Rettung für Weingartskirchen beginnt

Rettung für Weingartskirchen beginnt

31 März, 11:33

Am Taufbecken der evangelischen Kirche von Weingartkirchen (Kirchenbezirk Mühlbach) wurde am 7. März 2022 der Grundstein zur Rettung des sakralen Baujuwels gelegt. Vertreter des Bezirkskonsistoriums und der Stiftung Kirchenburgen trafen sich bei winterlichem Wetter mit den ausführenden Fachleuten zur Baustelleneröffnung.

Bezirksdechant Dr. Dr. Wolfgang Wünsch, Pfarrfrau Britta Wünsch, Ecaterina Gál und Sebastian Bethge von der Stiftung Kirchenburgen, Architekt Tudor Pavelescu aus Hermannstadt und Bauunternehmer József Attila Gálfi (Domino Construct Expert) besiegelten die Zusammenarbeit, die ein erster Schritt zur Rettung der Kirche sein kann. Die nun beginnenden Arbeiten konzentrieren sich auf das Dach. Durch mehrere Schäden konnte in der Vergangenheit Wasser eindringen, welches zu Folgeschäden geführt hat. Insbesondere das Dach der Sakristei und der Übergang zum Kirchenschiff sind in einem dringend renovierungsbedürftigen Zustand.

Die baulichen Maßnahmen werden von der deutschen Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) über den Siebenbürgisch-sächsischen Kulturrat gefördert und im Rahmen des Dächerprogramms der Stiftung Kirchenburgen durchgeführt. Insgesamt handelt es sich bei dieser Dachinstandsetzung um eine Investition von mehr als 100.000 Lei (über 20.000 Euro).

Baujuwel im Unterwald

Die turmlose gotische Saalkirche stammt ursprünglich aus dem Jahr 1461 und zeichnet sich insbesondere durch sehenswerte Steinmetzarbeiten aus. Ihre Errichtung geht auf Johannes Gereb de Vingard zurück, der einst Eigentümer der Kellinger Gräfenburg gewesen war. Sowohl an der Außenfassade als auch im Innenbereich finden sich zahlreiche Adelswappen und Grabsteine adeliger Familien. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche innen barockisiert. Letzte umfangreiche Renovierungsarbeiten wurden in den 1950er-Jahren durchgeführt.

Im Oktober 2020 fand schließlich nach langen Verhandlungen die Aussegnung der wertvollen Johannes-Hahn-Orgel aus dem Jahr 1750 statt. Das Instrument wurde abgebaut und wartet auf seine Restaurierung, nach der es, sofern Nutzungskonzepte für das Kirchengebäude vorliegen und der bauliche Zustand es zulässt, wieder den Weg zurück an seinen Stammplatz finden könnte.

Möge die im März 2022 aus der Taufe gehobene Zusammenarbeit zwischen Kirchenbezirk Mühlbach, Stiftung Kirchenburgen und den ausführenden Firmen der Beginn einer kompletten Rettung dieses wertvollen Baujuwels sein!

Text und Bilder: Stefan Bichler


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