östlich mitsamt dem sie umgebenden Dorf wegen anhaltender Überschwemmungen aufgegeben werden musste. Direkt am Ufer des Harbachs (Hârtibaciu) fand man die Grundmauern einer Kirche, die auf die historische Lage des Dorfes hinweisen.Einige Kilometer entfernt und etwas hangaufwärts entstand in der Mitte des neuen Dorfangers eine Kirche, die mit zwei Ringmauern umgeben wurde. Zusätzlichen Schutz sollten zwei Wehrtürme bieten. Über dem Kirchenschiff wurde außerdem ein Wehrgeschoss in Fachwerkbauweise in die Burganlage integriert. Mitte des 19. Jh. brach die Gemeinde die innere Ringmauer ab, um Steine für eine Erweiterung der Kirche zu gewinnen. Die Kirchenburg ist heute dank umfangreicher Instandsetzungen in einem baulich guten Zustand. Ort und Umgebung Es grenzt an ein Wunder, dass Probstdorf bis heute existiert, denn die Urväter hatten es anfangs nicht leicht. Im 13. Jh. kamen deutsche Siedler an den Harbach (Hârtibaciu) und gründeten ein Dorf. Sie errichteten Häuser, legten Felder an und bauten eine Kirche. Durch eine schwere Überschwemmung wurde die Siedlung zerstört und musste weiter hangaufwärts neu aufgebaut werden. In dieser Zeit bedrohten nicht nur osmanische Angreifer die Bewohner, sondern über mehr als 100 Jahre stritten auch sächsische Adlige und die Hermannstädter Probstei um den Besitz von Probstdorf. Die Bewohner ließen sich von all den Problemen jedoch nicht entmutigen und blieben.Zeuge dieser schweren Zeit ist heute, über 600 Jahre später, die Kirchenburg von Probstdorf. Sie befindet sich im Zentrum des malerischen siebenbürgisch-sächsischen Dorfes. Tourismus In Probstdorf gibt es die Möglichkeit in der ehemaligen Deutschen Schule in liebevollen und qualitätsvollen Ferienwohnungen mit eigenem Bad und eigener Küche zu übernachten. Auch im Pfarrhaus kann man ein Gästezimmer buchen und das sich darin befindende Restaurant besuchen. Besucher können in Probstdorf das Projekt „Agramonia“ kennen lernen. Kontakt: www.agramonia.com Aktivitäten Träger: Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien Beschreibung: Die kleine Probstdorfer Kirchenburg, die inmitten eines traditionellen Dorfangers steht, bietet ein malerisches und gut erhaltenes Ensemble siebenbürgischer Wehrarchitektur. Das Gotteshaus entstand im 14. Jahrhundert. Um 1500 erfolgte die Befestigung des Bauwerkes mit einem Wehrgeschoss in Fachwerkbauweise oberhalb des Kirchenschiffes, das auf Hängebocken und den Außenmauern vorgeblendeten Strebepfeilern lagert. Außerdem erhielt die Burg einen einfachen Bering mit drei Wehrtürmen, von denen zwei noch vollständig erhalten sind. Baukosten: 180.000 EUR Zeitraum: 2010-2012 Die Schlüssel sind bei: Herrn Michael Gierling Tel.: +40/743/093 963 Übernachtungsmöglichkeit: Gästehaus Agramonia Kontakt: Julius Fabini Tel.: +40/748/644 309 holidays@agramonia.com Gasthaus: "Stejărișu 195“ 8 Appartments mit Bad Restaurant Auskunft und Buchung: Diana Şchiau Tel.: (0040-745) 990838 E-mail: office@stejarisu195.ro Internet: www.agramonia.com
House Nr. 70, Stejărișu 557109, Romania
Meschendorf / Meşendorf Die frühgotische Saalkirche des 14.Jh. mit angebautem Westturm und polygonalem Chor wurde 1495 zu Verteidigungszwecken ausgebaut. Der Turm erhielt ein hölzernes Wehrgeschoss, ebenso Schiff und Chor. Während letzteres bei Renovierungsarbeiten im frühen 19.Jh. wegen Einsturzgefahr des Kirchengewölbes entfernt wurde, hat sich der Turm in seiner mittelalterlichen Form erhalten. Der zeitgleich mit der Befestigung der Kirche errichtete Bering war mit drei Wehrtürmen ausgestattet, von denen zwei erhalten blieben. Die Kirchenburg wurde im 16.Jh. durch einen südwestlich vorgelagerten Zwinger ergänzt. Ein Teil der äußeren Ringmauer wurde 1888 abgetragen und an dieser Stelle die Schule erbaut. Der Innenraum wird geprägt durch die mit barocken Malereien verzierte dreiseitig umlaufende Empore und dem aus der Orgel von 1914 und einem Flügelaltar von 1693 komponierten Orgelaltar. Ort Folgt man im malerischen Meschendorf der Hauptgasse den Hügel hinauf, die von Obstbäumen und alten Bauernhöfen gesäumt ist, gelangt man zur Kirchenburg. Am schönsten ist es hier zur Frühlingszeit während der Obstblüte. Hunde bellen, Hähne krähen und Pferdefuhrwerke ziehen vorbei.Die Kirche ist von einer einfachen Ringmauer umgeben und bietet Besuchern interessante Details: Während der Gottesdienste erklingt eine wunderschön gearbeitete Wegenstein-Orgel. Auf der Kanzel befand sich eine Sanduhr, bestehend aus vier Glaszylindern. Damit konnten der Pfarrer und die Gottesdienstbesucher die Einhaltung der Predigtzeit überwachen. Zu der verwunschenen Atmosphäre des Dorfes trägt auch eine alte Sage bei. Angeblich soll auf dem Kazkes, einem Berg der Richtung Deutsch Kreuz liegt, ein Geist – der „Kanter“ – sein Unwesen treiben. Wer sich um Mitternacht auf den Berg wagt, wird von dieser schaurigen Gestalt heimgesucht. Schlüssel sind bei: Frau Doina Scoica Tel: +40/740/903 744
Meșendorf 507037, Roumanie
Mergeln / Merghindeal Die romanische Basilika aus dem 13. Jh. hat sich noch weitgehend erhalten, wie man aus der Verbindung von Langhaus und Seitenschiffen erkennen kann. Bei der Befestigung rund zwei Jahrhunderte später wurde über dem Chorquadrat ein Turm errichtet, der über einen später abgetragenen Wehrgang verfügte. Das Wehrgeschoss des Westturmes mit Fachwerkwehrgang ist dagegen erhalten geblieben. Diese Form der Kirche mit zwei Türmen findet sich auch im unweit von Mergeln gelegenen Schönberg (Dealu Frumos). Der viereckige Bering wurde mit zwei Verteidigungstürmen ausgestattet, die ihrerseits mit Schießscharten und Wehrgängen versehen wurden. Von diesen sind jedoch nur noch die Einsatzlöcher der Balken vorhanden. Im Torturm befand sich früher die Wohnung des Burghüters. Ort und Umgebung Unweit des geografischen Mittelpunktes von Rumänien liegt das kleine Dorf Mergeln. Auf einer Anhöhe in seinem Zentrum steht eine Kirchenburg, an der noch viel ursprüngliche, spätromanische Bausubstanz erhalten geblieben ist. Beispielsweise findet sich, vermutlich aus der Phase der Wehrbarmachung um 1500, ein unterirdischer Raum, der besichtigt werden kann. Außerdem, so erzählt man sich im Dorf, entstand hier die Feindschaft zwischen Wolf und Fuchs. Einst wollten sich beide zur Zeit einer Hochzeit ein Festessen gönnen. Im prall gefüllten Vorratskeller angekommen, stürzte sich der Wolf gierig auf die Speisen. Der Fuchs schaute sich jedoch nach einem Ausgang um, erblickte ein winziges Fenster und nahm sich vor, nicht zu viel zu speisen, um im Notfall durch dieses flüchten zu können. Kurz darauf wurden sie von einem Bauern ertappt. Dem Fuchs gelang die Flucht, dem Wolf mit seinem fassrund gefressenen Bauch aber nicht. So wurde er zur Strafe mit Besen und Pfanne geschlagen. Dies soll der Grund dafür sein, dass sich Wolf und Fuchs nicht ausstehen können – und das nicht nur in Mergeln. Die Schlüssel sind hier: Herrn Marius Subțirel
House Nr.218, Merghindeal, Romania